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Stand: 10.10.2014

Naturschutz in Zeiten von Ebola

Warum auch die Menschen gerade jetzt von der Naturschutzarbeit im Kongo profitieren.

Buschfleisch ist häufig eine Infektionsquelle © Kalpesh Latigra / WWF
Buschfleisch ist häufig eine Infektionsquelle © Kalpesh Latigra / WWF

Von Mensch zu Tier und von Tier zu Mensch

Das Übertragungsrisiko von Krankheiten ist umso höher, je enger verwandt eine Art ist. Durch die enge genetische Verwandtschaft teilen Menschen und Menschenaffen daher nicht nur viele Eigenschaften, sie sind auch genauso anfällig für Krankheiten. Ebola, Atemwegserkrankungen und Milzbrand können sowohl Menschen als auch Menschenaffen töten. Infektionskrankheiten zählen mittlerweile neben Wilderei und Lebensraumverlust zu den bedeutendsten Bedrohungen für das Überleben von Menschenaffen.

Um Übertragungen zwischen Mensch und Tier zu vermeiden, führte der WWF insbesondere in den Projekten mit Menschenaffen ein striktes Gesundheits-Monitoring ein. Durch die Überwachung der Gesundheit von Mensch und Tier und der Einführung von Hygienemaßnahmen kann das Übertragungsrisiko massiv gesenkt werden. Das kommt der Gesundheit der Menschen und Tiere zugute.

Infektionsquelle Buschfleisch

Die Jagd auf Wildtiere ist häufig die Infektionsquelle bei Epidemien. Der aktuelle Ebola-Ausbruch im Kongo konnte bis zu einem Buschfleisch-Jäger zurückverfolgt werden, der sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit beim Zerlegen von Jagdbeute infiziert und seine Familie angesteckt hat. Der Kampf gegen den Handel mit Buschfleisch und die Entwicklung und Förderung von Alternativen dient daher auch der Eindämmung von Krankheiten.

Modellprojekt Ngiri: Perspektive Akzeptanz

Medizinboot im Kongo © Mathias Dehling / WWF
Medizinboot im Kongo © Mathias Dehling / WWF

Naturschutz funktioniert nur für und mit den Menschen. Alle Maßnahmen des WWF sind daher so konzipiert, das Mensch und Natur gleichzeitig davon profitieren. Dafür arbeitet der WWF in allen Projekten im Kongo intensiv mit der Bevölkerung zusammen. Der WWF versucht, die Natur zu schützen und den Menschen langfristige Perspektiven zu bieten. Die Gesundheitsversorgung hat dabei oberste Priorität. In dem vom WWF initiierten Schutzgebiet Ngiri sorgt der WWF beispielsweise gemeinsam mit Partnern für die Gesundheitsversorgung von 70 Dörfern. Dadurch wird Akzeptanz für den Naturschutz geschaffen und die Grundlage für nachhaltige Entwicklung gelegt, die der WWF zum Beispiel durch Verbesserung der Landwirtschaft und Bildungsangebote vorantreibt.

Notfallhilfe Ebola

In unseren Projektgebieten im Kongo existieren Notfallpläne, um die Bevölkerung und Mitarbeiter in solchen Situationen wie einer Ebola-Epidemie zu schützen und zu unterstützen. Beim gegenwärtigen Ebola Ausbruch im Kongo konnte z.B. das vom WWF unterstützte Ärzteteam aus dem Ngiri-Gebiet eine medizinische Mission in das Epidemie-Gebiet um Watsi Kengo in der Equateur Provinz verstärken.


Von Oliver Samson

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