WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Bartgeier fliegen wieder

Einst ausgerottet, dann erfolgreich ausgewildert: Jetzt kreisen über den Alpen wieder rund 150 Bartgeier – dank eines WWF-Projektes, das Maßstäbe setzte.

© naturepl.com / Markus Varesvuo / WWF
© naturepl.com / Markus Varesvuo / WWF

Bartgeier waren einst nicht nur in den Alpen, sondern auch in fast allen Gebirgen Südeuropas verbreitet. Doch hatten Sie einen schlechten Ruf als Räuber und waren leicht zu jagen. Deshalb wurden sie in den Alpen ausgerottet. Der letzte Bartgeier wurde 1913 im Aostatal erlegt. Nur in den Pyrenäen überlebte ein Bestand und auf Korsika und Kreta jeweils einige wenige Exemplare.

 

1986 wurden die ersten Bartgeier in den Alpen von Hans Frey und seinen Mitstreitern vom WWF Österreich ausgewildert. 35 Bartgeier wurden seitdem allein in Österreich freigelassen, 155 Tiere in den gesamten Alpen. Seit 1997 brüten Bartgeier auch wieder in den Alpen. Insgesamt sind bereits 43 Vögel in Freiheit geschlüpft. Damit kann sich nun die dortige Population nach Expertenmeinung ohne menschliche Hilfe erhalten.

 

Ein aufregendes Kapitel im WWF-Artenschutz ist damit zu einem glücklichen Ende gelangt. Das Projekt indes noch nicht: Jetzt gilt es, die Entwicklung der Population weiter zu beobachten und die Menschen in den Bartgeiergebieten – das sind schwerpunktmäßig die großen Nationalparks – zu informieren. Ziel ist es, bei Einheimischen und Touristen noch mehr Verständnis für die beeindruckenden Riesenvögel zu schaffen.

Das Bartgeier-Projekt

1976 begannen der damalige WWF Österreich-Geschäftsführer Winfried Walter und der Veterinärmediziner Dr. Hans Frey, im kleinen Ort Haringsee östlich von Wien eine Zuchtstation für Bartgeier zur Auswilderung aufzubauen, maßgeblich finanziert von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Heute existiert neben dieser Zuchtzentrale ein internationales Zuchtnetz.

 

Die Wiederansiedlung der Bartgeier, 1978 in einem gemeinsam Programm vieler Organisationen beschlossen und unterstützt durch einheimische Tiergärten wie dem Innsbrucker Alpenzoo, begann dann 1986 in Österreich mit ersten Freilassungen. Andere Zoos schlossen sich dem Programm an und stellten junge Bartgeier zur Verfügung. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt investierte bis heute fast eine Millionen Euro in das Projekt.

 

Weitere starke Partner wie die Alpen-Nationalparks und Vertreter der Jägerschaft unterstützten das Vorhaben. So gelang es auch, ein gutes Beobachtungs-Netzwerk aufzubauen, um zu wissen, wo und in welchem Zustand sich die Bartgeier gerade befinden. Durch die Einbeziehung interessierter Laien wurde die Bartgeierfangemeinde gestärkt.

 

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die internationale Zusammenarbeit in den Alpenanrainerstaaten. Inzwischen gibt es eine Datenbank, in der alle Informationen aus dem Alpenraum zusammenfließen und damit viel genauere Aussagen als früher über die Gesamtpopulation gemacht werden können.

Der WWF war beim Bartgeierprojekt nicht nur Initiator und Motor, sondern konnte durch seine Unterstützer auch immer wieder finanzielle Mittel bereitstellen, um dieses personal- und kostenintensive Projekt zu sichern.

 

In den letzten Jahren wurde die Projektträgerschaft allmählich an die Nationalparks übergeben, die aufgrund ihres Lebensraums nicht nur optimale Freilassungsplätze bieten, sondern mit ihren finanziellen Möglichkeiten die Bartgeier dauerhaft in Obhut nehmen können.

Unterstützen Sie die Naturschutzarbeit des WWF:

   
Helfen Sie
dem Luchs
Helfen Sie
dem Luchs