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Stand: 13.05.2015

Nepal: 365 Tage ohne Wilderei

Nepal mausert sich zum Vorreiter im internationalen Artenschutz und meldet für das Jahr 2014 „Zero Poaching“, also null Wilderei. Wie geht das in einem Land, in dem 27 Millionen Menschen auf engem Raum mit Tigern, Elefanten und Nashörnern leben?

Nepal © iStock / Getty Images
Nepal © iStock / Getty Images

Fast die Hälfte Nepals liegt auf einer Höhe von über 3000 Metern. Der Himalaya und das Tiefland sind die Heimat einiger besonders charismatischer Tierarten, die kurz vor der Ausrottung stehen. Neben Tigern, Elefanten und Nashörnern leben hier auch Schneeleoparden, Rote Pandas und Nebelparder

Nepal als Vorreiter im Artenschutz

„Es ist noch nicht lange her, da war Nepal die Drehscheibe des internationalen Artenschmuggels“, erinnert sich Stefan Ziegler vom WWF Deutschland. „Inzwischen hat sich das grundlegend geändert“. Zwischen 1996 und 2006 versank Nepal im Chaos eines blutigen Bürgerkrieges, der die Monarchie beendete. „Gerade in diesen Jahren der politischen Umwälzungen galt das Land als Quelle für Nashorn- und Tigerprodukte und zahlreiche Felle von bedrohten Arten. Nicht einmal zehn Jahr später hat sich das komplett geändert: Nepal ist ein vielbeachteter Vorreiter im Kampf gegen die globale Wildereikrise“, zeigt sich Ziegler beeindruckt. Bereits zum zweiten Mal nach 2011 gab es auch 2014 keinen einzigen berichteten Fall von Wilderei in den Nationalparks des Landes.

Wie bekämpft Nepal die Wilderei?

Anti-Wilderei-Patrouille © Nabin Baral / WWF Nepal
Anti-Wilderei-Patrouille © Nabin Baral / WWF Nepal

Schutzgebiete

Fast ein Fünftel des Landes steht unter staatlichem Schutz. Es existieren zehn Nationalparks, drei Wildreservate und sechs Schutzgebiete - eine Fläche von über 24.000 Quadratkilometern.

Verbindliche Verantwortung der Behörden

Zunächst wurden mehrere Institutionen gegründet oder in ihrem Status gestärkt. Das Nationale Tigerschutzkomitee untersteht direkt dem Premierminister und das Wildtier-Kontroll-Komitee dem Naturschutzministerium. Zusätzlich wurde eine Wilderei-Strafverfolgung installiert, die in 16 Distrikten im ganzen Land arbeitet. Unterstützung erhalten die Behörden vom Militär.

Einbeziehung der Gemeinden

Knapp ein Drittel der Waldbestände Nepals werden von lokalen Gemeinden verwaltet. Es gibt mehr als 400 lokale Anti-Wilderei-Einheiten, die in besonders kritischen Gebieten patrouillieren. Die Idee dahinter: Intakte Umwelt soll Einkommen generieren. Gleichzeitig helfen die Guards beim Wildtiermonitoring. Die Ausbildung der Einheiten wurde dabei zum großen Teil vom WWF finanziert und durchgeführt.

Internationale Fahndung

Nepal war aufgrund seiner Grenzen zu Indien und China (Tibet) in der Vergangenheit auch immer ein Schlupfloch für den Schmuggel mit bedrohten Tierarten. Mit beiden Staaten wurden daher Vereinbarungen erzielt, grenzübergreifende Artenschutzverletzungen zu sanktionieren. Darüber hinaus arbeitet Nepal mit anderen asiatischen Ländern in einem Netzwerk zusammen, das die Stärkung der grenzüberschreitenden Arbeit zur Bekämpfung des Artenschmuggels vorsieht.

Innovation

Nepal setzt beim Kampf gegen die Wilderei auf Technologie (u.a. Google Glass) und Innovationen. Für die Überwachung der Schutzgebiete werden Drohnen eingesetzt. Mit moderner Software (z.B. Spatial Monitoring and Reporting Tool - SMART) werden die gesammelten Daten ausgewertet und aufbereitet. Auch Artenschutzspürhunde, ein Konzept, das der WWF Deutschland initiierte, kommen zum Einsatz und unterstützen Anti-Wilderei-Einheiten.

Umweltbildung

Nichtregierungsorganisationen wie der WWF arbeiten daran, junge Nepalis für die Umwelt zu begeistern. Der WWF führte zum Beispiel die Eco Clubs ein. 500 gibt es davon heute, aus denen heute 80.000 Kinder den Umweltschutz in ihre Gemeinden tragen. 

 

„Nepal zeigt damit, dass der Kampf gegen Wilderei nicht verloren ist“, sagt Stefan Ziegler. Das ist gerade in Zeiten der grassierenden Wildereikrise in vielen Teilen der Welt ein hoch ermutigendes Zeichen.

Helfen Sie uns im globalen Kampf gegen die Wilderei – damit das Beispiel Nepal Schule machen kann!

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