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Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zur Hafenkooperation im Überblick

Das im Auftrag des WWF von Prof. Dr. Frank Ordemann erstellte Szenario zeigt auf, wie eine Kooperation der deutschen Häfen eine ökonomische Entwicklung an allen drei Seehafenstandorten ermöglicht – und den Hafenstandort Deutschland gegenüber den Konkurrenzhäfen in Rotterdam und Antwerpen stärkt.

Containerschiff auf der Unterelbe © WWF
Containerschiff auf der Unterelbe © WWF

Es gibt eine Alternative zu Flussvertiefungen

Das Szenario für eine Seehafenkooperation zeigt eine realistische Vorgehensweise auf, um den Hafenstandort Deutschland zu stärken – und auf die ökologisch und ökonomisch riskanten Flussvertiefungen von Weser und Elbe zu verzichten. 

Wilhelmshaven wird zum Tiefseehafen Deutschlands

Der JadeWeserPort wird im Rahmen der Seehafenkooperation als Transshipmenthafen Deutschlands etabliert – wovon alle Containerhäfen in Deutschland profitieren. 

Vom JWP als Transshipmenthafen profitieren alle deutschen Containerhäfen

Umfangreiche Kosten- und Zeitanalysen zeigen: Durch die Lage des JWP können die aus Asien kommenden Container für die baltische Region um zwei Tage schneller über Wilhelmshaven als über Hamburg ihren Empfänger erreichen. Auch für Hamburg und Bremerhaven und deren Hinterlandregionen bestimmte Importcontainer erreichen durch das Nicht-Anlaufen von Rotterdam den Empfänger schneller. Um diese Zeitvorteile für ihre Kunden zu nutzen, könnten Reedereien die Hafenanlaufreihenfolge in Nordeuropa zu Gunsten des JWP ändern und diesen als „Ersten Löschhafen“ anlaufen. So würde auch die Wettbewerbsfähigkeit von Hamburg und Bremerhaven gestärkt – und der Hafenstandort Deutschland vorteilhaft im internationalen Wettbewerb zu Rotterdam und Amsterdam positioniert. 

Hamburger Hafen und Bremerhaven bleiben trotz begrenzter Flächen und Tiefgang international gefragte Containerhäfen

Hamburg und Bremerhaven können in Kooperation mit dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven den zukünftigen Tiefgangsrestriktionen für die weltgrößten Containerschiffe begegnen – und bleiben so international gefragte Containerhäfen. Durch die Abgabe der Transshipmentcontainer im JadeWeserPort werden die weltgrößten Containerschiffe leichter und können mit weniger Tiefgang die Elbe befahren. Eine Anpassung der Fahrwassertiefen in der Elbe an die Schiffsgrößenentwicklung ist zudem schon heute nicht mehr möglich. Ohne die Kooperation mit dem JWP würden die Transshipmentcontainer voraussichtlich vermehrt in Rotterdam abgeladen werden. Die Bindung der großen Reedereien an Deutschland würde dadurch abnehmen.

Hamburg und Bremerhaven können pro Container mehr Wertschöpfung erzielen

Quantitatives durch qualitatives Wachstum ersetzen: Die Flächen in Hamburg und Bremerhaven sind begrenzt – die Abgabe des Transshipment-Geschäfts bietet die Chance, mehr Wertschöpfung pro Container zu erzielen – bspw. Dienstleistungen im Bereich Ver- und Umpacken von Gütern sowie Warendistribution.

Hafenkooperation lässt 750 Mio. Euro Steuergelder frei werden – für dringende Infrastrukturprojekte

Die Seehafenkooperation macht die Vertiefungen von Elbe und Weser unnötig, so dass 750 Millionen Euro Steuergelder frei werden würden. Diese empfiehlt der Gutachter in drängende, bislang unterfinanzierte Projekte – wie die Sanierung des Nord-Ostsee-Kanal – zu investieren. 

Fazit:

Durch eine Kooperation der Hafenstandorte in Deutschland an Stelle der heutigen Konkurrenz, würden Natur geschont, Steuergelder gespart und der Hafenstandort Deutschland gestärkt werden. Weiterhin kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Hamburg bei einem Verzicht auf die Elbvertiefung ein international bedeutender Containerhafen bliebe. Kostenanalysen haben ergeben, dass aus rein ökonomischen Gründen die großen Containerschiffe Hamburg auch ohne eine weitere Vertiefung der Elbe anfahren werden.

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