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Stand: 03.04.2017

Ölförderung bedroht Selous

Gefährlich: Alte Öltonne in der Umwelt © James Frankham / WWF
Gefährlich: Alte Öltonne in der Umwelt © James Frankham / WWF

Eine der größten Gefährdungen für das Weltnaturerbe sind Öl, Gas und Bergbau. Dutzende Projekte sind geplant. Und jedes einzelne davon könnte das Schutzgebiet Selous vergiften.

 

Bereits 54 Erkundungskonzessionen, vorwiegend für Uran-Bergbau, hat die tansanische Regierung in den letzten Jahren innerhalb des Schutzgebietes Selous genehmigt. 14 weitere befinden sich in der Antragsphase. Insbesondere die Konzession Kilosa – Kilombero zur Erkundung von Öl- und Gas-Vorkommen wurde bereits intensiv vorangetrieben- mit erheblichen Folgen für die Natur.

 

Kilosa-Kilombero befindet sich nordwestlich des Selous. Im Herbst 2017 soll hier die Ölförderung beginnen. Dabei stellen die Bohrungen im Kilombero Tal eine massive Bedrohung für das gesamte Weltnaturerbe dar. Die Bohrstellen liegen direkt in einer Überschwemmungsebene. Kommt es zu einer Öl-Verschmutzung dieses Feuchtbiotops hat dies weitreichende Folgen für ganz Selous: Das Wasser von hier fließt in den Luwego Fluss, einen Zufluss des Rufiji Flusses – der quer durch das Schutzgebiet fließt. Ein Unfall könnte das gesamte Wassersystem des Selous verschmutzen.

Schutzgebietes Selous durch Ölförderung bedroht
Schutzgebietes Selous durch Ölförderung bedroht

Ein unmittelbarer Nebeneffekt der geplanten Ölförderung: Die dafür benötige Infrastruktur wie etwa Straßen und Arbeitersiedlungen beanspruchen weitere Flächen. Sie nehmen den Tieren ihren Lebensraum und erleichtern es den Wilderern in bisher schwer zugängliche Gebiete einzudringen.

 

Die Erträge, die durch diese Projekte erwirtschaftet werden, würden kaum den Menschen in der Region zugutekommen. Die überwiegend ausländischen und internationalen Firmen bauen Rohstoffe fast ausschließlich für den internationalen Handel ab, der größte Teil der Wertschöpfung und der Gewinne fließt ins Ausland. Schürfrechte sind in Tansania legal zu erwerben. Internationale Vereinbarungen, den Aufbau von Minen innerhalb des Weltnaturerbes zu verbieten, wurden bisher nicht in nationale Gesetze übertragen.

 

Für kurzfristig hohe Gewinne einzelner Firmen nimmt die tansanische Regierung also die endgültige Zerstörung wertvoller Lebensräume in Kauf.

 

Der WWF fordert daher, dass Bergbau, Öl- und Gasförderung innerhalb des Weltnaturerbes gestoppt werden.

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