WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 10.08.2016

Wichtiger Erfolg: Mega-Staudamm São Luiz do Tapajós in Brasilien verhindert

Der Tapajós im Herzen Brasilien © Roberto Maldonado / WWF
Der Tapajós im Herzen Brasilien © Roberto Maldonado / WWF

Auf der einen Seite steht die Energiegewinnung, auf der anderen die Zerstörung einer ganzen Region. Für Brasiliens größtes Staudammprojekt sollten Millionen von Bäumen geopfert, ehemalige Schutzgebiete und das Land indigener Völker geflutet werden. 12.000 Indigene hätten ihre Lebensgrundlage verloren. Nun ist der Bau gestoppt. Der Kampf hat sich gelohnt!

Der Fluss Tapajós ist der letzte noch frei fließende Fluss, der von Süden in den Amazonas mündet. Beinahe wäre hier ein acht Kilometer langer Staudamm gebaut worden. Eine Katastrophe für die Artenvielfalt und auch das Indigenenvolk der Mundurukú. 

Kampf gegen die Staudamm-Lobby

Seit Jahren hatten die Mundukurú zusammen mit Unterstützern wie Greenpeace und der Katholischen Kirche gegen das Monsterprojekt mobil gemacht. „Nicht nur der WWF ist im Amazonas aktiv,“ erklärt Roberto Maldonado, Südamerika-Referent beim WWF Deutschland. „Viele Menschen und Organisationen sehen, welcher Wahnsinn dort geschieht, und gehen genau wie wir dagegen an.“  Mit Erfolg: Der Mega-Bau ist verboten, weil er die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht erfüllt hat.

Gemeinsam mit Brasiliens Indigenen und anderen Organisationen hat der WWF wichtige Vorarbeit zu diesem Bau-Stopp geleistet:

  1. Schutz von Indigenen-Land
    Das Bauvorhaben hätte die Rechte der Mundurukú verletzt. Doch dass Indigenen-Land überhaupt vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt ist, ist einem harten Kampf um die brasilianische Verfassung zu verdanken, an dem sich der WWF beteiligt. 
  2. Keine Schwächung von Brasiliens Umweltrat
    Die Wasserkraftwerk-Konzerne haben die Bedingungen des brasilianischen Umweltrates (CONAMA) nicht erfüllt. „Die Rolle von CONAMA ist auch Erfolg der Umweltschutzorganisationen,“ ordnet WWF-Experte Roberto Maldonado die Geschehnisse ein. Im Vorfeld hatten diese sich in Anhörungen im Parlament und durch eine große öffentliche Kampagne gegen eine geplante Schwächung dieses Umweltrates ausgesprochen.
  3. Keine Reform der Umweltprüfung
    Auch die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) an sich sollte geschwächt werden. „Die Gefahr ist groß, dass die Umweltprüfung zugunsten wirtschaftlicher Interessen zu einer reinen Farce verkommt,“ kritisiert Roberto Maldonado. Seit Anfang 2016 setzt sich der WWF gegen eine Reform der UVP ein. Wären die Gesetze bereits verabschiedet worden, hätte die brasilianische Umweltbehörde keine Basis mehr gehabt, um den Staudammbau zu verbieten.
  4. Unterstützung von Brasiliens Indigenen
    Nicht zuletzt hat auch die Unterstützung der brasilianischen Dachorganisation der Indigenen (APIB) geholfen. Der WWF arbeitet seit 2011 daran, die Rechte der Indigenen im Amazonas zu stärken.
Bewohner des Tapajós: Der Flussdelphin © Roberto Maldonado / WWF
Bewohner des Tapajós: Der Flussdelphin © Roberto Maldonado / WWF

Vielen Dank an alle, die uns bei der Rettung des Amazonas-Regenwaldes unterstützen!
Viva Amazonia!

Doch ein Wermutstropfen bleibt

Das aktuelle Bauverbot des São Luiz Staudammes ist ein Riesenerfolg, aber die Gefahr ist nicht gebannt: „Die Bemühungen um eine Schwächung der Umweltstandards gehen in Brasiliens Parlament und Regierung weiter“, sagt Roberto Maldonado vom WWF.
Der WWF wird also nicht aufhören, gegen den Sieg von wirtschaftlichen Interessen über die Natur im Amazonasgebiet anzukämpfen. 

 

(Von Stephanie Probst)

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Ein Juwel
am Amazonas
Ein Juwel
am Amazonas