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Susu fischt im Trüben

Trotzdem – und das klingt unglaublich – birgt der Ganges noch so manches biologische Wunder – ja, ist selbst auf weiten Strecken bis heute ein faszinierendes artenreiches Ökosystem geblieben.

© Adam Oswell / WWF
© Adam Oswell / WWF

Einmalig ist etwa das gemeinsame Mündungsgebiet der Flüsse Ganges und Brahmaputra in den Sundarbans, ein mehr als eine Million Hektar großes Delta vielfältigster Mangrovenwälder, in den noch der Indische Tiger zu Hause ist.  Von den insgesamt über 140 Fischarten, die im Ganges vorkommen, sind allein 60 Arten auf das Hochland am Himalaja spezialisiert. Zu den besonders bedrohten Arten des Ganges zählen Süßwasserschildkröten und der Indische Otter. 

 

Außergewöhnlich ist der Ganges-Delfin. Er ist eine von zwei Flussdelfinarten des Indischen Subkontinents, die nur noch in den Einzugsgebieten der Flüsse Ganges, Brahmaputra und Megha lebt. In den 1980er Jahren wurde die Population noch auf bis zu 5.000 Tiere geschätzt. Danach gingen die Zahlen rapide zurück auf weniger als 2.000 Individuen im Jahr 1997.

 

Seither engagiert sich der WWF für die Rettung des Ganges-Delfins. Aktuell wird sein Bestand auf noch etwa 1.800 Tiere geschätzt. Allein auf einem kurzen Flussabschnitt des Ganges zwischen den Städten Bijnor und Narora konnte der WWF durch Sicherung ausreichender Abflussmengen und den Schutz wichtiger Wasserzonen die Population der Tiere leicht erhöhen. 

 

„Susu“, wie der Gangesdelfin in lokalen Sprachen wegen seines niesenden Atemgeräusches heißt, ist ein Botschafter des Ganges. Charakteristisch ist die lange Schnauze des bis zu zwei Meter großen, nahezu blinden Säugers, der sich im trüben Wasser nur durch seine Laute orientiert. 

 

Gangesdelfine können bis zu 30 Jahren alt werden. Doch die Eingriffe der letzten Jahrzehnte in das natürliche Flussökosystem durch Staudämme, große Wasserentnahmen und Begradigungen bedrohen das Überleben der Säugetiere. Hinzu kommen die Bejagung, Fischerei, Verluste durch Beifang sowie die wachsende Umweltverschmutzung. Diese Faktoren bedrohen nicht nur die Flussdelfine, sondern auch andere Tiergruppen wie Fische, Krokodile und Schildkröten.

 

Ökologische Wende in Sicht?

Trotz der erheblichen Umweltprobleme beherbergt der Ganges im oberen und mittleren Lauf noch immer vielfältige biologische Gemeinschaften. Deshalb ist der WWF gerade in den dortigen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand an der Grenze zu Nepal und Tibet aktiv. Dort unterstützt die Umweltstiftung die Entwicklung einer nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen des Ganges. 

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