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Neue Wälder für den Kaukasus

Um bereits verschwundene und stark verkümmerte Wälder im Kaukasus wieder in funktionierende, artenreiche Waldökosysteme zu verwandeln, will der WWF seit Ende 2008 mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der KfW Entwicklungsbank diese Flächen wieder mit naturnahen Wäldern aufforsten.

© Aurel Heidelberg / WWF
© Aurel Heidelberg / WWF

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative in Armenien, Aserbaidschan und Georgien durchgeführt. Durch den neu entstehenden Wald wird klimaschädliches Kohlendioxid aus der Atmosphäre in Form von Kohlenstoff in der Biomasse der Wälder gespeichert und damit der Treibhauseffekt reduziert. Das sichert die Artenvielfalt, hilft den Menschen und stabilisiert das Klima.

 

An der Nahtstelle zwischen Europa und Asien liegt eine der 25 biologisch reichsten Regionen der Erde. Grund genug für den WWF, trotz ethnischer  Konflikte im Kaukasus beharrliche Aufbauarbeit im Naturschutz zu betreiben – von dem auch die Menschen profitieren.

 

Denn Armut vor allem in den abgelegenen, ländlichen Regionen und die Energiekrise zu Anfang der 90er Jahre haben tiefe Narben in der Naturlandschaft in der Kaukasusregion hinterlassen – insbesondere in den artenreichen Naturwäldern.

 

Fossile Energieträger wie Erdöl und Gas waren in dieser Zeit für einen großen Teil der Bevölkerung kaum noch verfügbar, da die Preise aufgrund des global gestiegenen Energieverbrauchs in die Höhe schnellten. Der lokale Energiebedarf zum Heizen und Kochen musste daher zusehends mit Brennholz aus den umliegenden Wäldern gedeckt werden. Da sie zusätzlich stark als Viehweide genutzt wurden, konnten die Wälder sich kaum noch verjüngen und blieben auf immer größeren Flächen dauerhaft geschädigt. Manche Gebiete wurden gar völlig entwaldet.

 

Besonders in den Bergregionen kamen mit dem Schwinden der Wälder ganze Hänge ins Rutschen. Überschwemmungen nahmen dramatische Ausmaße an, gefährdeten immer mehr die Dörfer und spülten fruchtbare Böden weg.

 

Zugleich drohte damit ein wichtiger Klimaregulator verloren zu gehen. Denn die bislang riesigen und dichten kaukasischen Wälder wirken lokal – wie alle intakten Wälder – als Klimaanlagen, welche die Temperatur durch die Verdunstung von Wasser über die Blätter und Nadeln und durch die Beschattung der dichten Baumkronen reduzieren. Global wiederum – und damit auch für uns in Deutschland – sind sie wichtige Kohlenstoffspeicher, die das klimaschädliche Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff in ihrer Biomasse binden und somit den Treibhauseffekt abmildern.

 

Grund genug, zu helfen. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutz-Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der KfW Entwicklungsbank führt der WWF in Zusammenarbeit mit seinen lokalen Partnern seit Ende 2008 ein umfangreiches Aufforstungsprojekt im Südkaukasus durch. In Armenien, Aserbaidschan und Georgien werden insgesamt 1.050 Hektar zerstörter oder stark geschädigter Wald wiederhergestellt. Zu den ausgesuchten Aufforstungsflächen gehören sowohl ehemalige artenreiche Auenwälder als auch besonders wertvolle Bergmischwälder.

 

Lesen Sie hier Teil 2 von "Neue Wälder für den Kaukasus"

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