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Der WWF schützt große Feuchtgebiete

Mit der Grenzöffnung entwickelten sich auch zahlreiche wirtschaftliche Nutzungsansprüche, die nicht immer naturverträglich sind. Damit die Schaalsee-Landschaft auch in Zukunft Heimat für bedrohte Tiere und Pflanzen bleibt, hat der WWF bereits 1990 ein 335 Quadratkilometer großes, länderübergreifendes Schutzprojekt mit auf den Weg gebracht.

Der König des Schaalsees: Der Seeadler. © Ralph Frank / WWF
Der König des Schaalsees: Der Seeadler. © Ralph Frank / WWF

Seit 1991 ist die gesamtstaatliche Bedeutung anerkannt und das Naturschutzgroßprojekt vom Bund und den beiden Ländern finanziell unterstützt. Mit den Landkreisen Herzogtum Lauenburg, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust hat der WWF als Projektträger einen Naturschutzzweckverband gegründet. Seine Aufgabe: gemeinsam mit dem Bund und den beiden Ländern die heimische Biotop- und Artenvielfalt im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze sichern und entwickeln. Naturschutz erfolgt hier mit den Menschen: Die Satzung basiert auf dem Kommunalrecht und sichert eine „Naturschutzdemokratie im Kleinen“, denn in der Verbandsversammlung entscheiden Kreistagsdelegierte und der WWF. Die Umsetzung der Inhalte erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis.

 

Vorrangiges Ziel ist es, Flächen zu erwerben, damit Seen, Wälder und Moore sich ungestört entwickeln können. Das Kerngebiet von 14.700 Hektar soll über Schutzgebiete dauerhaft gesichert werden. Im Besitz des Zweckverbandes „Schaalsee-Landschaft“ befinden sich bereits rund 4.500 Hektar. Ein bedeutender Teil der Eigentumsflächen, darunter große Laubwaldkomplexe, sind bereits aus der Nutzung genommen, hier darf sich die Natur nach eigenen Gesetzen entwickeln. Von dieser neuen Wildnis profitieren nicht nur Tierarten, die z.B. auf alte, totholzreiche Wälder angewiesen sind, sondern auch der Mensch, dem sich ein besonderes Naturerlebnis bietet.

 

Erfreulich: Aufgrund der Schutzmaßnahmen stieg die z.B. Zahl der in den Wäldern brütenden Seeadler auf 6 Paare an. Durch die Einrichtung von ungenutzten Kernzonen auf verschiedenen Seen bleiben die Rast- und Brut-Bestände aller Wasservogelarten stabil oder nehmen sogar deutlich zu. In der Nachbarschaft der vom Zweckverband erworbenen Kernzonen wird eine naturverträgliche Nutzung von Wiesen und Äckern angestrebt. Das Interesse und Verständnis der Erholungssuchenden allerdings ist für die nachhaltige Nutzung der gesamten Region eine wesentliche Vorraussetzung und wird deshalb durch gezielte Besucherinformation und Umweltbildung gefördert. Die Schaalsee-Landschaft ist heute auf mecklenburgischer Seite ein UNESCO-Biosphärenreservat, auf schleswig-holsteinischer Seite ein Naturpark.

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