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Stand: 14.03.2014

Sicherung einer großflächigen naturnahen Flusslandschaft an der Elbe

Dünenstandorte, Auenwälder und -wiesen, Flutrinnen und Altwässer mit ihren Verlandungsstrukturen – die in der Flußtalaue der „Mittleren Elbe“ größräumig erhalten gebliebenen, typischen Landschaftsstrukturen bieten eine hohe Lebensraumdiversität und begründen die herausragende Bedeutung des Gebietes.

Mittlere Elbe bei Dessau Großkühnau © Bernd Eichhorn / WWF
Mittlere Elbe bei Dessau Großkühnau © Bernd Eichhorn / WWF

Der Bereich der mittleren Elbe weist ein geringes Gefälle auf, der Fluß schlängelt sich in weiten Schwüngen durch ein flaches, breites Tal und wird begleitet durch Altwässer, Flutrinnen, Bereiche mit Auenwald und wechselnden Sedimentablagerungen. Dies – aber auch die Prägung durch menschliche Aktivitäten (Hochwasserschutzdeiche, Flussbegradigungen, Buhnen und die Grünländereien im Überflutungsbereich) verleihen der Flusslandschaft ihren typischen Charakter.

Die WWF-Projektregion Mittlere Elbe befindet sich in dem großräumig betrachteten Gebiet zwischen Wittenberg, Dessau und Magdeburg. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz, eine Verbindung aus Natur- und Kulturlandschaft, erstreckt sich im östlichen Teil dieses Landschaftsraums. Die Projektregion umfaßt natürliche Überflutungsbereiche mit einem der größten Auenwaldkomplexe Mitteleuropas.

Bedingt durch das mosaikartige Nebeneinander unterschiedlicher Standortfaktoren und die große Vielfalt von Biotoptypen beherbergt das Gebiet zahlreiche gefährdete und zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Aktivitäten des WWF richten sich auf die Sicherung und Renaturierung dieses zusammenhängenden Lebensraums.

Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre haben aber wieder einmal gezeigt, wie wichtig Flussauen und ihre Wälder als natürliche Rückhalteflächen sind. Intakte, überflutbare Auenwälder können große Wassermengen auffangen und speichern. Sie leisten so einen entscheidenden Beitrag zum natürlichen Hochwasserschutz. Es ist davon auszugehen, das heute an der Elbe etwa 80 Prozent der ursprünglichen Auenbereiche zerstört oder verbaut sind – um so mehr gewinnen die Naturschutzprojekte des WWF an der Mittleren Elbe auch für einen ökologischen Hochwasserschutz an Bedeutung.

Natur im Fluss

Flutrinne im Auenwald © Bernd Eichhorn / WWF
Flutrinne im Auenwald © Bernd Eichhorn / WWF

Die Flußlandschaft entlang der Mittleren Elbe beherbergt von Natur aus eine beeindruckende Artenvielfalt. Zur charakteristischen Pflanzenwelt der Mittleren Elbe zählen die Auenwiesen mit Solitäreichen sowie die Hartholz- und Weichholzwälder. Die ausgedehnten Hartholzauewälder sind das Rückgrat der Flusslandschaft, die der WWF gemeinsam mit Experten des Biosphärenreservates Mittelelbe seit 2001 gezielt sichert und renaturiert. Denn nur wenn ein Auenwald groß genug ist, bauen dort auch Kranich und Schwarzstorch ihre Nester.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe ist der sachsen-anhaltische Teilbereich des größten deutschen Biosphärenreservates "Flusslandschaft Elbe". Alleine in diesem Teilbereich der Elbauen wachsen über 1000 verschiedene Pflanzen – darunter Wassernuss, Sibirische Schwertlilie und viele Orchideen-Arten. Unter den 50 Säugetierarten findet sich auch der bedrohte Elbebiber. In der vielseitigen Landschaft finden sich über 179 regelmäßig nistenden Vogelarten wie Graureiher, Schwarzstorch oder Rotmilan. Wenigstens 100 weitere Vogelartenfinden hier ein reichhaltiges Rast-, Nahrungs- und Überwinterungsgebiet.

Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand

Saisonale Hochwasser, verursacht durch starke Niederschläge im Einzugsgebiet oder die Schneeschmelze im Riesengebirge sind natürliche Vorgänge an der Elbe. Durch Deichbau und Landnutzung wurde in den letzten 150 Jahren jedoch die Überflutungsfläche radikal verringert. Dadurch gingen nicht nur wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren. Zugleich stieg das Hochwasserrisiko entlang des Flusses drastisch an – und wird durch weitere Flussbegradigungen und die Aufstockung von Schutzdeichen weiter erhöht.

Durch Flächenkauf und Renaturierungsmaßnahmen können wertvolle Überflutungsflächen zurückgewonnen werden. Der WWF leistet mit seiner Projektarbeit entlang der Mittleren Elbe einen wichtigen Beitrag.

WWF-Projekte an der Mittleren Elbe

Verschiedene WWF-Projekte leisten ihren Beitrag zur Revitalisierung der Auen an der Elbe und den Unterläufen von Mulde und Saale. Sie zielen auf Maßnahmen, wie beispielsweise die Sanierung von Altwässern, Deichrückverlegung oder die Entwicklung von Auenwald. Gemeinsam helfen sie, den großflächigen naturnahen Verbund von Auegewässern und Hartholzauewäldern in der WWF-Region Mittlere Elbe zu erhalten und weiter zu entwickeln.

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