WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Teil 2: Neue Wälder für den Kaukasus

Aufforstung so natürlich wie möglich

Besonderen Wert wird in diesem Pilotprojekt auf die Verwendung standortgerechter Baumarten und besonders schonender Pflanztechniken gelegt. So wird ausschließlich Saatgut von beispielsweise Ahorn, Linden, Eichen, Eschen und Kastanien aus der Region verwendet. Wo noch möglich, wird der Wald völlig sich selbst überlassen, auf dass er sich natürlich verjüngt. All diese Flächen werden umzäunt, damit das Nutzvieh davon abgehalten wird, die frisch gepflanzten Setzlinge beziehungsweise die von selbst keimenden Baumsprösslinge zu zerstören.

© Aurel Heidelberg / WWF
© Aurel Heidelberg / WWF

So sollen die natürlichen Schutzfunktionen des Waldes wieder hergestellt werden. Gleichzeitig werden durch die erneute Bewaldung große Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre in der Biomasse des Waldes gebunden. Außerdem wird durch den Waldnachwuchs den heimischen, zum Teil endemischen Tier- und Pflanzenarten ihr ursprünglicher Lebensraum zurückgegeben. Bereits voneinander getrennte Lebensräume können durch die Wiederaufforstung durch so genannte grüne Korridore gezielt wieder miteinander verbunden werden.

 

Die lokale Bevölkerung wiederum profitiert durch die wieder gewonnenen Schutzfunktionen des Waldes, weil fruchtbarer Boden gesichert wird und Überschwemmungen keine unnatürlichen Ausmaße mehr annehmen. Zukünftig sollen die Menschen die Ressourcen dieser Wälder – Hölzer genauso wie Pilze oder Früchte – nachhaltig nutzen können. Das heißt vereinfacht, mit schonenden Methoden dem Wald nur so viel zu entnehmen, wie natürlich wieder nachwachsen kann.

 

Um die Wiederaufforstungen nach den Grundsätzen des ökologischen Waldbaus überregional zu fördern, muss das nötige Knowhow vermittelt werden. Dazu werden Info-Veranstaltungen mit den zuständigen Behörden und der jeweiligen Bevölkerung aus allen drei Zielländern durchgeführt, um die Menschen für den Klima- und Waldschutz zu sensibilisieren. Dabei spielen Modellflächen im Wald eine wichtige Schlüsselrolle, denn an ihnen kann jeder die Erfolge naturnaher Waldwirtschaft sehen und praktisch nachvollziehen. Dabei hilft die Landbevölkerung bei den Pflanzungen und der Anbringung der Zäune.

 

"Die Einbeziehung der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung in den Gemeinden, in denen sich die Aufforstungsflächen befinden, ist essentiell wichtig, um die Nachhaltigkeit der wiederbewaldeten Flächen sicherzustellen", betont Aurel Heidelberg vom WWF Deutschland. "Diese wiederbewaldeten Flächen sollen in der Zukunft von den Gemeinden durchaus auch nachhaltig für die Brennholznutzung genutzt werden, um somit zusätzlich den Holzbedarf decken zu können. Allerdings sollen zugleich staatliche Programme die ländlichen Gemeinden an das Erdgasnetz anschließen. Damit wird der Druck auf die Wälder reduziert."

 

Wird dieses Pilotprojekt ein Erfolg – und danach sieht es bereits jetzt aus – sollen weitere Wiederaufforstungsprojekte im Kaukasus durchgeführt werden. Das wäre, so WWF-Experte Heidelberg, ein großer Schritt für den Erhalt der biologischen Vielfalt, der Verbreitung des Wissens um nachhaltige Nutzungsstrukturen und dem Schutz des Klimas.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Artenvielfalt
bewahren
Artenvielfalt
bewahren