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Stand: 12.06.2014

Fortaleza - Spielort der Fußball-WM 2014

Der Spix von Fortaleza - Der letzte seiner Art

Fortaleza, Hauptstadt der Provinz Ceara. Hier lebt(e) der seltenste Vogel der Welt, der Spix-Ara. © Roger Leguen / WWF-Canon
Fortaleza, Hauptstadt der Provinz Ceara. Hier lebt der seltenste Vogel der Welt, der Spix-Ara. © Roger Leguen / WWF-Canon

In Deutschland ist es der längste Tag des Jahres, wenn am 21. Juni die DFB-Elf auf Ghana trifft. In Fortaleza nicht. Im Stadion wird es heiß sein, so wie an jedem anderen Tag auch. Fortaleza liegt nur 415 Kilometer unterhalb des Äquators. Die Tage sind hier gleich lang und gleich heiß - 365 Mal im Jahr. Hier lebt(e) der Spix.

Fortaleza ist die mit 2,5 Millionen Einwohnern Hauptstadt der Provinz Ceara im Nordosten Brasiliens. Ab Juni beginnt hier die Trockenzeit, dann regnet es immer weniger. Ansonsten ändert sich fast nichts.

Ein paar Autostunden von Fortaleza entfernt, liegt der Jericoacoara-Nationalpark mit einem der schönsten Strände der Welt. Der Park besteht im Wesentlichen aus Wanderdünen, die viele Kilometer ins Land hineinreichen. Jericoacoara ist auch der Name des sagenumwobenen Strandes mitten im Nationalpark, ein Paradies für Surfer, denen an fast jedem Tag die Sonne ins Gesicht scheint und der Wind um die Ohren bläst.

Wandernde Dünen im Jericoacoara-Nationalpark. © iStock /Getty Images
Wandernde Dünen im Jericoacoara-Nationalpark. © iStock /Getty Images

Dürre in den Tropen

Trotz ihrer Naturschätze zählt die Region zu den Ärmsten des ganzen Landes. Die Trockenzeit dauert ein halbes Jahr lang, bis zum Dezember. Erst dann regnet es wenige Monate. In regelmäßigen Abständen kommt es zu großen Dürren und gravierenden Ernteausfällen. Metereologen bezeichnen den Nordosten Brasiliens auch als „Poligono das secas“, als Vieleck der Dürre. Die Sonne brennt stolze 3000 Stunden pro Jahr während es nur 900 Milimeter Niederschlag gibt. Den Großteil des Jahres übersteigt die Verdunstung den Regen und sorgt für ein halbwüstenartiges Klima.

Immer wieder blieb in der Vergangenheit der Regen gänzlich aus – entweder weil sich die Meeresströmung zyklisch verändert oder weil die Temperaturen zu hoch sind und der Niederschlag noch in der Luft verdunstet. Der andauernde Waldverlust verstärkt dieses Phänomen. Zuletzt war 2012 wieder einmal soweit. Die Provinzregierung musste den Notstand ausrufen.

Trotz der Trockenheit ist die Provinz unglaublich spannend. Die Wüstenlandschaft ist die Heimat zahlreicher Spezialisten, die sich perfekt an diese schwierigen Lebensbedingungen angepasst haben. Dort, wo Wasser verfügbar ist, wachsen Obst- und Maniokbäume. Dort, wo es trocken ist, nur Gräser und Hartholzpflanzen und Kakteen.

Der seltenste Vogel der Welt

Viele Papageienarten sind oder waren hier zuhause. Einer davon ist der Spix-Ara, einer der seltensten Vögel der Welt. Der wundervolle blaue Vogel wurde nach dem deutschen Naturwissenschaftler Johan Baptist von Spix benannt. Er gilt in freier Wildbahn als ausgerottet. Der Grund dafür ist die immer größer werdende Plantagen- und Weidewirtschaft. Keine Umfeld, in denen sich die Papageien wohl fühlen. Hinzu kamen Wilderei und ein florierender Handel mit den blauen Papageien, was schließlich dazu führte, dass seit Jahren kein freier Spix gesichtet wurde.

 

Die letzten Exemplare von ihnen leben hinter Gittern in Käfigen und Volieren von zoologischen Zuchstationen. Im animierten Kinoerfolg „Rio“ spielte der Spix sich selbst: das letzte verbliebene Exemplar seiner Art. Das Film-Happy-End ist dem echten Vogel bislang nicht vergönnt.

 

Matthias Adler

Interaktive Karte aller Spielorte der Fußball-WM 2014

Wo der Ball läuft, gibt es auch noch ganz andere Geschichten zu erzählen. Hier findet man sie.
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