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Stand: 28.05.2015

Tiger-Zensus 2015: Bestand der Amur-Tiger erholt sich

510 Amur-Tiger leben derzeit in Russland, das ergab der zweite Tiger-Zensus. Bis 2022 sollen die Bestandszahlen aller Tiger verdoppelt werden.

Amur-Tiger © David Lawson / WWF
Amur-Tiger © David Lawson / WWF

Großartige Nachrichten aus Russlands fernem Osten. Über 2000 Experten haben auf einer Fläche von mehr als 150.000 Quadratkilometern nach Spuren des Amur-Tigers gesucht. Das Ergebnis: Seit dem letzten Zensus ist die Zahl der größten lebenden Raubkatze von 450 auf 510 angewachsen. Etwa 100 von ihnen haben nachweislich Jungtiere. Das bedeutet, die ergriffenen Maßnahmen zum Schutz dieser bedrohten Art zeigen Wirkung.

Yury Darman, WWF Russland © Svetlana Titova
Yury Darman, WWF Russland © Svetlana Titova

Erfolge bei Tigerschutzmaßnahmen in Russland

„Das sind großartige Zahlen“, schwärmt Igor Chestin vom WWF Russland.  „Der Schutz der Tiger genießt bei uns einen ganz besonderen Stellenwert, weil diese Arbeit fast alle Bereiche betrifft, die im modernen Umweltschutz zu leisten sind. Es ist toll zu sehen, dass wir damit Erfolg haben“. Die Regierung Russlands war für die Organisation des Zensus verantwortlich, der nach 2005 nun zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Schätzungsweise 95 Prozent aller noch in freier Wildbahn lebenden Amur-Tiger leben auf russischem Gebiet.

Beim Schutz der Tiger auf die Regierungen angewiesen

„Wir sind beim Schutz der Tiger auf die Unterstützung der jeweiligen Regierungen angewiesen“, sagt Mike Baltzer, der Leiter der “WWF Tigers Alive“-Initiative. „In Ländern wie Russland und Indien erleben wir diese Unterstützung sehr deutlich. Dort sind die derzeitigen Erfolge auch am größten.“ Ziel dieser Initiative ist es, den Bestand der Tiger bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln. Die Bestandserhebung ist daher ein wichtiger Teil der Schutzarbeit.

Rückgang der Malaysia-Tiger und der Indochinesischen Tiger

Der Amur-Tiger ist die größte, noch lebende Tiger-Unterart. Insgesamt, so schätzt der WWF, leben derzeit nur noch etwa 3200 Tiger in freier Wildbahn. Experten gehen derzeit davon aus, dass sich der Bestand der Malaysia-Tiger in den letzten Jahren von etwa 500 auf nur noch 250 bis maximal 340 Individuen verringert hat. Mit großer Sorge schauen die Umweltschützer ebenfalls nach Indonesien, Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam. „Nach derzeitigem Stand droht diesen Staaten, ihre Tiger zu verlieren“, schätzt Baltzer. „Wir geben aber die Hoffnung nicht auf.“

 

Von Matthias Adler

   
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