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Vorläufiger Planungsstopp für Fahrrinnenvertiefung im Ems-Dollart gefordert

19. Juni 2013

Deutsche und niederländische Natur- und Umweltorganisationen wollen erst Aussicht auf Renaturierung

Ems © WWF
Ems © WWF

Deutsche und niederländische Natur- und Umweltorganisationen rufen die verantwortlichen Regierungen auf, den weiteren Ausbau der Fahrrinnen in Ems und Dollart zu stoppen. Anlass war ein Symposium zur Renaturierung des Ems-Dollart. Die Vertiefung, Verbreiterung und Begradigung der Wasserstraßen sind die Hauptursache für den schlechten ökologischen Zustand im Ems-Ästuar. Die Naturschützer fordern, Planungen für einen weiteren Ausbau der Fahrrinnen zumindest so lang zu stoppen, bis wirksame Verbesserungsmaßnahmen auf den Weg gebracht wurden. 

Schädliche Eingriffe

In beiden Ländern planen Regierungsinstanzen Maßnahmen um den schlechten ökologischen Zustand im Ästuar zu verbessern. Gleichzeitig werden allerdings Planungen fortgesetzt die Fahrrinnen im Ästuar weiter auszubauen, was die kritische Situation der Flussmündungen verschärfen würde.„An der Ems ist es bereits fünf nach zwölf. Das Ökosystem hat keinen Puffer mehr für weitere Eingriffe“ stellt Beatrice Claus vom WWF Deutschland fest. “Durch die Ausbaumaßnahmen für die Schifffahrt befindet sich die Emsmündung bereits heute in einem ökologisch sehr schlechten Zustand“,. Schlickmassen zerstören ökologisch wertvolle Lebensräume wie Flachwasserbereiche und Sandbänke. Mehrere Monate im Jahr sinken die Sauerstoffwerte so tief, dass auf einer Strecke von über 30 Kilometern keine Fische mehr in der Unterems leben können.

 

Schüssel der Renaturierung

Während des Symposiums besprachen 100 deutsche und niederländische Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Naturschutz Lösungsansätze zur Verbesserung der Ökologie im Ems-Ästuar. Der WWF Deutschland, der NABU und der BUND präsentieren gemeinsam mit niederländischen Organisationen das Realisationsprogramm Ems-Dollart Unterems. Darin werden konkrete Renaturierungsmaßnahmen vorgestellt, die kurzfristig durchgeführt werden können. Marco Glastra, Direktor der Stichting Het Groninger Landschap: „Wir wollen einen Anfang machen mit Maßnahmen von denen wir wissen, dass sie uns einen Schritt in die richtige Richtung tragen. In der Zwischenzeit können wir gemeinsam mit Wirtschaft und Behörden ein Maßnahmenprogramm erarbeiten das auf eine definitive Verbesserung der Ökosystems abzielt.“ Das Realisationsprogramm Ems-Dollart Unterems kann als erster Schritt für ein solches Maßnahmenprogramm gesehen werden. “Die Ausweisung des Emsästuars als Europäisches Schutzgebiet von internationalem Wert muss zu einer Maßnahmenplanung führen, um die heutigen Probleme zu beheben. Nur wenn dieser Plan ambitioniert genug ist, und eine signifikante Verbesserung bewirkt, kann beurteilt werden, ob weitere Eingriffe im Ästuar vertretbar sind”, sagt Siegbert van der Velde, Direktor der Natuur en Milieufederatie Groningen. “Die Zeit drängt für die deutsch- niederländische Integrierte Bewirtschaftungsplanung, der Plan in dem ein Renaturierungsprogramm ausgearbeitet werden muss.”

 

Forderung eines Stand-stills

Arjan Berkhuysen der Waddenvereniging: “Eingriffe in der Vergangenheit haben uns gezeigt, dass wir die tatsächlichen Auswirkungen unzureichend vorhersagen können. Solange kein Renaturierungsprogramm vorhanden ist das der Natur nachweislich hilft, werden wir alles tun um einen weiteren Ausbau der Fahrwege im Ems-Ästuar zu verhindern. Heute haben wir gesehen das kurz- und langfristig ein Programm möglich ist mit dem die Natur gewinnt. Lasst uns das gemeinsam angehen.“

 

Der Aufruf zu für einen vorläufigen Planungsstopp wird von folgenden Organisationen unterstützt:
Niederlande: Waddenvereniging, Het Groninger Landschap, Stichting Wad, Natuurmonumenten, Natuur en Milieufederatie Groningen
Deutschland: NABU, BUND, WWF, Bürgerinitiative Rettet die Ems, De Dyklopers e.V.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

KONTAKT

Beatrice Claus

WWF Deutschland

beatrice.claus(at)wwf.de

Tel.: +49 (0)151 188 549 68

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