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Lebensraum Aue

Der Lebensraum in der Elbniederung ist geprägt vom steten Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser. Die hier an der Elbe vorkommenden Hartholzauenwälder sind in ihrer Artenzusammensetzung einmalig in Europa. Das Maßnahmengebiet ist Lebensraum für zahlreiche Arten der Anhänge der FFH- und Vogelschutzrichtlinie wie Elbebiber und Seeadler.

Elbe-Biber. © Thomas Stephan / WWF
Elbe-Biber. © Thomas Stephan / WWF

In der Krautschicht findet sich u.a. einer der wenigen bekannten Standorte des Wiener Blausterns (Scilla vindobonensis). Gerade die Abfolge von Auewäldern, Auenwiesen und verschiedenen Auengewässern ist Garant für die große Artenvielfalt.

 

Auenwald

Der Auewald im Projektgebiet besteht teilweise noch aus besonders schützenswerten Lebensraumtypen: LRT 91E0* und 91F0. Der Lebensraumtyp 91E0* ist der fließgewässerbegleitende Erlen- und Eschenauenwald. Er war einstmals vom Bergland bis in die Ebene der natürliche Waldtyp entlang unserer Gewässer. Gerade diese intakten Auenwälder spielen eine große Rolle als natürliche Hochwasserbremse. Der Lebensraumtyp 91F0 ist der Eichen-Eschen-Ulmen-Hartholzauenwald. Er ist gekennzeichnet durch regelmäßige Überflutungen in der Aue und gehört zu den artenreichsten Wäldern Mitteleuropas.

 

Auenwiesen

Als Auenwiesen können wir die Lebensraumtypen 6430, 6440 und 6510 vorfinden. Diese Wiesen-Lebensraumtypen gingen vielerorts durch Änderungen in der Bewirtschaftungsform oder auch durch Wiesenumbruch verloren. Der Lebensraumtyp LRT 6430 umfasst feuchte (Mädesüß-)Hochstaudenfluren, LRT 6440 für Brenndolden-Auenwiesen und LRT 6510 steht für artenreiche, extensiv bewirtschaftete Mähwiesen im Flach- und Hügelland. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie nicht nur aus wertvollen Pflanzenarten zusammengesetzt sind, sondern dass sie durch ihre Artzusammensetzung Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Insekten und Schmetterlingen sind.

 

Auengewässer

Bei den Auengewässern kommen im Projektgebiet die FFH-Lebensraumtypen 3150 (natürliche eutrophe Seen) , 3260 (Fließgewässer der planaren Stufe) und 3270 (Flüsse mit besonderer Schlammbankvegetation) vor.

Dianenwall. © WWF
Dianenwall. © WWF

Hochwasserschutz

Etwa zwei Drittel des Projektgebietes liegen im aktuellen Überflutungsraum der Elbe. Hydrologisch besteht die Besonderheit, dass von Süden her eine Hochwasserabflussbahn der Mulde auf das Elbetal trifft. Der östliche Raum des Projektgebietes liegt im Polder Vockerode, der von Deichen vor Hochwasser geschützt wird. Parallel zur Elbe verläuft der Dinanenwall bis zum Hochlage des Sieglitzer Berges. Von diesem erstreckt sich nach Süden der Gatzer bergdeich (Vasenwall), der nach Osten abbiegend an die Autobahn anbindet. Ab hier übernimmt die Autobahn in südlicher Richtung die Funktion des Hochwasserschutzdeiches. Vor Bau der Autobahn griff der Gatzer Bergdeich (Vasenwall) um den Ort Vockerode herum und band östlich des Ortes wieder auf den Elbedeich (Fliederwall) auf.

 

Die teilweise Ertüchtigung des Dianenwalls, sowie die Ertüchtigung des bestehenden Autobahndamms der A9 gehören zu den Hauptaufgaben des Landesbetriebes für Hochwasserschutz. Im Jahr 2002 gab es an der Elbe ein großes Hochwasser. Damals hatte man den Gatzer Bergdeich in diesem Gebiet lokal gesprengt, um einen anderen Deichabschnitt zu sichern und die Gemeinde Vockerode vor der Überflutung zu retten. Anschließend wurde er wieder geschlossen. Der Ausbau des Gatzer Bergdeiches wäre mit enormen Eingriffen in die Natur und mit Eingriffen in das kulturhistorisch geprägte Landschaftsbild verbunden. Zur Vermeidung dieser Eingriffe entschloss man sich statt dessen den bestehenden Autobahndamm der A9 als Hochwasserschutzdamm auszubauen.

 

Nach der Ertüchtigung des Dianenwalls und des Autobahndammes kann der bestehende Gatzer Bergdeich als letzte große Baumaßnahme an zwei Stellen geschlitzt (geöffnet) werden und so das Projektgebiet wieder an das Hochwassergeschehen anbinden.

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