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Besondere Arten der Alpen

© Ralph Frank / WWF
© Ralph Frank / WWF

Edelweiß (Leontopodium alpinum), die Alpenrose (Rhododendron ferrugineum und R. hirsutum) und Enzian (Gentiana acaulis) sind vermutlich die bekanntesten Alpenpflanzen. Aber sie sind nur drei von insgesamt gut 4.500 verschiedenen Arten von Gefäßpflanzen, die in den Alpen heimisch sind (das entspricht 39 Prozent der in Europa vorkommenden Flora). Von diesen wächst ein Sechstel nur in großen Höhenlagen.

 

Außerdem gibt es in den Alpen ca. 900 verschiedene Pflanzen-Gemeinschaften, die in charakteristische Kombinationen große Gebiete bedecken. Besonders in der Bergamo-Region oder im Engadin gibt es sehr viele seltene Arten. Diese Regionen sind besonders bedeutend für den Erhalt der alpinen Pflanzenvielfalt.

 

Insgesamt 21 Amphibien- und 15 Reptilienarten sind in den Alpen heimisch wie zum Beispiel der Höhlen-Salamander (Speleomantes Strinatii), der tatsächlich  in Höhlen lebt. Die meisten Amphibien sind durch die Zerstörung ihrer Lebensräume äußerst bedroht – durch die Veränderungen in der traditionellen Landwirtschaft, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und durch die Unterbrechung ihrer Wanderrouten.

 

Gut 200 Vogelarten brüten in den Alpen, weitere 200 Spezies machen während ihres Zuges Halt in der Region. Es gibt in den Alpen keine endemischen Vogelarten. Besonders Greifvögel wie der Steinadler (Aquila chrysaetos), der Wanderfalke (Falco peregrinus) und der Bartgeier (Gypaetus barbatus) haben schwer unter der Verfolgung durch die Menschen gelitten. Heute hat sich der Bestand des Steinadlers mit Hilfe internationaler Schutzbemühungen wieder erholt. Der Bartgeier, Anfang des 20. Jahrhunderts in den Alpen ausgerottet, ist erfolgreich wieder ausgewildert worden – dank des vielleicht ambitioniertesten Wiederansiedlungsprojekts, das je in Europa durchgeführt wurde. Der Bestand der Wanderfalken steigt ebenfalls nach deutlichen Rückgängen wieder rasch an.

 

Die meisten Vögel leben auf unteren Höhenlagen. Nur gut 50 Arten brüten über der 2.000-Meter-Grenze wie das Steinhuhn (Alectoris graeca) oder der Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus). Andere herausragende Arten sind beschränkt auf einen besonderen Lebensraum wie die Bergwälder. Dort leben zum Beispiel der Auerhahn (Tetrao urogallus), der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) und der Zitronengirlitz (Serinus citrinell).

 

Etwa 80 Säugetierarten leben in den Alpen, und die meisten von ihnen sind Mäuse, Spitzmäuse, Wühlmäuse und Fledermäuse. Drei Arten leben ausschließlich in den Alpen: die Bayerische Kurzohrmaus (Microtus bavaricux) und die Alpenwaldmaus (Apodemus alpicola), aber auch der beeindruckende Steinbock (Capra ibex). Der Steinbock wurde einst gejagt, bis er fast ausgerottet war. Nachdem er im 19. Jahrhundert unter Schutz gestellt und zum Teil wieder angesiedelt worden war, erholte sich der Bestand und gilt heute als sicher. Die Gämse (Rupicapra rupicapra) und der Rothirsch (Cervus elaphus) sind weitere typische Pflanzenfresser der Alpen.

 

Die Rückkehr großer Raubtiere wie Wolf (Canis lupus), Luchs (Lynx lynx) und Braunbär (Ursus arctos) in ihren angestammten Lebensraum gelten als Erfolgsgeschichten für den Naturschutz in den Alpen. Allerdings ist gerade die Verbreitung des Braunbären ins Stocken geraten, da in Österreich mittlerweile nur noch zwei Tiere offenbar am Leben sind. Hier ist akute Hilfe dringend nötig.

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