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Stand: 17.10.2013

Etappensieg in Norwegen: Vorerst keine Erdölförderung vor den Lofoten

Während der Kampf um die Ölförderung in der Arktis in vollem Gange ist, hat der WWF in Norwegen einen wichtigen Erfolg errungen: Die neue Regierung in Oslo hat verkündet, dass die Lofoten die nächsten vier Jahre vor der Förderung von Erdöl und Erdgas sicher sind. Die Inselgruppen der Lofoten und Vesterålen gehören zu den ökologisch wertvollsten Küstengebieten Europas.

Papageitaucher auf den Lofoten © Wild Wonders of Europe / Orsolya Haarberg / WWF
Papageitaucher auf den Lofoten © Wild Wonders of Europe / Orsolya Haarberg / WWF

Jedes Jahr brüten Millionen Papageientaucher und andere Seevögel auf den Lofoten. Schwertwale ziehen hier ihre Jungen groß. Pott-, Finn- und Zwergwale schwimmen durch den arktischen Atlantik. Und die Inselgruppe beheimatet auch das größte Kaltwasserkorallenriff der Welt. 

Neue Regierung spricht sich gegen Erdölförderung aus

Inselparadies Lofoten - im Kampf gegen Geldgier und Erdölförderung © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Inselparadies Lofoten - im Kampf gegen Geldgier und Erdölförderung © WWFLupe

„Seit in diesem Naturparadies Öl- und Gasvorkommen entdeckt wurden, ist ein Kampf entbrannt: Umweltaktivisten gegen Energieriesen“, sagt Stephan Lutter vom WWF Deutschland. Nun hat der Naturschutz einen wichtigen Etappensieg erzielt. Am 4. Oktober 2013 verkündete die frisch gewählte Chefin der norwegischen Regierungskoalition, Erna Solberg, dass die Lofoten in der anstehenden Legislaturperiode unangetastet bleiben.

„Das ist nicht nur ein Sieg für uns alle, die wir seit Jahren unzählige Stunden dafür gekämpft haben. In erster Linie ist es ein großer Sieg für die Natur, für den gigantischen Kabeljaubestand, die Seevögel, für das größte Kaltwasserkorallenriff der Welt“, sagte Nina Jensen, Generalsekretärin des WWF-Norwegen. Der WWF hatte mit einer großen Kampagne dafür gekämpft, dass dieser Naturschatz Nordeuropas frei von Ölförderung bleibt.

Erdölförderung bedroht Natur, die Fischerei und den Tourismus

Luftaufnahme der Lofoten © Frode Johansen / WWF-Canon
Luftaufnahme der Lofoten © Frode Johansen / WWF-Canon

Stephan Lutter kennt die Inseln bestens seit seinem Studium der Meereskunde in Tromsø. Gemeinsam mit den norwegischen WWF-Kollegen hat er intensiv gegen Bodenschleppnetze und für den Schutz des Korallenriffes bei der Insel Røst gekämpft. „Das Gebiet ist unglaublich sensibel. Jeder menschliche Eingriff hätte gravierende Folgen. Erdölförderung würde dieses empfindliche Gleichgewicht zerstören. Die Fischerei und der Tourismus sind wichtige Einnahmequellen. Auch sie würden leiden“, ist sich Lutter sicher.

Besonders bekannt sind die Lofoten vor allem für ihre Fischdelikatessen. Seit Jahrhunderten zieht sie zur Laichzeit des Kabeljaus („Skrei“) aus der Barentssee die Fischer an. Der in der kalten Meeresluft getrockene Stockfisch gilt in vielen Ländern, zum Beispiel Italien („stockafisso“) und Portugal („bacalhau“) als Delikatesse und ist ein Exportschlager.

Erdgasförderung vor Kamtschatka

Dass der Umweltschutz gegenüber den Interessen von Energiekonzernen wie Statoil den Vorrang erhält, ist eher ein Sonderfall. Seit vielen Jahren kämpft der WWF beispielsweise darum, die Heimat der letzten 130 Westpazifische Grauwale zu retten. Vor der Küste der russischen Halbinsel Kamtschatka werden Erdgasfelder vermutet. Das Energiekonsortium „Sakhalin Energy“ (bestehend aus Gazprom, Shell, Mitsui und Mitsubishi) hat bereits die ersten beiden Förderplattformen errichtet. 

Keine Erdölförderung in der Arktis

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace kämpft mit ihrer „Save the Arctic“-Kampagne gegen die Erdölförderung in der Arktis. Am 19. September wurde das Schiff „Arctic Sunrise“ von der russischen Küstenwache gestürmt und alle 30 an Bord befindlichen Aktivisten verhaftet. Ihnen wird Piraterie und Drogenbesitz vorgeworfen. Ein unfassbarer Vorwurf, wie Jim Leape, der Generalsekretär von WWF International, erklärt: „Der friedliche Protest von

Greenpeace sollte auf die gefährlichen und umweltzerstörenden Projekte von Gazprom aufmerksam machen. Gazprom selbst hat sich noch nicht ein einziges Mal zu den von Greenpeace, dem WWF und russischen Experten erhobenen Bedenken geäußert. Die Eskalation hat das Unternehmen zu verantworten. Wir fordern die russische Regierung auf, die Aktivisten sofort wieder frei zu lassen.“

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