WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Besseres Wasser, bessere Baumwolle

Dem Ganges wird viel mehr Wasser entnommen, als nachfließen kann. Allein im Bundesstaat Uttarakhand haben 220 Wasserkraftprojekte den natürlichen Abfluss zerstört. Nur noch fünf Prozent der einstigen Wassermenge erreichen heute das Mündungsgebiet in Bangladesch. Der WWF ist in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand aktiv, um eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen anzustoßen. Zugleich soll die Qualität der Gewässer verbessert und die natürlichen Lebensräume renaturiert werden.

© Jörg Edelmann / WWF
© Jörg Edelmann / WWF

Deshalb hat sich der WWF die Verbesserung der Wasserqualität und die Renaturierung der natürlichen Lebensräume am Ganges zum Ziel gesetzt. Im ersten Schritt werden zusammen mit Fachleuten und unter Beteilung lokaler Institutionen die möglichen Auswirkungen der hohen Wasserentnahmen aus dem Fluss auf die natürlichen Ökosysteme und Lebensbedingungen untersucht.

 

Die Ergebnisse sollen helfen, das Wasser künftig sozialer und ökologisch nachhaltiger zu verteilen und ökologische Mindestabflüsse zu sichern. Dabei arbeitet der WWF eng mit Wissenschaftlern sowie lokalen Behörden und Regierungsinstitutionen zusammen. Kläranlagen müssen gefördert, Energie effizienter genutzt und Systeme für die kommunale Wasserversorgung und -Entsorgung geschaffen werden. Die große Bedeutung des Flusses und die Dringlichkeit der Probleme machen das Ganges-Projekt zu einem Modell für den künftigen Umgang mit natürlichen Ressourcen weit über Indiens Grenzen hinaus.

 

Better Cotton Initiative

Vor etwa 150 Jahren begann im Flusseinzugsgebiet des Ganges die Landwirtschaft, dabei gingen mehr als 80 Prozent der ehemaligen Waldflächen verloren. Heute werden fast drei Viertel des Flusseinzugsgebietes zum Ackerbau genutzt- vor allem für Baumwolle. Bei Anbau und Verarbeitung werden oft Pestizide und Chemikalien eingesetzt und besonders viel Wasser verbraucht. Der WWF engagiert sich seit 2007 mit seiner „Better Cotton Initiative“ gemeinsam mit Produzenten, Händlern, und anderen Nichtregierungsorganisationen, um einen umweltverträglicheren Anbau zu gewährleisten und einen Zertifizierungsstandard zu entwickeln.

 

Denn ein Schlüssel zur ökologischen Wende am Ganges ist die Förderung sparsamerer und sauberer Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft. Von insgesamt neun Millionen Hektar bewässerter Baumwollanbaugebiete Indiens liegt ein Großteil im Gangeseinzugsgebiet. Diese brauchen nicht nur viel Wasser: Im Anbau und in der Verarbeitung werden vielfältige schädliche Pestizide und Chemikalien eingesetzt, die schließlich im Ganges landen.

 

Mit der „Better Cotton Initiative“ entstand eine vom WWF mitgegründete Kooperation von Produzenten, Händlern und nichtstaatlichen Organisationen, um den Baumwollanbau umweltverträglicher zu gestalten. Zur späteren Vermarktung und Kontrolle der neuen Anbaumethoden wird ein Zertifizierungsstandard entwickelt. Er soll gewährleisten, dass Pflanzenschutzmittel keine Schäden mehr anrichten.

 

Außerdem soll die Bewässerung effizient und mit Rücksicht auf Wasserverfügbarkeit, Bodenschutz und Erhaltung der natürlichen Lebensräume durchgeführt werden. Nach diesen Kriterien werden derzeit in Indien mit Kleinbauern Pilotanbauflächen entwickelt, von denen in zwei bis drei Jahren erste Ernten in den Handel kommen sollen. 

 

Durch beide Modellprojekte will der WWF zeigen, wie die Lebensgrundlagen der Menschen, die direkt vom Fluss abhängen, überall entlang des Ganges mit der Natur gesichert werden können. Langfristig kann durch die Verbesserung der Wasserqualität die gesundheitliche Situation von Millionen Anwohnern verbessert und die Erhaltung der Flussökosysteme und seiner Arten gesichert werden.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF