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Wachsende Zerstörung der Wälder auf Madagaskar

Ursprünglich war Madagaskar zu 90 Prozent bewaldet. Von den 53 Millionen Hektar Wald sind heute nur noch etwa zehn Prozent erhalten. Jährlich werden rund 120.000 Hektar Wald gerodet. Schreitet die Zerstörung in diesem Maße voran, so wird Madagaskar in 40 Jahren waldfrei sein.

Die Mehrzahl der Menschen Madagaskars lebt von der Landwirtschaft. Acker- und Weideland wird üblicherweise durch zyklische Brandrodung erschlossen. Da sich in den Wäldern Madagaskars die meisten Nährstoffe in den Pflanzen und nicht im Boden befinden, sind die Böden nach der Brandrodung schnell ausgelaugt. Aus diesem Grund und auch infolge des ungebremsten Bevölkerungswachstums werden immer neue Waldgebiete gerodet.

Erschwerend kommt die mit dem Bevölkerungswachstum einhergehende Vergrößerung der Rinderherden hinzu: Auf den nährstoffarmen Böden benötigen sie riesige Weiden, denen die letzten Waldreste weichen müssen.

Auch der Gewinnung von Holz, Brennholz und Holzkohle fallen große Flächen Wald zum Opfer. Mit dem Wald geht der Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten unwiederbringlich verloren. Die Entwaldung verschärft die klimatischen Risiken des Ackerbaus, wirkt sich negativ auf Grundwasser, Quellen und Wasserführung der Flüsse aus und führt zu gigantischen Erosionsschäden.

 

Nach dem Staatsstreich im März 2009 und den darauffolgenden politischen Unruhen wurden Madagaskars Regenwälder geplündert um teure Harthölzer - besonders Rosenholz - zu exportieren. Davon waren zehntausende Hektar Wald in den besonders wertvollen Nationalparks Marojejy, Masoala, Makira and Mananara im Norden betroffen.

 

Neben der Abholzungswelle wurde zunehmend auch Fleisch von wilden Tieren, sogenanntes „Bush meat“, aus den Wäldern angeboten. In manchen Restaurants kostete ein Teller mit Lemurenfleisch weniger als drei Euro. Die politische Instabilität und die Ausbreitung der Kriminalität hat auch die Tourismusindustrie schwer getroffen, eine der wenigen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung.  

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