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Stand: 12.06.2014

Natal - Spielort der Fußball-WM 2014

Pau: Brasiliens Namensgeber

Das Rocas-Atoll ist einer der wichtigsten Brutplätze der Chelonias Mydas, besser bekannt als Suppenschildkröte © Roger Leguen / WWF
Das Rocas-Atoll ist einer der wichtigsten Brutplätze der Chelonias Mydas, besser bekannt als Suppenschildkröte © Roger Leguen / WWF

Die „Arena das Dunas“ gehört zu den schönsten Stadien, die sich die Brasilianer für ihre Weltmeisterschaft gebaut haben - es ist benannt nach den feinen Sandbergen, die sich entlang der schier endlosen Küste in Nordosten über 100 Meter hoch auftürmen. Natal, die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte, ist berühmt für seine Küste, den kristallklaren Atlantik, seine einzigartige Natur - und für den Pau-Brasil, den Baum, dem Brasilien seinen Namen verdankt.

Natal, die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte @ iStock / Getty Images
Natal, die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte @ iStock / Getty Images

Die Laubbäume mit dem roten Holz waren Teil des Atlantischen Regenwaldes, der sich entlang der Nordküste erstreckte. Heute ist dieser Wald fast komplett zerstört. Das Brasilholz, das auch Fernambuk heißt, wurde gerodet, verarbeitet und als Färbemittel nach Europa verkauft. Es ist sehr selten und teuer geworden, wird aber heute noch für den Bau von Musikinstrumenten genutzt, beispielsweise für Geigenbögen.

Ein Baum wie ein Fußballplatz

Ein wirklich ganz besonderer Baum steht am Strand von Pirangi do Norte, zwölf Kilometer südlich von Natal. Er stellt eine der Hauptattraktionen der Region dar: Es sieht aus wie ein ganzes Wäldchen, ist aber der größte Cashewbaum der Welt (portugiesisch maior cajueiro do mundo). Er hat eine Fläche von rund 8500 Quadratmetern, bei einem Umfang von 500 Metern. Das ist in etwa die Fläche eines Fußballfeldes.

In Baia Formosa, zu deutsch die schöne Bucht, gibt es noch ein paar kleine Brasilholz-Waldgebiete direkt am Strand. Der „Mata Estrela“, der Sternenwald, ist mit 2000 Hektar der letzte Rest des Atlantischen Regenwaldes im gesamten Bundesstaat. Die Bucht ist ein wahres Paradies. Touristen besuchen die Strände, um mit Delfinen zu spielen, die bis auf wenige Meter ans Ufer schwimmen. Zwischen der Baia Formosa und Natal erstreckt sich ein weiteres Naturjuwel: der Pipa-Strand. Die steilen Klippen, der weiche Sand und vor allem die Wellen machen Pipa zu einem Surfmekka. Der Strand ist trotzdem nur sehr dünn besiedelt. Das gefällt vor allem den Meeresschildkröten. Jedes Jahr kommen zahlreiche echte Karettschildkröten hierher, um ihre Eier zu legen.

Weltnaturerbe Rocas

Ein Schildkrötenparadies ist auch das Rocas-Atoll im Atlantik, etwa 200 Kilometer entfernt von Natal. Das ellipsenförmige Atoll ist unbewohnt und wurde gemeinsam mit dem vulkanischen Archipel Fernando de Noronha im Jahr 2001 von der UNO zum Weltnaturerbe erklärt. Das Rocas-Atoll gilt als einer der wichtigsten Brutplätze der Chelonias Mydas, die besser bekannt ist als Suppenschildkröte. Das Atoll besteht aus zwei Inseln, die mit Gräsern und Palmen bewachsen sind. Neben Delfinen und Haien leben hier auch zahlreiche Vögel, Reptilien und Insekten.

Die größte Bedrohung dieses Paradieses geht vom kommerziellen Fischfang aus. Aber auch der Tourismus wird hier relativ kritisch beobachtet. Grundsätzlich profitieren schützenswerte Regionen von einem sanften Ökotourismus, der nicht der Natur schadet, dafür aber Einkommensgrundlagen verschafft. Im Falle des Rocas-Atolls ist die Situation aber kritisch. Durch die Menschen eingeschleppte Arten oder Krankheiten könnten auf diesem kleinen Flecken mitten im Atlantik verheerende Folgen haben.

Matthias Adler

Interaktive Karte aller Spielorte der Fußball-WM 2014

Wo der Ball läuft, gibt es auch noch ganz andere Geschichten zu erzählen. Hier findet man sie.
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