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Schutz der Regenwälder im Annamiten-Gebirge

Im Juli 2011 hat der WWF gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank ein grenzüberschreitendes Projekt in Südlaos und Vietnam gestartet, um im Annamiten-Gebirge Abholzung und Degradierung der Wälder zu stoppen.

Annamiten-Gebirge. © Leonid Averyanov / WWF Greater Mekong
Annamiten-Gebirge. © Leonid Averyanov / WWF Greater Mekong

Etwa 200.000 Hektar Wald sollen zunächst vier Jahre lang nachhaltig gemanagt und geschützt werden. Der Bergwald soll langfristig nicht nur als Hort großer biologischer Vielfalt – dort leben unter anderen noch Tiger, Gibbons und das geheimnisvolle Saola – erhalten bleiben, sondern auch als Kohlenstoffspeicher dem weltweiten Klimaschutz dienen. Insgesamt 1,8 Millionen Tonnen CO2 aus Entwaldung und Walddegradierung sollen damit verhindert werden.

© Martin van der Bult / WWF
© Martin van der Bult / WWF

Das Projektgebiet liegt inmitten des Annamiten-Gebirges, das Zentralvietnam mit dem südlichen Laos verbindet. Entlang dieses Gebirgszugs existiert noch eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete des asiatischen Festlandes mit großer Artenvielfalt und zahlreichen endemische Arten – nach Ansicht des WWF eine der ökologisch wertvollsten Regionen der Erde. Das Projektgebiet umfasst in Vietnam zwei Saola-Naturreservate und den Bach Ma-Nationalpark sowie in Laos das Xe Sap-Schutzgebiet. Diese Gebiete sind mit den vietnamesischen Naturreservaten von Phong Dien und Song Thanh über natürliche Waldkorridore verbunden.

 

Noch. Denn Entwaldung und illegaler Holzeinschlag sind dort an der Tagesordnung. Waldgebiete schrumpfen zusehends zu kleinen Inseln inmitten abgeholzter Flächen. Mittlerweile bedroht die Degradierung der ökologisch wichtigen Waldkorridore die gesamte Ökoregion.

 

Das wollen der WWF und seine Partner, die Regierungen der beteiligten Provinzen Thua Thien Hue und Quang Nam in Vietnam sowie Salavan in Laos gemeinsam mit den lokalen Ämtern für Landwirtschaft und Waldschutz und den Managern der beteiligten Schutzgebiete verhindern. Folgende Ziele haben sich die Projektpartner gesetzt:

  • Wiederbewaldung von 5.600 Hektar Fläche und Schutz ausgewiesener Waldgebiete in der Größe von 195.000 Hektar;
Auch hier brennt es. © Pham Ba Thinh / WWF GMP
Auch hier brennt es. © Pham Ba Thinh / WWF GMP
  • Verringerung des illegalen Holzeinschlags um 40 Prozent;
  • Erhöhung der Artenvielfalt und besonders Vergrößerung der Säugetier-Populationen durch verstärkte Bekämpfung der Wilderei.

 

Außerdem sollen lokale Haushalte/Gemeinschaften durch zusätzliche Einnahmen aus Waldschutzverträgen profitieren, sagt Van Ngoc Thinh, verantwortlich für das Projekt bei WWF Vietnam.

 

Finanziert wird das Projekt von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die KfW Entwicklungsbank mit 7 Millionen Euro sowie vom WWF Deutschland mit 1,2 Millionen Euro. Weitere Partner geben noch 1,6 Millionen Euro dazu.

Das Saola. © David Hulse / WWF-Canon
Das Saola. © David Hulse / WWF-Canon

Neue Hoffnung für das Überleben des geheimnisvollen Saola

Kaum entdeckt, schon bedroht: Indochinas Saola, ein erst 1992 entdeckter und vom Aussterben bedrohter Verwandter von Kudus und Rindern, hat nun eine Überlebenschance durch die Einrichtung eines ausgewiesenen Naturreservats in der Provinz von Quang Nam, Vietnam.

 

Quang Nams Volkskomitee hatte im April 2011 der Waldschutzbehörde zugestimmt, ein Saola-Naturschutzgebiet im Annamiten-Gebirge entlang der Grenze von Vietnam und Laos einzurichten.

 

Das Saola oder Vietnamesische Waldrind ist ein relativ ursprüngliches Mitglied der Rinderfamilie, zu der auch Schafe und Antilopen gehören. Es wurde erst 1992 bei einer Expedition des WWF zusammen mit dem vietnamesischen Forstwirtschaftsministerium in schwer zugängliche Bergwaldregionen Vietnams entdeckt. Über seine Lebensweise ist bis heute fast nichts bekannt.

 

Mit Fallen und Hunden gejagt wegen seiner Hörner, wird die gegenwärtige Population des Saola auf maximal ein paar hundert Exemplare geschätzt.  Kein Tier überlebte bisher in Gefangenschaft.

 

Seit der Entdeckung der Spezies hat der WWF eng mit vietnamesischen Wissenschaftlern, Schutzgebietsmitarbeitern und Rangern sowie den lokalen Gemeinden zusammengearbeitet, um Aufschluss zu erhalten über Größe und Zustand der Population und den ökologischen Bedingungen in ihrem Verbreitungsgebiet. So sollen Bedrohungen erkannt und Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, um den Rückgang des Saola aufzuhalten.

Saola Nature Reserve Forest Guards. © WWF Greater Mekong Programme
Saola Nature Reserve Forest Guards. © WWF Greater Mekong Programme

Neues Reservat schafft Korridor

„Die Gründung des neuen Saola-Naturreservates in Quang Nam zeigt ein starkes Engagement der vietnamesischen Regierung und der Provinz für die Erhaltung dieser vom Aussterben bedrohten endemischen Art“, sagte Tran Minh Hien, Büroleiterin des WWF Vietnam. „Durch diese neue Reservate schaffen wir einen Korridor der Artenvielfalt, der den Osten von Vietnam mit der Westseite des Xe Sap-Nationalparks in Laos verbindet.“

 

Der Schutz der Saola-Population in diesen Schutzgebieten hat höchste Priorität für den WWF und die Landesbehörden. Teams aus WWF-Waldschützern und staatlichen Rangern patrouillieren täglich die Naturschutzgebiete. Sie entfernten bereits Tausende von Schlingen und zerstörten bereits viele illegale Wilderercamps seit Start des gemeinsamen Schutzprogramms.

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