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Stand: 20.02.2017

Zukunftsplanung für den Husumer Dockkoog

Wegen des steigenden Meeresspiegels muss in der Küstenniederung Dockkoog etwas getan werden. Der Deich soll sicherer werden. Die Niederung liegt unter dem Meeresspiegel. Der Zustand der Natur soll genau wie die Bade- und Erholungsmöglichkeiten verbessert werden. Politik und Wirtschaft wollen ein neues Hotel.

Husum Dockkoog: der Seedeich (rechts) schützt die bereits unter dem mittleren Meereshochwasser liegende Niederung (links) vor Überflutungen, im Hintergrund ist der Campingplatz und ein Hotel erkennbar, 2016 © Jannes Fröhlich / WWF
Husum Dockkoog: der Seedeich (rechts) schützt die bereits unter dem mittleren Meereshochwasser liegende Niederung (links) vor Überflutungen, im Hintergrund ist der Campingplatz und ein Hotel erkennbar, 2016 © Jannes Fröhlich / WWF

Das Gebiet Dockkoog liegt im Westen der Stadt Husum und direkt am Wattenmeer. In einem gemeinsamen Planungsprozess haben Vertreter der Stadt und aus Küstenschutz, Tourismus, Naherholung und Naturschutz drei alternative Vorschläge (Varianten) erarbeitet, wie sich der Dockkoog am Wattenmeer im Einklang mit der Natur entwickeln, an den Meeresspiegelanstieg anpassen, und zugleich ein wirtschaftlicher Impuls für die Stadt Husum gesetzt werden kann. Der WWF hatte im Rahmen eines seiner Pilotprojekte zur Klimaanpassung in der Wattenmeer-Region den Anstoß gegeben und den Prozess koordiniert. 

Eine neue Landschaft für Husum?

Im September 2016 stellte die Projektgruppe Dockkoog ihren Abschlussbericht der Stadtpolitik vor. Sie schlägt darin drei sehr unterschiedliche Planungsvarianten vor. Darunter ist die Variante „Husumer Hallig“, mit der die Entwicklung einer neuen Naturfläche und einer neu zu bauenden Warft, einem Siedlungshügel zum Schutz vor Sturmfluten, verbunden wäre. 

So könnte es zwischen Wattenmeer und der Stadt Husum (liegt rechts von dem abgebildeten Bereich) in Zukunft aussehen, wenn man sich auf die Planungsvariante „Husumer Hallig“ verständigen sollte: 1. Verstärkter neuer Seedeich, 2. Warft mit einem möglichen Hotel, 3. Parkplätze, 4. Holzsteg / Bohlenweg über Salzwiese und Priel, 5. Verbesserter Fuß-/Radweg, 6. Lagune, 7. Badesteg, 8. Naturbeobachtungshütten, 9. Zufahrt zur neuen Warft (Visualisierung: studio urbane landschaften – hamburg)
So könnte es zwischen Wattenmeer und der Stadt Husum in Zukunft aussehen, wenn man sich auf die Planungsvariante „Husumer Hallig“ verständigen sollte.Lupe

Variante „Husumer Hallig“ bringt die verschiedenen Ziele am besten unter einen Hut

In der Variante „Husumer Hallig“ könnte der Deich im Zuge der ohnehin erforderlichen Verstärkung auf die noch bestehende alte Deichlinie verlegt werden. Die Sicherheit vor Sturmfluten für die Stadt würde so genauso erhöht wie mit den Varianten, die eine Deichverstärkung auf der bestehenden Deichlinie vorschlagen. Im heutigen Dockkoog könnte aber eine Naturlandschaft entstehen. Das sehr tiefliegende Gebiet hätte dann wieder Anschluss an Ebbe und Flut und könnte mit dem Meeresspiegel in die Höhe wachsen. Die „Husumer Hallig“, also die Warft, wäre über eine überflutungssichere Zufahrt mit der Stadt verbunden. Die beliebte Badestelle bliebe wie gewohnt erreichbar. Auf der Warft könnte das von Politik und Wirtschaft gewünschte neue Hotel gebaut werden. 

Reges Interesse an der Hallig-Idee vor Ort

In einer Informationsveranstaltung am 10. Januar 2017 im Husumer Rathaus wurde deutlich, dass viele Husumerinnen und Husumer die Hallig-Idee spannend finden. Fast 200 Teilnehmende kamen zur WWF-Veranstaltung ins Husumer Rathaus. In Husum wird die Variante „Husumer Hallig“ nun rege diskutiert.

Mögliche Zukunftsvariante „Husumer Hallig“ – Blick vom Bohlenweg über die neue Natur zur neuen Warft (Visualisierung: studio urbane landschaften – hamburg)
Mögliche Zukunftsvariante „Husumer Hallig“ – Blick vom Bohlenweg über die neue Natur zur neuen Warft (Visualisierung: studio urbane landschaften – hamburg)

Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), im Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ (Förderschwerpunkt „Kommunale Leuchtturmvorhaben“)

Förderkennzeichen: 03DAS049, Projektlaufzeit: 01.01.2015 – 31.12.2017

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