WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Mangrovenschutz im Senegal

Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung hat der WWF zwischen 2012 und 2016 ein Projekt zum Schutz und zur Wiederaufforstung der Mangroven in drei Projektgebieten im Senegal durchgeführt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

Mangroven © WWF
Mangroven © WWF

Insgesamt konnten im Laufe von 4 Jahren 460 ha Mangroven aufgeforstet und weitere 16.000 ha Mangrovengebiet neu unter Schutz gestellt werden. Um den Projekterfolg langfristig zu sichern, wurden gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Regeln zur nachhaltigen Nutzung von Mangroven aufgestellt. So werden in Zukunft über 50.000 ha Mangroven nachhaltig von den lokalen Mangrovennutzern in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden gemanagt. Für die Überwachung der Regeln durch gemeinsame Patrouillen der Dorfbewohner und Behörden wurden Boote und Ausrüstung angeschafft. Das Projekt trug auch dazu bei, Mangrovenprodukte wie Austern, Krabben und Honig besser zu vermarkten. Dadurch steigen die Einkommen der Frauen, die viele dieser Aktivitäten ausführen. Es wurden auch zusätzliche Einkommensmöglichkeiten entwickelt.

Wälder auf Stelzen

Mangroven © Uwe Johannsen / WWF
Mangroven © Uwe Johannsen / WWF

Mangroven sind salztolerante Gezeitenwälder. Sie wachsen an flachen tropischen Küsten, z. B. im Schutz von Inseln und in Flussmündungen. Hier bilden sie einzigartige vielfältige und produktive Lebensräume. Neben Korallenriffen und den tropischen Regenwäldern zählen Mangroven zu den produktivsten Ökosystemen der Erde.

 

Weltweit gibt es ca. 70 verschiedene Mangrovenarten. Je nach Standort wachsen sie zu zwei bis fünf Meter hohen Büschen oder mehr als 30 Meter hohen Bäumen heran. Im Schutz ihrer typischen Stelzwurzeln bieten sie zahlreichen Meerestieren, wie Fischen und kleinen Krebsen, sicheren Unterschlupf und reichlich Nahrung. Deshalb sind sie bevorzugte Laichplätze und Kinderstuben vieler Fische der Küstengewässer. Auch Meeressäugetiere und Meeresschildkröten sind hier heimisch. Im Geäst der Mangroven leben Säugetiere, Reptilien, Vögel und Insekten. An der westafrikanischen Küste beziehen Millionen Zugvögel, die wir im Frühjahr und Herbst auf ihrer Reise im Wattenmeer beobachten können, ihr Winterquartier in den Mangroven.

 

Mangroven zählen zu den effektivsten CO2 Speichern. Sie speichern bis zu 5 Mal mehr CO2 als tropische Regenwälder. Sie bilden dicke kohlenstoffreiche Sedimentschichten, die sie mit ihren Stelzwurzeln festhalten. Die Abholzung von Mangroven hat zur Folge, dass der Schlamm weggespült und der gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt wird.

Mangroven: weltweit bedroht und abgeholzt

Mangroven Patrouillenfahrt © Uwe Johannsen / WWF
Mangroven Patrouillenfahrt © Uwe Johannsen / WWF

In den letzten Jahrzehnten sind die Mangrovenbestände weltweit um 20 % zurückgegangen. Die Verlustrate von Mangroven liegt damit höher, als die von tropischen Regenwäldern. Dies ist besonders alarmierend, da die Fläche der Mangroven weniger als 1 % der globalen tropischen Waldfläche ausmacht. Die größten Mangrovenbestände des Senegal liegen im Süden des Landes, in den weit verzweigten Mündungsbereichen der großen Flüsse Sine Saloum und Casamance. Sie bilden mehr oder weniger breite Ufersäume, Flussinseln oder flächige Bestände auf Wattflächen, die im Rhythmus der Gezeiten überflutet werden. Seit den 1950er Jahren sind ca. 30 % der Mangroven im Senegal verschwunden, insbesondere weil durch langanhaltende Dürreperioden das Süßwasser aus dem Hinterland ausblieb und die Standorte immer mehr versalzten. Aber auch die Übernutzung, durch den Einschlag von Bau- und Brennholz und nicht nachhaltige Nutzungsformen haben zum Rückgang der Mangroven beigetragen. Nun ist es erstmals seit den 1980er Jahren gelungen, den Mangrovenverlust in der Projektregion zu stoppen. Am Ende des Projektes konnte anhand von Satellitenbildern sogar ein Zuwachs an Mangrovenfläche bilanziert werden.

Mangroven sichern lokale Einkommen

Mangroven bieten der lokalen Bevölkerung zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten (Fischerei, Sammeln von Muscheln sowie Krebs- und Schalentieren, Holznutzung als Bau- und Feuerholz, Gewinnung von Honig) sowie Schutz vor Hochwasser und Stürmen. Der Schutz von Mangrovenlebensräumen und ihrer Biodiversität trägt zum Klimaschutz ebenso bei, wie zur Sicherung der Einkommens- und Ernährungsgrundlagen der lokalen Bevölkerung. In den Projektgebieten leben insgesamt ca. 70.000 Menschen. Schutz und Aufforstung

 

In den drei Projektgebieten des WWF Projekts wurden zunächst alle verfügbaren Informationen über die Mangrovenbestände zusammengetragen. Satellitenbilder der letzten 20 Jahre wurden ausgewertet, um zu sehen, wo früher Mangroven wuchsen. Auf dieser Grundlage konnten die geeignetsten Standorte für die Wiederaufforstung festgelegt werden. Die Bodenbeschaffenheit wurde untersucht, um die bestgeeignete Mangrovenart für die Standorte zu finden. 

 

In der Regenzeit zwischen Juli und September wurden in allen drei Projektgebieten gemeinsam mit freiwilligen Helfern aus den Dorfgemeinschaften mehrtägige Pflanzaktionen durchgeführt. Insgesamt kamen so über 10.000 Arbeitstage zusammen. Die jungen Pflanzen müssen nach der Pflanzung mehrere Monate gepflegt werden. Immer wieder werden Spinnweben, Algen und Plastikmüll abgesammelt.

Mangroven als Lebensgrundlage

Mangroven Management © WWF
Mangroven Management © WWF

Die Frauen der Dorfgemeinschaften erzielen einen beträchtlichen Teil des Familieneinkommens durch das Sammeln von Austern, Muscheln und Krebsen in den Mangroven, die auf den lokalen Märkten angeboten werden. Viele Männer fischen in den Mangroven oder in angrenzenden Meeresgebieten. Das Holz der Mangroven wird als Bau- und Feuerholz verwendet, z. B. zum Räuchern der Fische und Meeresfrüchte. In gemeinsamen Workshops in den Dorfgemeinschaften wurden anhand von Karten, die Schutz- und Nutzungsgebiete festgelegt.

Verbesserung der Einkommen

Teil des Projektes war es auch, zusätzliche Verdienstmöglichkeiten durch Verarbeitung, Erschließung neuer Märkte, Vereinbarung von Mindestpreisen und alternative Nutzungsmöglichkeiten wie Austernzucht, Honiggewinnung oder Ökotourismus zu schaffen. Durch Trainingsmaßnahmen konnten 1.075 Menschen nachhaltige Erwerbsmöglichkeiten lernen.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF