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Stand: 29.03.2016

Madagaskar – biologische Schatzinsel in großer Armut

Küste im Südosten Madagaskars © Tanya Petersen / WWF
Küste im Südosten Madagaskars © Tanya Petersen / WWF

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde. Vor 165 Millionen Jahren hat sie sich vom afrikanischen Kontinent abgetrennt. Durch diese geografische Isolation konnte sich eine einzigartige Natur entwickeln. Etwa 85 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sind endemisch - das bedeutet, es gibt sie nur auf Madagaskar. Zu ihnen zählen die Lemuren, die ältesten noch lebenden Vertreter der Primaten. Doch das Naturparadies ist bedroht: Der natürliche Reichtum der Insel wird durch die Armut der Menschen zerstört. Der WWF bindet die Inselbewohner aktiv in den Naturschutz ein und bewahrt Wälder und Küsten vor weiterem Raubbau.

Einzigartige Pflanzen und Tiere

Madagaskar © WWF
Madagaskar © WWF

Zu den Schätzen Madagaskars gehören tropische Regenwälder, bunte Korallenriffe, erhabene Baobab-Alleen und seltene „Waldgeister“, die Lemuren.

 

Lage: Madagaskar liegt vor der Ostküste Mosambiks im Indischen Ozean.

 

Fläche: Die viertgrößte Insel der Welt ist etwa anderthalbmal so groß wie Deutschland.

 

Lebensraum: 95 % der Reptilien-, 80 % der Säugetier -, und 64 % der Vogelarten Madagaskars sind endemisch, leben also nur dort.

Unterwasserwelt in Gefahr

Nicht nur die Natur im Inneren der Insel ist einzigartig. Auch die Küsten beherbergen eine Tier- und Pflanzenwelt, die vielfältiger kaum sein könnte. Die Meerenge zwischen Madagaskar und dem afrikanischen Kontinent wird “Straße von Mosambik” genannt. Dort tummeln sich neben Delfinen und Buckelwalen seltene Schildkröten, Teufels- und Adlerrochen und riesige Thunfisch-Schwärme. Auch viele Haie gehen hier auf Nahrungssuche, etwa Tiger-, Hammer- und Bullenhaie. An den Küsten erstrecken sich ausgedehnte Mangrovenwälder. Sie spielen für das Ökosystem der Insel eine wichtige Rolle und sind die Kinderstube für Krebse, Fische und Garnelen. Die Nutzung der Mangroven ist eine wichtige Einkommensquelle der ländlichen Bevölkerung. Hier wird traditionell Fischfang und Holznutzung betrieben. Doch durch Armut und den Zuzug von Menschen aus dem Hochland, die dort kein Auskommen mehr finden, wurden die Küstenregionen in den letzten Jahren nachhaltig geschädigt. Starke Überfischung führte dazu, dass sich die Fischbestände nicht mehr erholen konnten. Die produktiven Mangrovenwälder werden für Feuerholz und Ackerland gerodet.

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