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Stand: 11.04.2016

WWF am Amur: Was wir geschafft haben

Das riesige Amur-Becken erstreckt sich über 4000 Kilometer von der mongolischen Steppe bis zur Mündung des Amur im Pazifischen Ozean. Mehrere Klimazonen treffen hier aufeinander und schaffen einzigartige Lebensräume.

Bikin-Schutzgebiet in der Amur-Region © Yury Bersenev / WWF Russia
Bikin-Schutzgebiet in der Amur-Region © Yury Bersenev / WWF Russia

In den riesigen Laub-/Nadelmischwäldern der Region zwischen Russland, China und Nordkorea vereinen sich wie nirgendwo anders auf der Welt Taiga und Wald zu einem einzigartigen Ökosystem. Hier leben die letzten Amur-Tiger und Amur-Leoparden. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet der WWF unter schwierigen Bedingungen, etwa um den stark bedrohten Amur-Tiger zu retten - und das erfolgreich, wie uns eine unabhängige Untersuchung bestätigt. 

Amur-Katzen © Vasily Solkin / WWF Russia
Amur-Katzen © Vasily Solkin / WWF Russia

Die artenreichen Wälder sind die Heimat der letzten rund 530 Amur-Tiger. Hier lebt auch der vom Aussterben bedrohte  Amur-Leopard, von dem es nur noch etwa 70 Exemplare in freier Wildbahn gibt. Nur in diesen Wäldern gibt es genügend Beutetiere für Tiger und Leopard. „Futterbäume“ wie die Korea-Kiefer und die Mongolische Eiche liefern fettreiche Samen für Wildschweine und Hirsche. Durch die dichten Wälder streifen Moschustier, Kragenbär, Amur-Katze, Zobel. Hier nisten Riesenseeadler und Riesen-Fischuhu. Viele Arten sind endemisch, d.h. sie sind nur hier zu finden.

Der WWF kämpft hier seit 1994 für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit mutigen Rangern, die sich den Wilderern entgegenstellen. Unter maßgeblicher Mitwirkung des WWF wurden bereits 4,5 Millionen Hektar „Tigerwälder“ unter Schutz gestellt. Der WWF fördert verantwortungsvolle Forstwirtschaft, indem Schutzzonen auch in bewirtschafteten Wäldern eingerichtet werden. Der WWF pachtet Wälder rund um den Bikin-Fluss und hilft bei der Einrichtung großer Schutzgebiete, um den Lebensraum für die verbliebenen Leoparden zu erhalten. In mühsamen Verhandlungen mit Behörden und Ministerien erreichte er Gesetze, die nachhaltigen Umweltschutz überhaupt erst möglich machten.

Große Erfolge, unabhängig bestätigt

Dies wird auch von unabhängiger Seite bestätigt: Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen in der internationalen Zusammenarbeit zwischen Russland, China und der Mongolei konnte der WWF dort „bemerkenswerte Erfolge erreichen", wie es in der Evaluation des WWF Amur-Heilong Ecoregional Programme durch Tim Jones von DJEnviromental aus Großbritannien heißt. Die Untersuchung bestätigt, dass die WWF-Arbeit dort maßgeblich den Naturschutz durch „transformatorische Veränderungen“ voran gebracht hat. Als besondere Erfolge werden darin betont:

  • Einrichtung von grenzübergreifenden Schutzgebieten wie der 1,1 Millionen Hektar großen „Quelle des Amur-Gebietes“ in der Daurischen Steppe in Russland und der Mongolei.
  • Grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen hochrangigen chinesischen und russischen Behörden zum Schutz von Amur-Tiger und Amur-Leopard.
  • Stabilisierung der Population des Amur-Tigers (seit 2009).
  • Mehr Amur-Leoparden in China und Russland: in Russland sind 70 Prozent des Leoparden-Lebensraumes inzwischen Schutzgebiet.
  • Gefährdete Arten wie der Orientalische Weißstorch und der bis zu zwei Meter große Taimen-Lachs nehmen im Bestand wieder zu.
  • Einführung grundlegender neuer Gesetzgebung wie härtere Mindeststrafen für Artenschmuggel, Unterschutzstellung der Korea-Kiefer in Russland sowie neue Bestimmungen des russischen Waldgesetzes ermöglichen weit effektiveren Naturschutz.
  • Effektives Flussmanagement am Onon in der Mongolei.
  • Keine Staudammbauten am Mittellauf des Amurs bis mindestens 2020.

Die Überprüfung betont, dass diese Fortschritte ohne die Arbeit des WWF und seiner lokalen Partner nicht oder sehr viel langsamer passiert wären. Sie zeigt auch, dass es noch sehr viel zu tun gibt, um die langfristigen Projektziele zu erreichen: Das Flussmanagement muss verbessert, die intensive Landwirtschaft in China in die Arbeit eingeschlossen werden und der internationale Handel als ein Treiber des illegalen Holzeinschlags kontrolliert werden.

Die Programmevaluation betont, dass dafür weiterhin viel Geld bezahlt werden muss, um unsere gute Arbeit fortzusetzen. Helfen Sie uns dabei!

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Hilfe für Leoparden
und Tiger
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