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Stand: 10.07.2014

Kangchendzönga: Kein Dreck am heiligen Berg

Tourismus ist die große Einnahmequelle Sikkims – aber gleichzeitig ein massives Umweltproblem. Dass Tourismus nicht automatisch Unmengen von Müll bedeuten muss, zeigt sich in Yuksam, der alten Königsstadt in West-Sikkim. 

Mülltrennung im Himalaja © Thomas Köberich / WWF
Mülltrennung im Himalaja © Thomas Köberich / WWF

Der zweitkleinste indische Bundesstaat Sikkim ist nicht mal halb so groß wie Thüringen, seine Landschaften sind aber spektakulär: Es geht von 280 Metern über Meereshöge auf über 8000 Meter am Kangchendzönga. Auch in puncto Artenvielfalt zählt das kleine Sikkim zu den ganz Großen: Hier leben 552 Vogelarten, 650 Schmetterlinge, 424 Heilpflanzen und 550 Orchideen. 

Der Kangchendzönga, den sich Nepal und Indien teilen, ist mit 8586 Metern der dritthöchste Berg der Erde – und heilig. Daher ist dessen Besteigung von der indischen Seite verboten. Zwar darf man ein gutes Stück hinauf, aber nicht ganz nach oben. Von Yuksam aus ziehen jedes Jahr etwa 10.000 Trekking-Touristen durch den Kangchendzönga-Nationalpark in die Hochebenen des Himalajas. Bei geführten Touren ist für alles gesorgt: Zelte mit Schlafsäcken, Stühle, Tische, Verpflegung, sogar kleine Kochgelegenheiten werden zuvor von Trägern an Ort und Stelle gebracht. Köche gehören selbstverständlich mit zum Reisepersonal.

Natur als Heiligtum

Müll im Himalaja © Thomas Köberich / WWF
Müll im Himalaja © Thomas Köberich / WWF

Touristen werden gerne gesehen. Sie bringen harte Währung und sorgen für Jobs. Allerdings wünscht man sich einen Tourismus, der natur- und umweltverträglich ist. Dass es bisher gelungen ist, die Natur als touristisches Kapital zu schützen, ist Initiativen wie dem Khangchendzonga Conservation Committee (KCC) zu verdanken, die der WWF nach Kräften unterstützt.

Von der Politik enttäuscht, hatten sich vor rund 20 Jahren Einheimische im KCC zusammengeschlossen, um gegen die negativen Folgen des Tourismus vorzugehen: die Naturzerstörung für den Straßenbau, das Zumüllen der Landschaft oder das illegale Pflücken geschützter Heilpflanzen. Die Initiative startete mit einer Kampagne, die neue Mitstreiter brachte. Darunter waren auch Menschen, die mit Tourismus Geld verdienen, wie Köche, die Wanderer verpflegen. Zusammen mit dem WWF fanden sie Antworten auf drängende Fragen wie zum Beispiel: Womit kocht man auf einer Trekkingtour, ohne sich mit Axt und Säge am Wald zu vergreifen? Ein einfacher Brennstoff wurde entwickelt, eine Art Brikett, der aus Verpackungsabfällen besteht. Die tellergroßen „Matola“ sind leicht herzustellen und zu transportieren.

Trekking Zero Waste

Ohne zu qualmen und zu stinken produzieren sie Hitze für mehr als eine Stunde. Genug für eine Mahlzeit. Die Nachfrage nach dem alternativen Brennstoff wächst, auch bei der lokalen Gastronomie. Die wiederum gibt ihre umweltsensible Haltung an die Touristen weiter. Die Idee zieht Kreise. „Zero Waste“, also kein Müll, heißt eine der Zauberformeln, über deren Umsetzung sich der WWF vor Ort den Kopf zerbricht. Was dabei herauskommt, lässt sich am Eingang des Nationalparks besichtigen. An einer Art Rezeption wird gewissenhaft  darüber Buch geführt, was mitgenommen wird. Wer von seiner Tour zurückkommt, muss beispielsweise die leeren Getränkeflaschen vorzeigen, die er zuvor gefüllt mitgenommen hat. Der Müll wird an Ort und Stelle gesammelt, sortiert und später zur Wiederverwertung verkauft. „Wir müssen uns noch häufiger als bisher über den Schutz der Umwelt grenzübergreifend austauschen, mit Nepal beispielsweise“, bekräftigt Dr. Sandeep Tambe, ein hoher Beamter im Ministerium, der die WWF-Arbeit politisch unterstützt. Am Fuße des dritthöchsten Bergs der Erde bleibt die Natur mithilfe des WWF vom Müll verschont. Jobs sind entstanden - und es bleibt am Ende sogar ein wenig Geld übrig.

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