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Faszinierende Vielfalt vor Westafrikas Küste

Über 3.500 Kilometer erstreckt sich die Westafrikanische Marine Ökoregion (West African Marine Ecoregion, WAMER) entlang der Küsten von Mauretanien, Senegal, Gambia, Guinea, Guinea Bissau, Sierra Leone, Ghana und den Kapverdischen Inseln.

© Olivier van Bogaert / WWF
© Olivier van Bogaert / WWF

Sie beherbergt vielfältige Lebensräume, wie Korallenriffe und Mangrovenwälder. Hier leben unter anderem seltene Wal- und Delfinarten sowie stark bedrohte Meeresschildkröten und Mönchsrobben. Millionen Zugvögel, die im Herbst aus dem Nordsee-Wattenmeer kommen, überwintern an der westafrikanischen Küste. Im Atlantik gebären nicht nur Buckelwale ihre Jungen, rund tausend Fischarten nutzen die flachen Küstengewässer als Kinderstube.

Der Grund für diese überbordende Lebensvielfalt liegt in den hydrologischen Eigenheiten der Region: Kanarenstrom und Passatwinde transportieren kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefsee an die Oberfläche, dort sorgt die Tropensonne für Wärme – das Resultat ist eines der produktivsten und fischreichsten Meeresgebiete der Welt.

Naturschutz und Armutsminderung - Hand in Hand

Mauretanischer Fischer. © Mark Edwards / WWF-Canon
Mauretanischer Fischer. © Mark Edwards / WWF-Canon

Seit dem Jahr 2000 arbeitet der WWF in der Westafrikanischen Meeresregion. Das WWF-Büro in Dakar betreut zahlreiche Naturschutzprojekte zum Erhalt wertvoller Meeres- und Küstenökosysteme wie Riffe, Flachwassergebiete und Mangrovenwälder.

Dabei arbeitet der WWF eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen, denn die Küstenbewohner sind auf die Nutzung der natürlichen Ressourcen angewiesen. Besonders die Küstenfischerei und das Sammeln von Muscheln und Austern sind für viele Menschen unverzichtbare Einkommensquellen. Der WWF engagiert sich für ein nachhaltiges Management dieser Ressourcen und fördert zusätzlich naturverträgliche alternative Einkommensmöglichkeiten wie lokalen Tourismus, Gartenbau und Handwerk.

Faire Fischereiabkommen und bessere Kontrollen

Während die Fänge der lokalen Küstenfischer in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen sind, tummeln sich vor den Küsten internationale Fangflotten aus der ganzen Welt. Die Regierungen sind auf die Einnahmen aus den Fischereiabkommen mit der EU, Russland, Japan, Korea, China und anderen Ländern angewiesen, da sie eine wichtige Devisenquelle für die Entwicklungsländer darstellen. Aber die Bedingungen dieses Handels sind nicht fair.

Fischerei in Kayar, Senegal. © Olivier van Bogaert / WWF-Canon
Fischerei in Kayar, Senegal. © Olivier van Bogaert / WWF-Canon

Die internationalen Flotten fischen auch Bestände, die bereits überfischt sind. Das ist nach internationalem Recht verboten, wird aber häufig einfach ignoriert. Immer wieder wird berichtet, dass die gigantischen Trawler mit ihren Riesennetzen auch in die Küstenzone eindringen, die eigentlich den Kleinfischern vorbehalten bleiben sollte. Die meisten afrikanischen Küstenländer verfügen jedoch nicht über eine gut ausgerüstete Küstenwache, die dies verhindern könnte.

Der WWF kämpft deshalb für nachhaltige und faire Fischereiabkommen. Hierbei arbeiten die WWF-Kollegen in Afrika und Europa eng zusammen. Vorrangiges Ziel ist es, dass die die Entwicklungsländer selbst in der Lage sind, ihre Fischbestände nachhaltig zu nutzen und die Kapazitäten der internationalen Flotten abgebaut werden.

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