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Stand: 30.10.2013

Die rettende Idee für Natur und Menschen

Der WWF ehrt Namibia mit der internationalen Auszeichnung "Geschenk für die Erde"

Wie schützt man die Natur, wie überzeugt man Menschen, nachhaltig mit ihrem Naturerbe umzugehen? Namibia hat vor fast zwei Jahrzehnten per Gesetz eine Naturschutz-Revolution ausgelöst – und wurde dafür jetzt mit der höchsten Auszeichnung des WWF geehrt.

Wie können Menschen in Afrika vom Naturschutz leben? In dem man die Menschen von der Natur profitieren lässt. In Namibia verfolgte man daher seit mehr als 20 Jahren die Idee der Gemeindeschutzgebiete – es wurde eine einzigartige Erfolgsgeschichte für Mensch und Natur. Der WWF ehrte das Land nun am 26.10.2013 in der namibischen Hauptstadt Windhoek mit der internationalen Auszeichnung „Gift to the Earth“ (Geschenk für die Erde) für außergewöhnliche Leistungen im Naturschutz mit einer Vorbildfunktion für die ganze Welt. Staatspräsident Hifikepunye Pohamba nahm im Namen des Volkes von Namibia die Auszeichnung dankend an.  

 

Die Idee: Menschen an der Natur verdienen lassen  

Das Konzept der Gemeindeschutzgebiete wurde im südlichen Afrika von Naturschützern entwickelt. Hier leben 80 Prozent der Afrikaner als Kleinbauern in der Savanne - wo auch die Elefanten und Löwen leben. Die Idee: Die Bevölkerung schützt Elefanten, Löwen, Büffel,Flusspferde sowie deren Lebensraum, wenn sie davon verdient  - vor allem durch Touristen, die Wildtiere bestaunen möchten.  

Und davon sollen möglichst viele etwas haben: Investitionen etwa für eine Safari-Lodge gehen nur gegen faire Zahlungen an die Gemeinde. Die bestimmt selbst, was mit den erwirtschafteten Geldern geschieht. Gäste bekommen lokale Führer, Wildhüter werden aus den umliegenden Dörfern rekrutiert und ausgebildet. Der Tourismus sichert somit Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung, was direkt zum Haushaltseinkommen der Familien beiträgt. Im Gegenzug schützen die Gemeinden die Natur, als Basis ihres Einkommens.

Nirgendwo mehr geschützte Fläche

Größtes grenzübergreifendes Schutzgebiet der Welt. © WWF
Größtes grenzübergreifendes Schutzgebiet der Welt. © WWFLupe

Mit fünf Conservancies startete Namibia zu Beginn der 1990er Jahre – dann entwickelte sich das Modell zu einer der großen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes. Heute gibt es in Namibia fast 80 Gemeindeschutzgebiete, Tendenz steigend. Es gibt kein anderes Land, in dem eine derart große Fläche wie in Namibia unter Naturschutz steht, inzwischen fast die Hälfte des Landes. 2012 haben die Gemeindeschutzgebiete 3,7 Millionen Euro erwirtschaftet – und das lohnt sich auch für die Natur. Inzwischen zählt man dort die zweitgrößte freilebende Population von Breitmaulnashörnern und wachsende Bestände an Löwen, Elefanten und Geparden.  

 

Delegationen aus mehr als 20 Ländern haben schon Namibia besucht, um von diesem Modell zu lernen. Das Erfolgsmodell soll nun auch für ganz KAZA genutzt werden – dem 520.000 Quadratkilometer großen grenzübergreifenden Schutzgebiet in Angola, Botswana, Sambia, Simbabwe und eben Namibia. Die Gemeindeschutzgebiete - wahrlich ein Geschenk und großes Vorbild für die Welt.

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