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Stand: 29.03.2016

Ambaro-Bucht: Die Rettung der Mangrovenwälder

Im Nordwesten Madagaskars liegt die Ambaro-Bucht. Hier gibt es die größten Mangrovenwäldern der Insel. Die seichten Gewässer dienen Fischen und anderen Meerestieren als Kinderstube. Zugleich schützen die Baumwurzeln die Küste vor Sturmfluten und Wirbelstürmen. Doch durch illegale Abholzung sind die Wälder akut bedroht. Zusätzlich wird das reiche Ökosystem durch nicht nachhaltige Fischerei geschädigt. Der WWF unterstützt die Bewohner der Bucht dabei, die Mangroven nachhaltig zu nutzen.

Das Team der Mangroven Aufforstung © Uwe Johannsen / WWF
Das Team der Mangroven Aufforstung © Uwe Johannsen / WWF

Seit 2013 arbeitet der WWF in vier Dörfern in der Ambarobucht, in denen die Bewohner besonders arm und auf die Nutzung der Mangroven angewiesen sind. Die Bewohner nutzen die das Holz sowie Fische und Krabben für ihre Ernährung und ihren Lebensunterhalt. Viele Mangroven werden abgeholzt um daraus Holzkohle herzustellen. Holzkohle ist die Hauptenergiequelle auf Madagaskar. Selbst in den Städten wird sie zum Kochen genutzt. Alternativen, wie Gas sind sehr teuer und daher wenig verbreitet. Eigentlich ist das Abholzen der Mangroven verboten. Aber weil die Bevölkerung sehr arm ist, ist es schwierig, das Verbot durchzusetzen. Letztlich ist es ein Teufelskreis, denn durch die Abholzung der Mangroven wird auch der Schutzwall gegen Stürme und der Lebensraum und die Kinderstube der Fische zerstört, die die Bewohner dringend für ihre Ernährung brauchen.

Nachhaltiges Management

Ein WWF Projekt, arbeitet seit 2013 mit der Bevölkerung daran, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Mangroven so zu nutzen, dass sie langfristig erhalten bleiben. Das Projekt unterstützt die Bevölkerung in den Dörfern dabei, sich zu organisieren und Regeln für die Nutzung der Mangroven aufzustellen und zu überwachen. Freiwillige aus den Dörfern werden geschult und erhalten Ausrüstung, wie Boote, Mobiltelefone und Kameras. Wenn sie auf ihren Patrouillen illegale Aktivitäten entdecken, können sie diese dokumentieren und an die Behörden melden. Häufig finden sie abgeholzte Mangroven, illegale Holzkohlemeiler oder Moskitonetze mit denen die Mangrovenkanäle abgesperrt werden, um Fische und Shrimps zu fangen. In den feinen Netzen sterben viele kleine, junge Fische, die so nicht heranwachsen können. Außerdem unterstützt der WWF die Dorfbewohner dabei, insgesamt über 300 ha abgeholzte Flächen wieder aufzuforsten. Das WWF Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gefördert.

Alternative Einkommen

Die Schaffung alternativer Einkommensquellen gehört auch zum Projekt. Das Ziel dabei ist, die Abhängigkeit der Bevölkerung von den Mangroven zu verringern. Dazu zählt zum Beispiel die Anleitung zur Zucht von Mangrovenkrabben, die lebend auf dem lokalen Markt verkauft werden  und sehr begehrt sind. Auch die Zucht von Hühnern und Enten wird unterstützt, indem Dorfbewohnern, die in Eigenleistung einen Stall bauen, die ersten Hühner und ein Hahn zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie eine Zucht beginnen können. Ein Dorf wird dabei unterstützt die Bewässerungsgräben in ihren Reisfeldern in Stand zu setzen, damit sie wieder Landwirtschaft betreiben können. Auch Imkerei und Tourismus werden gefördert.

Weniger Bedarf an Mangrovenholz

Mangroven Setzlinge in Madagaskar © Uwe Johannsen / WWF
Mangroven Setzlinge in Madagaskar © Uwe Johannsen / WWF

Solange es eine große Nachfrage nach Holzkohle gibt, wird es auch einen Anreiz geben, sie herzustellen, auch wenn dies illegal ist. Deshalb arbeitet der WWF auch daran, den Bedarf in den umliegenden Kleinstädten zu senken. Durch energiesparende Holzkohleöfen, kann der Verbrauch von Holzkohle um ca die Hälfte reduziert werden. Der WWF bietet solche Öfen zum Selbstkostenpreis an. Es hat sich herum gesprochen, das sich diese Ausgabe schnell rentiert und so gibt es einen große Nachfrage nach den Öfen. Nach Ende des Projektes sollen sie auf dem Markt erhältlich sein. Ein weiterer Ansatz ist die Verbesserung des Effektivität der Holzkohleherstellung. Durch die traditionelle Methode geht viel Energie verloren. Auch hier kann ein Effizienzgewinn von 50% erreicht werden. Deshalb werden die Köhler in neuen Methoden geschult. Dabei achtet der WWF darauf, das nur legal arbeitende Köhler geschult werden, die Holz aus Schonungen verarbeiten, die extra für die Holzkohlegewinnung gepflanzt wurden.

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