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Wie lässt sich die Ems wiederbeleben?

Am 13. Dezember 2010 fand in der Johannes a Lasco-Bibliothek in Emden die WWF-Tagung „Die Unterems - Möglichkeiten und Grenzen der Renaturierung" statt.

 

Insgesamt nahmen rund 180 Teilnehmer an der Konferenz teil. Verschiedenste Akteure aus Behörden, Kommunen, Umweltverbänden sowie Ems-Anwohner aus Deutschland und den Niederlanden widmeten sich der Frage, wie sich die Mündungsregion der Ems ökologisch wiederbeleben lässt. Nach dem intensiven Ausbau der letzten 25 Jahre ist eine ökologische Sanierung des Emsästuars dringend erforderlich.

© Claudia Stocksieker / WWF
© Claudia Stocksieker / WWF

Die dringendsten Probleme des Unterlaufs der Ems zwischen dem Tidewehr bei Hebrum und der Mündung in den Dollart sind die starke Verschlickung und der vor allem im Sommer sehr niedrige Sauerstoffgehalt des Wassers. Auf der Konferenz wurden vorhandene und neue Maßnahmenvorschläge vorgestellt, welche die ökologische Situation der Unteren Ems verbessern und gleichzeitig einen  Beitrag zur Umsetzung der europäischen Natur- und Umweltschutzrichtlinien im Ems-Dollart-Ästuar leisten.

 

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte der WWF Expertisen an vier internationale Experten mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen vergeben. Ihre Aufgabe war es, bestehende Sanierungsvorschläge auf ihre Wirksamkeit in Bezug auf das Schlick- und Sauerstoffproblem einzuschätzen. Darüber hinaus haben sie eigene Ideen entwickelt, welche die ökologische Situation an der Unteren Ems mittel- und langfristig verbessern könnten.

 

Auf der Konferenz hat ein Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz die Bedeutung der Unterems als europäisches Schutzgebiet gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie vorgestellt. Anschließend haben die Experten sowie die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest und das Niedersächsischen Landesamt für Küsten- und Naturschutz ihre Erkenntnisse und Vorschläge präsentiert – wie die Wiederanbindung von Altarmen, die Schaffung von zusätzlichem Flutraum in den Seitenbereichen für die Ems, die Wiederherstellung eines „Multi-Rinnen-Systems in der Außenems“, die Verlegung des Wehrs in Herbrum flussaufwärts, den Bau einer Sohlschwelle vor dem Sperrwerk, die Schaffung von Tidespeicherbecken in den Seitenräumen oder die Tidesteuerung durch das Sperrwerk. Abschließend stellten sich alle Referenten den Fragen des Publikums.

 

Deutlich wurde auf der Konferenz, dass für die Sanierung des Emsästuars ein integriertes Konzept entwickelt und umgesetzt werden muss, welches sowohl die ökologischen wie ökonomischen Belange gleichermaßen berücksichtigt. Der WWF begrüßt die Bereitschaft der Bundesanstalt für Wasserbau und der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest, zwei der auf der Konferenz vorgestellten neuen Vorschläge zur Lösung des Schlick- und Sauerstoffproblems in die Lösungssuche aufzunehmen. Zu den neuen Vorschlägen gehört die Verlegung des Wehrs in Herbrum sowie die Schaffung eines Polders an der Mündung des Emsästuars.

Verlagerung des Trübungsmaximums im Emsästuar durch Verlegung des Wehrs

Prof. Dr. Victor de Jonge (Institute of Estuarine and Coastal Studies, University of Hull, UK) zeigte in seinem Vortrag diesen Videoclip, der die Verlagerung des Trübungsmaximums im Emsästuar durch eine flußaufwärtige Verlegung des Wehrs simuliert.

 

Die Lage des Trübungsmaximums des Ästuars (ETM – Estuary Turbidity Maximum) wird als eine Funktion der Ästuarlänge dargestellt (mit Werten weiterer repräsentativer Parameter für das Emsästuar). In der oberen Darstellung indizieren blaue Kreise den Ort, an dem Sedimente eingefangen werden (Wert auf der y-Achse ist die Entfernung von der Knock in km) als eine Funktion der Ästuarlänge (Wert auf der x-Achse in km). Für die gegebene Ästuarlänge (indiziert durch die rote Linie in der oberen Darstellung), wird die räumliche Verteilung der Konzentration suspendierter Sedimente im unteren Bild gezeigt. Die Ergebnisse wurden durch das in Chernetski & Schuttelaars, Ocean Dynamics, 2010 beschriebene Modell erzielt.

 

The location of the ETM is shown as a function of the length of the estuary (with other parameter values representative for the Ems estuary). In the upper figure, blue circles indicate the location where sediment is trapped (value on the y-axis is the distance from Knock in km) as a function of estuarine length (value on the x-axis, in km). For given length of the estuary (indicated by the red line in the upper figure),the spatial distributuion of suspended sediment concentration is shown in the lower panel. The results are obtained using the model described in Chernetski & Schuttelaars, Ocean Dynamics, 2010.

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