WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 12.06.2014

Recife - Spielort der Fußball-WM 2014

Fußball, Strände – und Haie

Tigerhaie besuchen immer wieder die Strände von Recife. © Jarrett Corke / WWF-Canada
Tigerhaie besuchen immer wieder die Strände von Recife. © Jarrett Corke / WWF-Canada

Wie immer es auch ausgeht, danach bitte nicht zum Strand: Im Stadion von Recife, der Arena da Pernambuco, trifft am 26. Juni das DFB-Team im letzten Gruppenspiel auf die US-Boys. Den Ozean sollte man aber meiden, der sich so prachtvoll vor der Küste von Recife erstreckt. Vor allem nachts und bei Vollmond. Das klingt nach Esoterik oder nach schwarzer Magie, ist aber eine Weisheit, die durchaus Leben retten kann. Bei Vollmond nämlich sind die Haie dort besonders aktiv – und Recife ist berüchtigt für seine Tigerhaie. Und die sind neugierig…

Der Strand von Recife. © iStock / Getty Images
Der Strand von Recife. © iStock / Getty Images

Recife ist bekannt für seine fußballverrückten Einwohner und seine traumhaften Strände. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Seit etwa 20 Jahren kommt es immer wieder zu Unfällen mit Haien. Seit 1992 wurden 50 Haiattacken dokumentiert. Dabei verloren mindestens 20 Menschen ihr Leben. Vor dem Jahr 1992 gab es diese Angriffe nicht.

Mensch frisst Hai

Auf der ganzen Welt werden im Schnitt pro Jahr gerade einmal 80 bis 100 Angriffe von Haien registriert. Davon enden weniger als 20 tödlich. Eine tragische, aber überschaubare Zahl. Meist sind es Surfer, die den Fischen zum Opfer fallen, weil die Haie sie für Robben oder verletzte Tiere halten. Denn grundsätzlich gelten Menschen nicht gerade als eine Lieblingsspeise von Haien. Vielmehr ist es andersherum: Jährlich fallen mindestens 100 Millionen Haie dem Fischfang zum Opfer. Entweder, weil sie gezielt bejagt und ihnen grausam die Flossen als Delikatesse abgeschnitten werden. Shark finning nennt sich diese Praxis. Oder aber sie verenden in den Fischernetzen als unliebsamer Beifang.

Tiger-Haie vor Recife

Doch warum kommt es nun ausgerechnet in Recife zu so vielen Angriffen? Wissenschaftler erkennen zwei Hauptgründe -  für beide sind die Menschen verantwortlich. Zum einen haben die Haie seit Urzeiten - schließlich existieren sie schon seit 450 Millionen Jahren - ihr natürliches Jagdgebiet in den Mangroven an der nordbrasilianischen Küste. Diese Gezeitenwälder sind heute fast komplett verschwunden. Das, was noch übrig ist, gilt als verpestet. Die Haie ergründen neue Gebiete, in denen sie auf Nahrungssuche gehen können: Die Strände.

Der zweite Grund heißt „Porto Suape“. Dabei handelt es sich um einen Tiefseehafen, der sich etwa 40 Kilometer südlich von Recife befindet. Etwa 80.000 Tonnen Waren werden hier jährlich umgeschlagen. Dort, wo sich früher die Mangrovenwälder erstreckten. Hinzu kommt, dass die Haie durch Schiffsabfälle überhaupt in den Hafen gelockt werden. Ein künstlich errichteter, großer Wellenbrecher verändert die natürliche Strömung derart, dass die Jäger nun nordwärts an die Strände von Recife schwimmen.

Weltweit gibt es über 400 Haiarten. Das Spektrum reicht vom riesigen Walhai bis hin zum Katzenhai, der auch vor unseren Küsten schwimmt. Nur ein gutes Dutzend Mitglieder der Haifamilie können auch den Menschen gefährlich werden. Dazu gehören die Tigerhaie von Recife auf jeden Fall. Mit ihren scharfen Sägezähnen knacken sie sogar Schildkrötenpanzer. In ihren Mägen wurden aber auch schon Blechdosen und Autoreifen gefunden. Sogar vor Artgenossen macht sie nicht halt. Tigerhaie gelten zudem als besonders neugierig. Weltweit gehen die meisten Hai-Unfälle auf ihr Konto. Zudem sind sie nachtaktiv. Und bei Vollmond sollte sich lieber niemand in Gewässern aufhalten, in denen sie gesichtet wurden.

Matthias Adler

Interaktive Karte aller Spielorte der Fußball-WM 2014

Wo der Ball läuft, gibt es auch noch ganz andere Geschichten zu erzählen. Hier findet man sie.
Wo der Ball läuft, gibt es auch noch ganz andere Geschichten zu erzählen. Hier findet man sie.
  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Ein Juwel
am Amazonas
Ein Juwel
am Amazonas