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Stand: 30.12.2015

Bukit Tigapuluh: Tigerwald statt Akazien-Monokultur

Nur rund 300 Kilometer südwestlich der Weltmetropole Singapur liegt der indonesische Nationalpark Bukit Tigapuluh. 1995 wurde er auf Initiative des WWF und seiner Partner geschaffen – im Herzen der indonesischen Insel Sumatra, der sechstgrößten Insel der Welt. In Bukit Tigapuluh – das bedeutet „30 Berge“ – leben auf rund 1430 Quadratkilometern indigene Volksstämme sowie die letzten Exemplare der Sumatra-Tiger, Sumatra-Elefanten und Sumatra-Orang-Utans. 

Sumatra-Tiger © WWF
Sumatra-Tiger © WWF

In der noch weitgehend intakten Landschaft aus Hügelketten, dichtem Regenwald und Baumkronendächern finden diese bedrohten Tier- und Tausende von seltenen Pflanzenarten einen der letzten Lebensräume. Vor allem für den Sumatra-Orang-Utan bietet der Tiefland-Regenwald schon wegen seiner Fruchtbaumbestände ein natürliches Biotop.

Mehr als fünf Jahre haben sich der WWF und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) deshalb dafür eingesetzt, das Managementrecht für zwei Konzessions-Blöcke angrenzend an den Nationalpark zu bekommen. Diese bisher ungeschützten Waldgebiete umfassen eine Fläche von knapp 400 Quadratkilometern. Die Naturschutzkonzession zur Wiederherstellung der Ökosysteme wurde im Juli 2015 endlich erteilt und sichert auf der Fläche, die etwa 1,5-mal so groß wie der Nationalpark Bayerischer Wald ist, das Überleben der Sumatra-Orang-Utans ebenso wie der Sumatra-Elefanten und Sumatra-Tiger. Die langjährige Lobbyarbeit des WWF war also erfolgreich: Die indonesische Regierung hat die Naturschutzkonzession zunächst für 60 Jahre Laufzeit erteilt. Sie kann um weitere 35 Jahre verlängert werden.

Meilenstein im Arten- und Naturschutz

Abholzung in Sumatra © Fletcher Baylis / WWF Indonesien
Abholzung in Sumatra © Fletcher Baylis / WWF Indonesien

Das Projekt – ein Meilenstein im Arten- und Naturschutz – wird im Laufe von fünf Jahren mit etwa 3,6 Millionen Euro vom deutschen Bundesumweltministerium über die Entwicklungsbank der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert. Die Zeit drängt, denn ringsum setzt sich die Entwaldung dramatisch schnell fort. Im Fünfjahreszyklus baut die Zellstoffindustrie Akazienbäume an, erntet sie für die Papierherstellung und pflanzt wieder neue, schnell wachsende Bäume. Mit der neuen Naturschutzkonzession ist das Abholzen zumindest im Projektgebiet dicht am Nationalpark Bukit Tigapuluh vorbei, denn diese „Ecosystem Restauration Consession“ erhält den Naturwald. Das Areal ist vor dem Zugriff der Zellstoffindustrie geschützt. Sie wollte auch diese Fläche in eine Akazien-Monokultur verwandeln. 

Naturschutzkonzession öffnet neue Wege im Herzen Sumatras

Der WWF und seine Partner entwickeln nun nachhaltige Waldnutzungspläne für die lokale Bevölkerung. Ebenso werden Konzepte zur Finanzierung der Konzession entwickelt. Es müssen Ausgaben für den Schutz der Wälder, für Patrouillen gegen Wilderei sowie Entwicklungskosten und Lizenzgebühren eingeplant werden. 

Sumatra-Orang-Utan © Anup Shah / WWF
Sumatra-Orang-Utan © Anup Shah / WWF

Wichtig ist auch die Weiterentwicklung der örtlichen Wirtschaft. Zu den lokalen Geschäftsmodellen gehören zum Beispiel der Anbau von hochwertigem Rattan und das Ernten von Honig und Kautschuk. Der Anbau von Gemüse, Reis und wertvollen Pflanzen für die Medizin gehört ebenfalls dazu. Vorbereitet wird auch der Verkauf von Emissionsgutschriften (carbon credits). Diese Einnahmen fließen in die nachhaltige Finanzierung der Konzession ein. Schon aus Gründen des Klimaschutzes hat der Schutz der Regenwälder höchste Priorität.

Indonesien hat 2010 das Tiger-Abkommen von St. Petersberg unterzeichnet. Darin ist Bukit Tigapuluh eine von sechs vorrangigen Regionen, in denen der Sumatra-Tiger vor der Ausrottung gerettet werden soll. Das Konzept der Naturschutzkonzessionen ist ein Modell auch für andere Regionen – weltweit. Jeder Hektar Konzessionsland, das der WWF für 60 Jahre gepachtet hat, kostet 18 Dollar im Jahr. Dazu kommen die Ausgaben für die Entwicklung der Gebiete und deren Schutz. Auch Sie können dabei helfen – mit einer Spende an den WWF.

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