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Stand: 10.11.2016

Revitalisierung einer Wildflusslandschaft in Mitteldeutschland

Die Untere Mulde ist eine der wenigen stadtnahen Wildflusslandschaften dieser Größe in Deutschland. Im Jahr 2015 startete hier unter der Leitung des WWF Deutschland das Projekt "Wilde Mulde". In dem von BMUB und BMBF geförderten Verbundprojekt werden Maßnahmen für den Naturschutz gemeinsam mit Forschungsvorhaben durchgeführt.

Nahe der Elbmündung wird die Untere Mulde geprägt durch Kiesbänke, Abbruchkanten und kleine Inseln. © Martin Becker / Boogaloo Graphics
Nahe der Elbmündung wird die Untere Mulde geprägt durch Kiesbänke, Abbruchkanten und kleine Inseln. © Martin Becker / Boogaloo Graphics

Die Mulde ist ein nicht schiffbarer Nebenfluss der Elbe. Die Untere Mulde erstreckt sich vom Auslauf des Muldestausees bis zur Mündung der Mulde in die Elbe in der Stadt Dessau-Roßlau. Hier startete im Jahr 2015 unter der Leitung des WWF Deutschland das Projekt "Wilde Mulde". Als "Wild" wird die Mulde deshalb bezeichnet, weil der Fluss in diesem Abschnitt noch zum Teil unverbaute Ufer und eine dadurch vitale Flussdynamik in Interaktion mit naturnahen Auenbereichen vorweisen kann. Dadurch weist dieses Gebiet eine hohe Artenvielfalt auf und bietet seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Im von BMUB und BMBF geförderten Verbundprojekt "Wilde Mulde" werden Maßnahmen für den Naturschutz gemeinsam mit Forschungsvorhaben umgesetzt. In stadtnahen Abschnitten von der Mündung bei Dessau-Roßlau flussaufwärts bis zum Ort Retzau soll die Untere Mulde revitalisiert und die Interaktionen des Flusses mit seinen angrenzenden Auen noch stärker gefördert werden. Dafür sind Maßnahmen wie das Einbringen von Raubäumen in das Flussbett, die Wiederherstellung von Naturufern, die Anbindung eines Seitenarms sowie die initiale Entwicklung von Hartholzwäldern geplant. In die Umsetzung wird die lokale Bevölkerung zur Akzeptanzsteigerung aktiv eingebunden. Die entstehenden Veränderungsprozesse am Fluss und in der Aue sollen durch Zeitrafferaufnahmen für eine breite Öffentlichkeit erlebbar werden.

 

Der Forschungs- und Evaluierungsteil des Projekts umfasst fünf Arbeitspakete: Hydraulik und Hydromorphologie, Stoffhaushalt, Biodiversität, Evaluierung und Synthese, Planung und Ökosystemleistungsansatz sowie die Forschungskoordination und wird von einem Konsortium bestehend aus fünf wissenschaftlichen Einrichtungen bearbeitet. Die Gesamtkoordination sowie die Umsetzung der baulichen Maßnahmen obliegen dem WWF Deutschland. Die Arbeiten der fünf beteiligten Forschungseinrichtungen koordiniert das Helmholtz – Zentrum für Umweltforschung.

Das Bundesprogramm zur Biologischen Vielfalt unterstützt seit Anfang 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter und maßstabsetzender Weise umsetzen. 

 

Weitere Informationen zum Projekt "Wilde Mulde" erhalten Sie unter wilde-mulde.de

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