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Die größte Naturregion Mitteleuropas

Rund 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten zeugen von einer atemberaubenden Vielfalt der Natur. Zu den bekanntesten zählen Steinböcke, Gämse, Wölfe, Luchse, Steinadler und Braunbären. Darüber hinaus kommen hier viele Pflanzenarten vor, die es sonst nirgends auf der Welt gibt.

Rhône-Gletscher in der Schweiz. © Andreas Eistert / WWF
Rhône-Gletscher in der Schweiz. © Andreas Eistert / WWF

Die Alpen erstrecken sich über eine Fläche von 191.000 Quadratkilometern – das entspricht mehr als der Hälfte Deutschlands. Ihre Lebensräume sind enorm vielfältig: warme, weite Täler, sanfte Hügel, tiefe Gebirgsschluchten bis hin zu Eis- und Steinwüsten in den Gipfelregionen. Denn die Alpen werden beherrscht von natürlichen, manchmal gewaltigen dynamischen Prozessen: Föhnstürme, Lawinen, Steinschläge, Überflutungen und harte Winter. Diese geologischen Prozesse sind charakteristisch für die Alpen. Sie zerstören kurzfristig und schaffen zugleich immer wieder kontinuierlich neuen Lebensraum für Pflanze und Tier. Sie sind die treibende Kraft für die biologische Vielfalt. Die Alpen zählen daher zu den 238 wichtigsten Ökoregionen der Erde, den Global 200.

 

Die Alpen bilden auch das größte Wasserreservoir Europas. Mächtige Flüsse wie der Rhein, die Rhône oder der Po entspringen hier. Die Bergwälder tragen wesentlich zur Luftreinigung, zur Klimastabilität und zur Sicherung der Berghänge bei. Zugleich sind die Alpen mit etwa 120 Millionen Feriengästen und 500 Millionen Übernachtungen jährlich eine der größten Tourismusregionen der Welt.

 

Insbesondere der Wintertourismus belastet die Region stark. Einer Studie des WWF Italien zufolge werden in italienischen Skigebieten mehr als die Hälfte der Pisten künstlich beschneit. Das verursacht Kosten von durchschnittlich 136.000 Euro pro Hektar und Jahr und führt zu einer gravierenden Erhöhung des Wasserverbrauchs. In der Provinz Bozen, wo zwei Drittel der Pisten beschneit werden, verdoppelte sich der Wasserverbrauch durch Schneekanonen innerhalb von fünf Jahren.

 

Darüber hinaus sind die Alpen stark gefährdet durch den zunehmenden Verkehr, die Zersiedelung und den Klimawandel. Gletscher ziehen sich heute schneller zurück, als es früher der Fall war. Laut Messungen verloren die Gletscher seit Beginn der Industrialisierung bis 1980 ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse. Seit 1980 sind zusätzliche 20 bis 30 Prozent des Eisvolumens abgetaut.

 

Auch der Artenvielfalt der Alpen droht ein Rückgang: Zu den großen Verlierern des Klimawandels gehören alle Tiere und Pflanzen, die es kalt mögen. Die Erderwärmung bedroht die Bestände von Äschen, Barsche und Bachforellen, Birkhühner und Schneehasen, Auwälder und vielen Alpenpflanzen. In den Alpen wird sich der Temperaturanstieg dreimal so stark bemerkbar machen wie im Flachland der gemäßigten Breiten. Viele Pflanzen und Tiere werden versuchen, in höher gelegene Regionen auszuweichen. Insgesamt kann sich der Vegetationsgürtel so um 400 bis 700 Meter nach oben verschieben – wo es naturgemäß weniger Lebensraum gibt. Der Weltklimabericht der UN geht auch deshalb davon aus, dass bis zu ein Drittel der globalen Artenvielfalt auf dem Spiel steht.

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