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Bagger-Moratorium zum Schutz der Emsmündung gefordert

17. April 2013

Umweltverbände lehnen weitere Eingriffe in das Ökosystems bis zur Vorlage eines Sanierungskonzeptes ab.

Unterems © Claudia Stocksieker / WWF
Unterems © Claudia Stocksieker / WWF

BUND, NABU und WWF haben ihre Stellungnahme zur geplanten Vertiefung der Außenems eingereicht. Die Umweltverbände lehnen darin die geplante Außenemsvertiefung aufgrund schwerwiegender Umweltrisiken ab. Die Außenems soll auf einer Länge von knapp 35 Kilometer um einen weiteren Meter vertieft, ein Offshore-Terminal/Vorhafen am Rysumer Nacken gebaut sowie die Umweltauflagen zum Sauerstoff- und Salzgehalt im Staufall zur Überführung der Kreuzfahrtschiffe der Meyerwerft gestrichen werden.

Es sei völlig unverhältnismäßig, die Außenems für einen tideunabhängigen Verkehr der wenigen tiefgehenden Schiffe, die Emden anlaufen, auszubauen, weil man dabei riskiert, dass sich die ökologische Situation im Emsästuar noch weiter dramatisch verschlechtert. Der geringe Bedarf rechtfertige das Risiko der kritischen Umweltschäden nicht. Am morgigen Donnerstag endet die Einwendefrist zur geplanten Vertiefung.

„An der Ems ist es bereits fünf nach 12, das Ökosystem hat keinen Puffer mehr für weitere Eingriffe“ stellt Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Geschäftsführer des BUND Niedersachsen, fest. “Durch die Ausbaumaßnahmen für die Schifffahrt befindet sich die Emsmündung bereits heute in einem ökologisch sehr schlechten Zustand“, so Bodenstein-Dresler. Schlickmassen zerstören ökologisch wertvolle Lebensräume wie Flachwasserbereiche und Sandbänke. Mehrere Monate im Jahr sinken die Sauerstoffwerte so tief, dass auf einer Strecke von über 30 Kilometern keine Fische mehr in der Unterems leben können.

Bis heute streiten sich die Fachleute über die Wirkungszusammenhänge, die zu dieser desolaten Situation geführt haben. Wie diese Probleme gelöst werden können, weiß heute noch niemand exakt zu sagen. In einer aufwendigen hydromorphologischen Prüfung des Landes Niedersachsen werden derzeit Maßnahmenvorschläge für eine Sanierung der Gewässergüte und die Lösung des Schlickproblems geprüft. Die Ergebnisse sollen Ende 2013 vorliegen.

„Ohne ein verbindliches Gesamtkonzept zur Lösung der dramatischen ökologischen Probleme in der Emsmündung, sind weitere Eingriffe mit negativen Folgen für die Umwelt nicht zu verantworten,, sagt Beatrice Claus, Referentin Ästuar- und Wattenmeerschutz des WWF.

Zu den geplanten Eingriffen gehören die Vertiefung der Außenems auf niederländischer und deutscher Seite, der Bau eines Vorhafens am Rysumer Nacken sowie die Streichung von Umweltauflagen zum Sauerstoff- und Salzgehalt im Staufall zur Überführung der Kreuzfahrtschiffe der Meyerwerft. Vor dem geschichtlichen Hintergrund der Folgen der Ausbaumaßnahmen an der Ems sind Aussagen, die von unerheblichen vorhabensbedingten Auswirkungen ausgehen, unglaubwürdig.

„Wir werden alles tun, um die Außenemsvertiefung zu verhindern“ bekräftigt Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen. „Eingriffe mit dem Risiko, die stark vorbelastete Umwelt weiter zu schädigen, konterkarieren die gemeinsamen Bemühungen des Landes Niedersachsen und der Umweltverbände, eine ökologisch und ökonomisch tragfähige Lösung für die Ems zu finden, so Dr. Buschmann.

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Beatrice Claus

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