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Menschen beim WWF: Hermine Kleymann

Ausgerechnet Kongo

Sie arbeitet für den WWF an höchst komplexen Projekten zwischen Klimapolitik und Umweltschutz. Jetzt geht Hermine Kleymann für ein halbes Jahr nach Zentralafrika. Dort will sie helfen – und vor allem lernen.

Hermine Kleymann. © David Biene / WWF
Hermine Kleymann. © David Biene / WWF

Sie weiß, dass es schwierig ist: Referentin für REDD, steht auf ihrer Visitenkarte. Wenn Hermine Kleymann erklärt, für was sie beim WWF arbeitet, verstehen das zunächst nur wenige. „Einfach gesagt geht es um den Wert der Wälder für den Klimaschutz“, sagt sie. Durch den REDD-Mechanismus sollen waldreiche Entwicklungsländer internationale Gelder dafür bekommen, dass sie ihre Wälder vor der Abholzung schützen. „Dazu muss man wissen, dass bis zu 20 Prozent aller CO2-Emissionen durch Waldzerstörung entstehen“.

Kleymann ist überzeugt von diesem Konzept. Sie liebt ihre Arbeit im Team Wald des WWF in Berlin, an der Schnittstelle von Wald-, Klimaschutz und Politik, mag sie auch manchmal noch so kleinschrittig sein. Vom Schreibtisch aus und auf Konferenzen müssen Finanzierungen geklärt werden, es gilt politische Allianzen zu schmieden und immer wieder zwischen Gebern und Nehmer-Ländern zu vermitteln. Als sie vor drei Jahren anfing für den WWF zu arbeiten, hatte sie von REDD auch nicht wirklich viel „Hintergrundwissen“, wie sie freimütig zugibt. Aber die Juristin konnte Kompetenzen in der Entwicklungszusammenarbeit vorweisen, hatte schon bei Projekten in Indien und Südafrika Fingerspitzengefühl und Durchsetzungsvermögen gezeigt – und sie sprüht vor Enthusiasmus. „Ehrlich gesagt: Ich war einfach neugierig und hatte den nötigen Mut.“

Wissen, was vor Ort funktioniert

Regenwald im Kongobecken. © Ralf Becker / WWF

Enthusiasmus und Mut bringen sie nun auch für ein halbes Jahr nach Afrika. Der Besuch von WWF Regenwald-Projekten im Kongo war dafür das Schlüsselerlebnis, wie sie sagt.  „Die Menschen dort sind so stolz, in den Umweltschutzprojekten beteiligt zu sein, das hat mich umgehauen.“ Kleymann merkte dort aber auch, woran es in der Zusammenarbeit oft haperte: Verständnis für die andere Seite. „Wir haben viele Projekte im Kongo-Becken – und es ist enorm wichtig, dass das Wissen aus dieser Arbeit im Feld hochgefiltert wird in unsere politische Arbeit. Wir wissen oft nicht, was vor Ort funktioniert und was nicht“, hat Kleymann erkannt. „Das kann man definitiv besser machen.“

Genau das will die gebürtige Hessin jetzt versuchen, „Regional-Perspektive gewinnen“, wie sie es nennt. Zunächst geht es am 8. Oktober nach Kamerun, in der Hauptstadt Yaoundé, danach weiter nach Brazzaville und Kinshasa. Die Situation im Kongo-Becken kennt sie genau. Dort sind die größten zusammenhängenden Regenwälder der Welt, die aber extrem unter Druck stehen. Bergbau und Palmöl-Anbau, die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung, dazu kommen schwache Regierungen, Korruption in manchen Regionen Krieg. „Und dann haben wir den Frust, dass die Finanzierungszusagen für den REDD-Mechanismus Ende 2012 auslaufen. Die Lage ist akut“.

Ausgerechnet Kongo, sagt die Mama

Hermine Kleymann wird ihre Kollegen in den afrikanischen Regionalbüros unterstützen, bei der Projektarbeit, bei den Verhandlungen mit den Behörden. Sie freut sich auf ihre Aufgabe. Angst hat sie nicht, “auch wenn meine Mutter schon gefragt hat, warum ich denn ausgerechnet alleine in den Kongo müsse“, sagt sie schmunzelnd.

Die Koffer sind gepackt. Eines will sie zuhause lassen: Besserwisserei. „Ich werde da auf keinen Fall hinkommen und erklären wollen, wie es funktioniert“, sagt Hermine. Sie will vor allem zuhören, lernen, verstehen. Um noch besser zu wissen, für was es sich lohnt zu kämpfen, am Schreibtisch und auf Konferenzen. Im März wird sie wieder da sein.

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