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Amur: Ein wirkliches gutes Jahr für den Tiger

Lange stand es um Amur-Tiger und -Leopard richtig schlecht. Jetzt kommen aber Nachrichten aus dem Fernen Osten, die Hoffnung machen. Die jahrelange Arbeit des WWF trägt Früchte.

Amur-Tiger © Pavel Fomenko / WWF
Amur-Tiger © Pavel Fomenko / WWF

In den letzten Monaten kann der WWF in der Amur-Region einen Erfolg nach dem anderen feiern. Am 18. Oktober 2012 wurde das Sredneussuriisky Gebiet mit 72.700 Hektar als regionales Wildreservat ausgewiesen. Die russische Regierung richtete in der Region im April zudem den Leopardovy Nationalpark von der Größe des Saarlandes ein. Hier leben die letzten 35-40 Amur-Leoparden und etwa zehn Tiger. Durch Leopardovy werden jetzt Wälder geschützt, die von Leoparden und Tigern als Wanderkorridore benutzt werden - und auf die chinesische Seite führen.

Auch im benachbarten chinesischen Teil des Verbreitungsgebietes der Großkatzen gelangen dem WWF entscheidende Erfolge. Drei große Waldgebiete (Suiyang, Jiaohe und Wangqing) mit einer Gesamtfläche von über 165.000 Hektar wurden als Schutzgebiete ausgewiesen. Zwei davon (Suiyang und Wangqing) setzen das dem Leopardovy benachbarte Hunchun Reservat in einer weiten Schleife nach Nordwesten fort. Durch den WWF wurde der verbesserte Schutz-Status von Wangqing als Nationales Naturreservat erreicht und dafür ein anderes Gebiet festgelegt, das aus Naturschutzsicht wertvoller ist als die ursprünglich vorgesehene Fläche. Damit entstehen grenzüberschreitend drei miteinander verbundene Schutzgebiete mit 400.000 Hektar.

„Extrem gute Nachrichten für Tiger und Leopard“

Amur-Leopard © Vasiliy Solkin / WWF-Russia
Amur-Leopard © Vasiliy Solkin / WWF-Russia

„Das sind wirklich extrem gute Nachrichten für Leoparden und Tiger“, sagt Markus Radday, WWF-Referent für den Russischen Fernen Osten. “Die neuen und zusätzlich noch geplanten Schutzkorridore sind ein weiterer, wichtiger Schritt, um eine zukunftsfähige und genetisch vielfältige Population an Amur-Tigern und Leoparden zu erhalten.“


Beide Großkatzen haben auch mächtige Fürsprecher gewonnen: Russlands Präsident Wladimir Putin bezeugte nun schon mehrfach seine ernsthaftes Interesse am Schutz des Tigers - und Sergej Iwanow, der neue Verwaltungschef des Kreml, hat zuletzt mit Direktiven an die Forstbehörden direkt bei der Ausgestaltung der Schutzgebiete im Sinne des WWF eingegriffen. „Das ist vor allem auf die unermüdliche Arbeit von Yuri Darman zurückzuführen, dem Leiter des WWF Amur Büros“, erklärt Radday. „Bei der Arbeit in dieser Region kommt es entscheidend auf Kontakte in der Politik und bei den Forstbehörden an – und die hat Yuri“. Darman wurde im August 2012 mit dem Fred Packard Award der IUCN für seinen unermüdlichen Einsatz für Schutzgebiete ausgezeichnet.


Mit den jüngsten Entscheidungen kommt Moskau nun seinen auf dem Tigergipfels 2010 in St. Petersburg eingegangenen Verpflichtungen nach.

Chancen für die Tigerwälder

Die Natur der Amur-Region ist aber weiterhin massiv in Gefahr durch menschliche Eingriffe, ihre biologische Vielfalt und das ursprüngliches Landschaftsbild unwiederbringlich zu verlieren. 2013 will der WWF im russischen Teil der Amur-Heilong Region zusammen mit Partnern weitere Nusssammelzonen langfristig pachten, um die Tigerwälder zu retten. Die Sammelzonen sind wie Naturschutzkonzessionen. In ihnen hat die Nutzung von Nichtholz-Waldprodukten (Non Timber Forest Products – NTFP) Vorrang vor dem kommerziellen Holzeinschlag. Schon jetzt hat der WWF zusammen mir den Einheimischen Udegen über 460.000 Hektar Wald so schützen können.


Wenn in den Wäldern auch nur die Hälfte der potenziell möglichen Mengen etwa den Samen der Korea Kiefer, Ginseng, Honig oder Schisandra Beere gesammelt und vermarktet werden, erzielt dies einen Erlös von 3,5 Euro pro Hektar - für die lokalen Bewohner eine langfristige Einkommensquelle. Und für Tiger und Leoparden eine Chance, dass ihr Lebensraum erhalten bleibt. Auf dass es auch weiterhin gute Nachrichten aus dem Fernen Osten zu vermelden gibt – wie jüngst gerade aus China: Dort aufgenommene Fotofallenbilder weisen auf eine Rückbesiedlung von Gegenden hin, aus denen der Amur-Leopard eigentlich schon vertrieben war.

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Hilfe für Leoparden
und Tiger
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