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Stand: 11.06.2014

Abgewendet: Keine Ölbohrungen in Virunga!

Seit Jahren kämpfen wir dafür, dass im UNESCO-Weltnaturerbe Virunga nicht nach Öl gebohrt wird. Lange sah es nicht gut aus. Doch nun hat auch die Firma SOCO dem weltweiten Druck nachgegeben: Der britische Mineralölkonzern stellt die Suche nach Öl im ältesten Nationalpark Afrikas ein – und gleichzeitig alle Förderpläne in UNESCO-Weltnaturerbestätten.

Berggorilla in Virunga © Brent Stirton / Getty Images
Berggorilla in Virunga © Brent Stirton / Getty Images

Regenwald, Gletscher, Vulkane, Savannen, große Seen, Gorillas, Elefanten, Flusspferde und unzählige andere Arten: Der Virunga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo ist ein wahres Naturjuwel. Über Jahrzehnte konnte Afrikas ältester Nationalpark selbst während der Bürgerkriege in der Region bewahrt werden - und drohte dann doch durch die Profitgier westlicher Konzerne zerstört zu werden. Dazu kommt es jetzt nicht. SOCO wird sich nach Fertigstellung der bereits laufenden seismischen Tests aus Virunga zurückziehen und verpflichtet sich, kein Öl im Nationalpark zu fördern. Zugleich gab die britische Ölfirma bekannt, künftig generell auf die Suche nach Öl in UNESCO-Weltnaturerbestätten zu verzichten.

Doch noch schwebt das Damokles-Schwert der Ölförderung weiter über Virunga: Erst wenn die Regierung des Landes alle bestehenden Ölkonzessionen dauerhaft zurückzieht, ist der Kampf gewonnen. Deshalb unterstützt der WWF die Regierung darin, den Park zu schützen und nachhaltig zu entwickeln, statt ihn kurzfristigem Profit zu opfern. Eine Studie des WWF belegt, dass durch nachhaltige Nutzung von Fischbeständen, Wasserkraft, Tourismus usw. in der Region tausende dauerhafte Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von jährlich bis zu 1,1 Milliarden Euro entstehen könnte –aber nur, wenn die empfindliche Natur nicht durch Ölförderung zerstört wird.

Hunderttausende Unterstützer gegen die Ausbeutung Virungas

Einheimische in Virunga © Martin Harvey / WWF Canon

Der WWF hatte in einer internationalen Kampagne weltweit massiv gegen die geplanten Ölbohrungen protestiert. Der französische Mineralölkonzern Total lenkte schon im Mai 2013 ein und gab seinen Verzicht auf die Ölsuche in den Virungas bekannt. Gegen die Pläne SOCOs legte der WWF im Oktober 2013 Beschwerde bei der der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ein - und die WWF-Petition gegen die Ausbeutung Virungas unterzeichneten mehr als 750.000 Menschen aus aller Welt. „Heute hat der Naturschutz über die Profitsucht gewonnen. Wir feiern einen Sieg für Virunga, den Nationalparkvertreter und Aktivisten vor Ort gemeinsam mit Unterstützern weltweit errungen haben“, sagt Marco Lambertini, Generaldirektor des WWF International.

"Virunga kann erneut zum Hoffnungsträger für die Menschen werden. Beispiele aus anderen afrikanischen Ländern zeigen, dass der Park mit Hilfe nachhaltiger Investments, beispielsweise in den Ökotourismus, ein Motor für wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region werden kann“, sagt Raymond Lumbuenamo, Landesdirektor des WWF in der Demokratischen Republik Kongo. „Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, sich an diesem Projekt zu beteiligen und so dauerhaft dazu beizutragen, dass Afrikas ältester Nationalpark die Mutter aller Parks in Afrika bleibt“. 

Virunga ist kein Einzelfall

Der Kampf gegen die Ausbeutung von geschützten Gebieten muss jedoch weitergehen. „Die Bohrkonzessionen in Virunga gibt es ja jetzt immer noch – und Virunga ist keine Einzelfall“, sagt Johannes Kirchgatter vom WWF Deutschland. Immer häufiger werfen Firmen ihr Auge auf geschützte Gebiete und sogar Weltnaturerbestätten wie das Great Barrier Reef in Australien, das Selous Wildreservat in Tanzania und den Doñana Nationalpark in Spanien.

 

Der WWF fordert: Schutzgebiete müssen Schutzgebiete bleiben. Die Politik muss gegebene Versprechen halten, auch gegenüber kurzsichtigen Gewinnversprechen. Keine Ölförderung in Virunga, Hände weg von geschützten Gebieten und ganz besonders von den UNESCO-Welterbestätten, den kostbarsten Juwelen der Menschheit, die wir für kommende Generationen bewahren müssen! Wir werden wachsam bleiben. Wir und unsere hunderttausende Unterstützer.

Von Oliver Samson

Entdecken Sie die Schönheit Virungas:

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