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Stand: 04.02.2016

TRIDOM: Der Wald kennt keine Grenzen

Im Herzen des Kongo-Beckens - verteilt über die Länder Kamerun, Republik Kongo und Gabun - befindet sich das Tri-National Dja-Odzala-Minkebe Waldgebiet. Kurz: TRIDOM. Es erstreckt sich über 178.000 Quadratkilometer, eine Fläche viermal so groß wie Dänemark und ist zu 97 Prozent von Flachland-Regenwald bedeckt. Der überwiegende Teil des Waldes ist intakt, das größte Gebiet seiner Art im West-Kongo Delta.

Der Dja-Fluss, die Grenze zwischen Kamerun und dem Kongo. 97 Prozent des TRIDOM-Gebiets sind bedeckt von Flachland-Regenwald © Leo Bottrill / WWF
Der Dja Fluss, die Grenze zwischen Kamerun und dem Kongo. 97% des TRIDOM-Gebiets sind bedeckt von Flachland-Regenwald

Gesteuert wird das riesige Gebiet aus Gabun und Kamerun, in enger Abstimmung miteinander. Immerhin befinden sich in TRIDOM auch neun ausgewiesene Schutzgebiete, die 24 Prozent der Landfläche abdecken. Darunter auch die noch unberührtesten Gebiete im Kongo-Becken (Odzala, Mwagna, Minkebe, Nki-Messok Dja complex).

Übersichtskarte TRIDOM © WWF
Lupe

TRIDOM ist auch die Heimat riesiger Säugetierpopulationen: Neben Büffeln, Antilopen, Pythons und anderen Tierarten leben hier etwa 30.000 afrikanische Waldelefanten (die Zahl nimmt allerdings rapide ab), aber auch große Gruppen von Gorillas und Schimpansen (mindestens 30.000). Menschen sind in der Gegend noch eher selten anzutreffen, gerade einmal 250.000 Einwohner zählt das Gebiet. Sie leben meist in kleinen Dörfern, verteilt am Rande der wenigen Straßen, und arbeiten überwiegend als Kleinbauern. Auch etwa 10.000 indigene BaAka-Pygmäen siedeln in dem Gebiet. So war der Einfluss von Menschen auf das Ökosystem bisher eher gering.

Idylle in Gefahr

Wilderei als Todesursache © WWF
Wilderei als Todesursache © WWFLupe

Es sind viele Gefahren, die dieses einzigartige Waldgebiet bedrohen. So fördert eine verbesserte Straße den Handel mit Buschfleisch. Auch die drohende Abholzung für den Anbau von Ölpalmen sowie zur Holzgewinnung ist eine Gefahr. Bisher konnte diese, auch durch die Hilfe des WWF, jedoch abgewendet werden. Weitere ständige Gefahren sind bisher nicht genutzte Eisenvorkommen, drohende Wasserkraftwerke sowie die Auswirkungen des Trans-TRIDOM-Highways.

Aktuell erreichen uns jedoch alarmierende Nachrichten aus dem TRIDOM-Gebiet. Wilderer nutzen die Einsamkeit des Gebiets und bedrohen diese fast letzte Bastion der Waldelefanten. Die hohe Nachfrage nach Elfenbein und fehlende alternative Entwicklungsmöglichkeiten verstärken das Problem. Schon jetzt ist die Wilderei die häufigste Todesursache bei den Waldelefanten im TRIDOM. Aktuell übersteigt die Anzahl der gewilderten Elefanten die Zahl der Neugeburten. Durch den Verlust von Lebensraum und die Wilderei ist die Zahl der Elefanten im Kongo-Becken allein in den letzten 10 Jahren um 62 Prozent gesunken. Der Handel mit Elfenbein bringt nur wenigen Kriminellen Wohlstand, kostet aber alle Menschen im TRIDOM ein intaktes Ökosystem.

Entscheidende Phase

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein und die Richtung prägen, die das Gebiet einschlägt. Ziel des WWF ist es, der lokalen Bevölkerung andere, ökologische Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Gleichzeitig beobachtet der WWF die anstehenden Infrastrukturprojekte und pocht auf die Einhaltung der Gesetze und der Anwendung von internationalen Standards und ‚Best practises‘. Und natürlich muss die Wilderei gestoppt werden. Dazu bedarf es unbedingt gut ausgerüsteter Kontrollteams, die in Zusammenarbeit mit den Behörden die Wilderer überführen und anklagen. Der WWF ist seit 1993 in dem Gebiet präsent. Helfen Sie uns bei der Arbeit vor Ort.

Der WWF-Strategieplan zum Schutz von TRIDOM:

  • Bekämpfung der Wilderei: Steigerung der Effektivität der Ranger-Patrouillen, juristische Verfolgung der Wilderer, Monitoring der Tiere und lokale soziale Aktivitäten
  • Schutz des Waldes: Überwachung der Einhaltung bestehender Schutzgebiete und Ausweisung neuer Gebiete
  • Gemeinschaftsentwicklung: Unterstützung von nachhaltiger Entwicklung mit dem Ziel, lokale Gemeinschaften an den Einnahmen der Schutzgebiete zu beteiligen.
  • Nachhaltiges Forstmanagement: Die ökologisch verträgliche Nutzung der ausgewiesenen Forstflächen vorantreiben.
  • Verantwortungsvolle Minen und Infrastrukturprojekte: Sicherstellung der Biodiversität bei Planung und Betrieb von industriellen Projekten
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