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Truppenübungsplätze als Naturrefugien

Die ehemaligen Truppenübungsplätze im Land Brandenburg, die bis Anfang der 90er Jahre von der sowjetischen Armee genutzt wurden, gehören heute zu den wertvollsten Landschaften in Deutschland. Der Grund: Sie bieten vielen seltenen und gefährdeten Tieren und Pflanzen eine Heimat, umfassen große unzerschnittene Gebiete und eröffnen damit die Möglichkeit, ausgedehnte Wildnisflächen ohne menschliche Nutzung zu sichern.

Kraniche. © Dr. Peter Wernicke / WWF
Kraniche. © Dr. Peter Wernicke / WWF

Nach der Aufgabe der militärischen Nutzung stellten die Übernahme und der Kauf dieser Flächen eine große Herausforderung für den Naturschutz dar. Um diese einmalige Chance zur Bildung großer Wildnisflächen in Deutschland zu nutzen, wurde im November 1999 die „Stiftung Naturlandschaften Brandenburg“ durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt/Main, den WWF den NABU und den Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz gegründet.

 

Rückzugsgebiete für Kranich und Fischotter

Ziel der Stiftung ist es, große zusammenhängende Wildnisflächen zu schaffen und deren Einzigartigkeit für die Menschen in ausgewählten Bereichen erlebbar zu machen. Bis Ende 2008 konnte die Stiftung rund 11.900 Hektar im Süden von Brandenburg auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Lieberose, Jüterbog West und Jüterbog Ost erwerben. Diese Flächen werden weitgehend sich selbst überlassen und so finden zahlreiche bedrohte Pflanzenarten der trockenen Standorte und gefährdete Tierarten wie Fischadler, Kranich und Fischotter noch ein sicheres Rückzugsgebiet. Über die Entwicklung von Wanderwegen, Informationstafeln und ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen und Exkursionen vermittelt die Stiftung die Besonderheit dieser Landschaften für die Öffentlichkeit.

 

Ökologischer Korridor Südbrandenburg

Um die biologische Vielfalt in Mitteleuropa zu erhalten, reicht es nicht aus, voneinander isolierte Naturräume zu erhalten. Wildtieren wie Rothirsch, Fischotter und Biber, aber auch Rückkehrern wie dem Wolf soll das Einwandern in die neuen Wildnisgebiete der Stiftung ermöglicht werden. Sie brauchen Wege durch die Kulturlandschaft, auf denen sie gefahrlos wandern können. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat daher das Projekt „Ökologische Korridor Südbrandenburg“ ins Leben gerufen. Es soll zukünftig die wenigen weitgehend unzerschnittenen Landschaftsräume in dieser Region, von Sachsen-Anhalt bis an die polnische Grenze, miteinander verbinden. Mit der ökologischen Vernetzung von Wäldern sowie Gewässern und Feuchtgebieten leistet der Korridor einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Mitteleuropa.

 

Lieberose – neuer Nationalpark?

Der ehemalige Truppenübungsplatz Lieberose weist aufgrund seiner Größe, Unzerschnittenheit und Lebensraumvielfalt ein herausragendes Potenzial auf, als Nationalpark ausgewiesen zu werden. Die Stiftung würde ihre Eigentumsflächen als Teil der zukünftigen Kernzone in das Schutzgebiet einbringen. Um in der Region für die Nationalparkidee zu werben, hat die Stiftung, unterstützt von WWF, ZGF und NABU, eine Projektleiterstelle vor Ort eingerichtet. Der dortige Mitarbeiter trägt als „Nationalparkbotschafter“ zur Akzeptanz eines solchen Großschutzgebietes als Chance für die Natur und die sozioökonomische Entwicklung der Region bei.

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