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Stand: 12.06.2014

Porto Alegre - Spielort der Fußball-WM 2014

Dinosaurier und blaue Raben

Azulblauraben leben in den Araukarienwälder des atlantischen Regenwaldes. © Adriano Gambarini / WWF
Azulblauraben leben in den Araukarienwälder des atlantischen Regenwaldes. © Adriano Gambarini / WWF

Die Hauptstadt der Provinz Rio Grande do Sul ist vor allem für seinen Hafen, den Wein und seine Grillfeste bekannt. Vor den Toren der Stadt gibt es Einzigartiges zu entdecken - nämlich die gigantischen Araukarien, die am Morgen aus dem Nebel der Hochebene auftauchen und mit ihren charakteristischen Silhouetten die einzigartige Landschaft prägen.

Araukarien, immergrüne Nadelbäume, werden bis zu 800 Jahre alt und wachsen bis zu 50 Meter hoch. © iStock / Getty Images
Araukarien, immergrüne Nadelbäume, werden bis zu 800 Jahre alt und wachsen bis zu 50 Meter hoch. © iStock / Getty Images

Araukarien sind immergrüne Nadelbäume. Sie sind gewissermaßen die Dinosaurier unter den Bäumen, seit dem Jura, also schon vor 160 Millionen Jahren, wachsen sie auf der Erde. Ursprünglich bildeten sie ganze Wälder und waren Teil des südlichen „Mata Atlantica“, dem atlantischen Regenwald entlang der brasilianischen Küste. Die Araukarienwälder besaßen einst die Größe der Bundesrepublik Deutschland. Davon sind jedoch nur noch schätzungsweise fünf Prozent übrig geblieben. Die majestätischen Bäume wurden gerodet und anstelle des Regenwaldes stehen nun Weidewiesen, Rebstöcke und Sojaplantagen.

Mikrokosmos Baum

Wenn ein einziger Baum mehrere hundert Jahre alt wird, dann entwickelt er sich zu einem wahren Mikrokosmos des Lebens. Die Araukarien, werden bis zu 800 Jahre alt und wachsen bis zu 50 Meter hoch. Auf einem einzigen dieser faszinierenden Bäume krabbeln tausende Ameisen, Spinnen und Käfer. In den Ästen brüten zahlreiche Vögel und hangeln sich Affen. Nur: Die Araukarien sind vom Aussterben bedroht.

Auf die Koniferen haben es die Menschen vor allem wegen der hohen Holzqualität abgesehen. Es ist leicht zu verarbeiten und sehr lange haltbar. Aber was am Ende passiert, wenn man großflächig Bäume fällt, die mehrere hundert Jahre brauchen, um ihre volle, stattliche Größe zu erreichen, ist nicht schwer zu erraten: Die Bäume verschwinden

Araukarien und Azurblauraben

Um das zu verhindern, wurden sie unter Schutz gestellt. Sie dürfen seit 1989 weder geschlagen noch gehandelt werden. Gleichzeitig wird versucht, die Koniferen wieder anzusiedeln. Beispielsweise hat die Universität Tübingen ein Feldlabor in der Nähe von Porto Alegre eingerichtet. Hier inmitten der Serra-Gaucha-Hochebene erforschen Wissenschaftler in Kooperation mit der größten privaten Universität Brasiliens, der PUCRS (Päpstliche Katholische Universität Rio Grande do Sul), in der Waldstation „Pro Mata“ die Araukarien und deren Verbreitung. Bereits im Jahr 1959 wurde auch der Aparados da Serra eingerichtet, der nur wenige Autostunden von Porto Alegre entfernt ist.

Von diesen Schutzmaßnahmen profitieren auch die Azurblauraben, deren Schicksal eng mit dem der Araukarien verbunden ist. Die Vögel lieben es, mit ihrer ganzen Sippe in den Kronen zu sitzen und die Pinienkerne der Zapfen zu knabbern. Die Raben gelten als äußerst intelligent und verfügen über 14 verschiedene Ruftöne. Sie sind aber auch etwas vergesslich, denn sie vergraben die Kerne, um sie zu verstecken, finden sie aber später oft nicht wieder. Das Ganze hat durchaus einen Sinn: Denn so helfen die Vögel bei der Verbreitung der Samen.

Matthias Adler

Interaktive Karte aller Spielorte der Fußball-WM 2014

Wo der Ball läuft, gibt es auch noch ganz andere Geschichten zu erzählen. Hier findet man sie.
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