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Ranger: Kämpfer für die Natur

Jedes Kind kennt die Serengeti, die Savanne, die Löwen, Giraffen und Elefanten. Sie existiert nur noch nur, weil es mutige Menschen gibt, die sie verteidigen. Einige besonders mutige treffen sich zum World Ranger Congress.

Eco-Guards im Einsatz. © James Morgan / WWF
Eco-Guards im Einsatz. © James Morgan / WWF

In Arusha, ganz im Norden Tansansias, in der Nachbarschaft der Serengeti und des Kilimanjaro, versammeln sich vom 4. bis 9. November 2012 Ranger, Wildhüter und Naturschützer aus den USA, Australien, Kanada, Korea und natürlich Afrika zum 7. World Ranger Congress, um darüber zu sprechen, wie sie ihre Arbeit noch besser machen können – und damit einzigartige Landschaften, ihre Tier- und Pflanzenwelt bewahren zu können.  

Vielleicht war dieses Treffen noch nie so wichtig wie heute. Denn auf dem ganzen Planeten steht die Natur unter Druck. Eine stetig wachsende Bevölkerung und ihr Hunger nagen an der Wildnis. Global operierende Bergbaufirmen durchwühlen die Erde nach Rohstoffen. Und schließlich dezimiert eine Mafia Nashörner, Elefanten oder Tiger mit immer brutaleren Methoden, um fragwürdige Bedürfnisse zu befriedigen. Immer öfter bleiben dabei auch die Ranger tot zurück. „Die Wilderer sind immer besser ausgerüstet, auch mit automatischen Waffen“, sagt Brit Reichelt-Zolho. Die Afrika-Expertin des WWF hat auch schon selbst Ranger ausgebildet und kennt ihren gefährlichen Job.

Beschlagnahmtes Leopardenfell und Elfenbein. © James Morgan / WWF
Beschlagnahmtes Leopardenfell und Elfenbein. © James Morgan / WWF

Tansania, der Tourismus und die Wilderer

Tansania lebt sehr gut mit und von seinen Naturschätzen. Menschen fliegen um die halbe Erde, um auf Safaris Elefanten, Nashörner und Löwen zu sehen. 40 Prozent der Landesfläche sind geschützte Natur. Allein 16 Nationalparks gibt es, die Serengeti ist nur der bekannteste. Fast fünf Milliarden Dollar hat das Land mit seiner Natur verdient, 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hängen von den Gästen ab. Tansania ist aber auch das Land mit der höchsten Rate an ermordeten Rangern.  

Gerade in Afrika riskieren Männer und Frauen jeden Tag ihr Leben für die Natur. Wie etwa Jean Pierre Mirindi, ein Ranger aus dem Kongo, dessen Aufgabengebiet nicht nur Umweltbildung und Waldbrandkontrolle umfasst. „Wir haben auch mit Rebellen zu tun“, erzählt er. „Es geht um Macht, Einfluss, Erdöl, Gold, die haben große Fische im Hintergrund, die wir nicht benennen wollen. Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Er muss trotzdem mit ihnen im Park leben und überleben. „Wenn sie vor unserem Hauptquartier auftauchen, können wir nicht in der Hauptstadt Kinshasa anrufen und um Hilfe bitten. Also versuchen wir, mit ihnen zu reden.“ Der kleine, kräftige Mann zeigt auf sein großes, gelbes Abzeichen. „Die Rebellen wissen, dass die, die so ein Abzeichen tragen, keine Feinde sondern Ranger sind. Das ist natürlich kein hundertprozentiger Schutz, aber besser als nichts.“

WWF-Expertin Brit Reichelt-Zolho auf Spurensuche in Afrika. © WWF
WWF-Expertin Brit Reichelt-Zolho auf Spurensuche in Afrika. © WWF

 

„Wir Ranger sind einig“

Und wenn er Rebellen erwischt, die etwa einen Elefanten getötet haben? „Dann behandeln wir sie wie jeden Wilderer. Und das heißt: Wir schießen, wenn er nicht gleich aufgibt, bevor wir beschossen werden. Das ist unser Auftrag.“ Sein Gesicht bekommt einen harten Ausdruck. „Und jeder Wilderer sollte wissen, dass wir Ranger einig sind. Einer für alle, alle für einen. Das gilt für uns Ranger weltweit. Das ist unsere Stärke.“  

Wenn man sich die hier versammelten Ranger ansieht, glaubt man das sofort. „Dabei müssen Ranger und Game Scouts viel aushalten und kriegen dafür nur sehr wenig Gehalt“, sagt WWF-Expertin Brit Reichelt-Zolho. Sie sollten eigentlich nicht nur ein Abzeichen, sondern einen Orden tragen.

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