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Projektziele

Die Elbe ist in diesem Abschnitt eine der wenigen, weitgehend frei fließenden großen Flüsse in Mitteleuropa. Das Projekt soll dazu beitragen, diesen besonderen Charakter weiter zu stärken und langfristig zu sichern. Grundsätzlich wird mit dem Vorhaben angestrebt, Teilbereiche der Altaue durch Schlitzung eines Deiches (Gatzer Bergdeich) wieder der rezenten Aue zuzuführen. Damit werden durch das Projekt sowohl ökologisch-naturschutzfachliche Gesichtspunkte mit dem Ziel einer nachhaltigen Flussgebiets- entwicklung und Auendynamik als auch Hochwasserschutzaspekte verbunden.

© Karl Gutzweiler / WWF
© Karl Gutzweiler / WWF

Mit der Realisierung der nachfolgend aufgeführten Maßnahmen erfährt das Natura 2000 Gebiet „Dessau-Wörlitzer Elbauen“ eine deutliche Aufwertung und langfristige Sicherung. Mit Hilfe des Life+-Projektes wird zudem der geplante Ausbau der bisherigen, die natürliche Überflutungsaue durchschneidenden Hochwasserschutzanlage „Gatzer Bergdeich“, verhindert.

 

Durch die Ertüchtigungen der Deichanlage „Dianenwall“ sowie durch die Verwendung der vorhandenen Infrastruktur (Autobahndamm im Südwesten des Maßnahmengebiets) als Hochwasserschutzdeich wird die Öffnung des Gatzer Bergdeiches (auch Vasenwall genannt) ermöglicht und somit eine  Auenerweiterungsfläche von ca. 210 ha geschaffen.

 

Die geplanten Maßnahmen des Projektes befördern die eigendynamische Entwicklung des Gesamtgebietes, verbessern und sichern eine einzigartige Flusslandschaft und den ökologischen Zustand des Gewässers. Mit der Deichrückverlegung wird zusätzliche Retentionsfläche geschaffen und  das Gebiet durch vorsorgenden ökologischen Hochwasserschutz aufgewertet. Somit kann der Erhaltungszustand des FFH- und Vogelschutzgebietes durch Erhöhung der Lebensraumqualität prioritärer Arten und Lebensräume nicht nur verbessert, sondern sogar auch flächig neu geschaffen werden (210 ha).

 

Projektmaßnahmen (siehe auch Karte)

  1. Umwandlung von Ackerland
    Der Wiederanschluss an das Überflutungsgeschehen der Elbe und der Mulde wird die heutige Nutzungsform als Ackerland auf einer Fläche von etwa 60 Hektar nicht mehr gestatten. Aus diesem Grund soll diese Fläche durch den WWF erworben werden. Ein großer Teil davon wird in Auengrünland umgewandelt werden. Hierdurch wird es möglich, wertvolle und standorttypische Auenwiesen herzustellen. Dabei sollen die FFH-Lebensraumtypen 6430 „Feuchte Hochstaudenfluren“, 6440 „Brenndolden-Auenwiesen“ und 6510 „Artenreiche Mähwiesen des Flachlandes“ wieder geschaffen werden.  

  2. Wiederbewaldung und Waldrandgestaltung
    Auf rund 10 ha der vom WWF zu erwerbenden Ackerflächen ist eine Wiederbewaldung geplant mit der Zielsetzung, die Lebensraumtypen 91F0 und 91 E0* langfristig mit standortheimischen, seltenen Baum- und Strauch-Arten und einem lichten, artenreichem, stufigem Waldrand zu entwickeln. Für die Initialpflanzungen zur Wiederbewaldung werden Pflanzen aus Saatgut, welches in den Wäldern der Kulturstiftung DessauWörlitz gewonnen wurde, verwendet. Somit kann gewährleistet werden, dass ausschließlich heimisches, autochthones Pflanzmaterial im Maßnahmengebiet Verwendung findet. Die Lage der neuen Waldfläche orientiert sich an historischen Gegebenheiten um ~1700 (historischer Decker-Plan), die der Denkmalrahmenplanung des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches zu entnehmen ist.

  3. Waldumbaumaßnahmen von nicht standortheimischen Waldbeständen
    In Folge der früheren forstwirtschaftlichen Zielsetzungen kommen in den Wäldern des Maß­nahmengebietes Waldbestände der Baumarten Hybridpappel (verschiedene Sorten) und kleinflächig auch Bestände der amerikanische Rot-Esche (Fraxinus pennsylvanica) vor. Es ist vorgesehen, in diesen Beständen schirmartige Auflichtungen durchzuführen und sie anschließend mit standortheimischen Baumarten zu unterbauen. Sobald der Unterbau gesichert ist, kann eine weitere Auflichtung sowohl über Entnahme als auch über Totholz­anreicherung erfolgen. Als Fläche für diese Zielstellung sind 15 ha Hybridpappelbestand und 2 ha Bestand an amerikanischer Rotesche vorgesehen. Die Waldumwandlungs- und Renatuerierungs- Maßnahmen werden auf den Flächen der Kulturstiftung DessauWörlitz durchgeführt.

  4. Anlage von Feuchtbiotopen
    Die Anlage eines größeren Feuchtbiotops (rund 10 ha im Bereich der Ackerflächen) werden die Lebensbedingungen für die Amphibien mit besonderer Hinsicht auf die Rotbauchunke (1188) verbessern. Gleichzeitig soll das Biotop so gestaltet werden, dass es den Ansprüchen für einen potentiellen Brutplatz für Kraniche (A127) entspricht. Kranichbrutplätze sind bisher nur entlang der rechten Elbseite vorhanden und gelten als bestandsbegrenzend für die Population.
    Ein weiteres Feuchtbiotop, als potentieller Brutplatz für Kraniche, wird im Zuge der Öffnung des Gatzer Bergdeichs (Vasenwall) geschaffen werden.

  5. Tieferlegung eines verlandeten Altarms
    Ein verlandeter Altarm der Elbe soll an einigen Stellen so tief ausgebaggert werden, dass dort ganzjährige Wasserflächen entstehen. Hiervon werden Fisch- und Seeadler, Rot- und Schwarzmilan, verschiedene Fischarten und Amphibien profitieren.
Die aufgeführten Maßnahmen im Natura 2000 Gebiet „Dessau-Wörlitzer Elbauen“. © WWF
Die aufgeführten Maßnahmen im Natura 2000 Gebiet „Dessau-Wörlitzer Elbauen“. © WWFLupe
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