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Stand: 03.04.2017

Ein Staudamm im Paradies?

Solch ein Staudamm gilt es im Selous zu verhindern © Jörg Hartmann / WWF
Solch ein Staudamm gilt es im Selous zu verhindern © Jörg Hartmann / WWF

Mitten im Weltnaturerbe Selous, in der Stiegler’s Gorge am Rufiji River, soll ein Staudamm errichtet werden. Die Folgen: Verheerend für Mensch und Tier.

 

Bereits seit einigen Jahren werden Pläne entwickelt, mitten im Selous ein Wasserkraftwerk zu bauen. Mitten in der Wildnis würde eine 126 Meter hohe und 700 Meter breite Staumauer entstehen. 4.000.000 Kubikmeter Beton müssen in die Wildnis gekarrt und dort verbaut werden.

 

Der Staudamm in der Schlucht „Stiegler’s Gorge“ würde ein 1.100km2 großes Gebiet fluten. Das ist größer als die Fläche Berlins fluten und entspricht in etwa der Hälfte des Saarlands.

 

Der Stausee würde nicht nur den Lebensraum für die Wildtiere zerstören, sondern auch wichtige Wanderrouten überschwemmen und zusammenhängende Tierpopulationen trennen. Frei fließende Flüsse können den vielen Pflanzen und Bäumen optimale Bedingungen bieten – ein Staudamm brächte betonierte Flussbette und große überflutete Gebiete mit sich.

Selous Hippo © WWF
Selous Hippo © WWF

Für den Bau würden inmitten des Schutzgebietes Straßen, Industrieanlagen und Siedlungen für etwa 1.200 Bauarbeiter entstehen. Das bedeutet Verkehr, Lärm, Verschmutzung und Abfall – alles zu Lasten des Weltnaturerbes. Und durch die neu gebauten Straßen gelangen nicht nur Bauarbeiter schneller und einfacher in die Mitte des Schutzgebietes, sondern auch Wilderer.

 

Auch für die Menschen hätte der Staudamm enorme Konsequenzen. Das Einkommen vieler Bewohner der Region ist abhängig vom Fototourismus im Weltnaturerbe. Wenn wichtiger Lebensraum zerstört wird und sich Menschen immer weiter ausbreiten, werden die Wildtierpopulationen kleiner – und die Touristen bleiben aus.


Zusätzlich bedroht ist das Gebiet flussabwärts der Stiegler’s Gorge. Wichtige Nährstoffe und Sedimente, die der Fluss im Sand transportiert würden im Staudamm festsitzen und z.B. nicht mehr in das Rufiji Delta und die Mangrovenwälder an der Ostküste Tansanias gelangen. Als Folge drohen Erosion, eine Zerstörung der Mangrovenwälder und ein Rückgang der Fischbestände.

 

Für den Selous fordert der WWF daher, dass die Pläne für einen Staudamm innerhalb des Weltnaturerbes gestoppt werden.

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