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Schutz der Feuchtgebiete

Mit der vom WWF initiierten Ramsar-Konvention 1971 sind rund um den Globus inzwischen 1,9 Millionen Quadratkilometer Feuchtgebiete unter Schutz gestellt. Das entspricht der fünffachen Fläche Deutschlands. Damit werden nicht nur artenreiche Lebensräume, sondern auch Wassereinzugsgebiete für Millionen Menschen dauerhaft gesichert.

Flussnetz in Amazonien. © Roberto Maldonado / WWF
Flussnetz in Amazonien. © Roberto Maldonado / WWF

Feuchtgebiete wie Auenlandschaften, Moore, Seen oder Gebirgsflüsse mit ihren Quellgebieten sind nicht nur wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sondern spielen auch eine immens wichtige Rolle als Nahrungsquelle und Grundwasserspeicher. Um den Schutz dieser extrem bedrohten Ökosysteme bemüht sich das "Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung", die so genannte Ramsar-Konvention.

 

Dieses Übereinkommen zum Schutz von Küstengewässern, Seen, Flüssen und Mooren wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar begründet. Das Abkommen wendet sich gegen die rücksichtslose Zerstörung der empfindlichen Ökosysteme durch Staudämme, Flussbegradigungen, Landwirtschaft oder Trockenlegung. Bislang haben 158 Staaten, darunter auch Deutschland, den Ramsar-Vertrag unterzeichnet. Sie verpflichten sich dadurch, bedeutende Feuchtgebiete als Lebensraum und Wasserspeicher zu erhalten und sie nachhaltig zu nutzen.

 

Auf der letzten Vertragsstaatenkonferenz vom 8. bis 15. November 2005 in Kampala, Uganda beschlossen 900 Vertreter der Mitgliedsländer neue, weitreichende Schritte: So wurden elf neue Gebiete, davon allein sechs in Indien, mit einer Fläche von 4,2 Millionen Hektar unter den Schutz der Ramsar-Konvention gestellt. Dadurch erhöhte sich die gesamte Fläche der unter der Ramsar-Konvention geschützten Feuchtgebiete auf über 133 Millionen Hektar. Ausdrücklich betonten die Teilnehmer in ihrer Abschlusserklärung den Wert der Feuchtgebiete für die weltweite Armutsbekämpfung.

 

Nach Schätzungen des WWF besitzen die fast 12,8 Millionen Quadratkilometer Feuchtgebiete weltweit einen ökonomischen Wert von etwa 60 Milliarden Euro. In vielen dieser Regionen ist die Fischerei der wichtigste Eiweißlieferant für die Bevölkerung. Der WWF begrüßte daher die ebenfalls beschlossene Resolution zur nachhaltigen Fischerei.

 

Um die Konvention zu stärken, sollen die bisherigen Schutzkriterien für die mehr als 1.520 Feuchtgebiete an die Schutzkategorien der Weltnaturschutzorganisation IUCN angepasst werden. Neben einer verbesserten Integration von Ramsar-Gebieten in nationale Schutzkonzepte bedeutet dies auch, dass Verstöße gegen die Konvention künftig rechtlich geahndet werden können.

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