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Stand: 29.08.2014

Water Stewardship: Gemeinsame Probleme – gemeinsame Lösungen

Wir verbrauchen weltweit immer mehr Wasser - vor allem durch die Herstellung unserer Konsumgüter. Das hat schwerwiegende Folgen, die durch die Produktionsketten von Unternehmen auch uns in Deutschland betreffen. Diese müssen mehr Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und nachhaltige Lösungen für lokale Wasserprobleme finden: Das WWF-Programm Water Stewardship Konzept hilft dabei.

Wassernutzung und Wasserrisiko © iStock / Getty Images
Wassernutzung und Wasserrisiko © iStock / Getty Images

Viele Flussgebiete auf der Welt stehen bereits heute unter enormem Wasserstress – Tendenz steigend. Die Privatwirtschaft ist dabei mit 70 bis 80 Prozent der größte Wassernutzer, abhängig von der Ressource Wasser und somit gleichzeitig Verursacher wie Betroffener. So genannte Wasserrisiken können ein Unternehmen auf verschiedenen Ebenen beeinflussen und von ihm hervorgerufen werden. Schon heute berichten 90 Prozent der umsatzstärksten deutschen Unternehmen, von Wasserrisiken betroffen zu sein.

„Die mit Wasser verbundenen Probleme und Risiken zu ignorieren, wird sich für die Wirtschaft mittelfristig nicht auszahlen“, betont Philipp Wagnitz, WWF-Süßwasserexperte. „Einen Wettbewerbsvorteil werden die Unternehmen haben, die ihre Risiken kennen und reduzieren.“ 

Water Stewardship vereint Wirtschaftlichkeit und Ökologie

Risiken werden oft nicht durch den Einzelnen, sondern durch das Zusammenspiel vieler Wassernutzer in einem Flussgebiet hervorgerufen. Der WWF setzt sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Flussgebiete ein, was bedeutet, die Interaktionen zwischen Wirtschaft, Mensch und Natur vor Ort zu verstehen und daraufhin angepasste Lösungen zu entwickeln. Das WWF Water Stewardship Konzept ist für Unternehmen eine Möglichkeit, neben Lösungen innerhalb der Unternehmensprozesse auch mit anderen Nutzern in einem Flussgebiet zu kooperieren. 

Water Stewardship

WWF Water Stewardship Konzept – Schritt für Schritt © WWF
WWF Water Stewardship Konzept – Schritt für Schritt © WWF

Water Stewardship bezeichnet eine sozial gerechte, ökologisch nachhaltige und wirtschaftlich vorteilhafte Art der Wassernutzung, die durch einen Prozess erreicht wird, der alle interessierten Beteiligten (so genannte Stakeholder) einbindet und Maßnahmen vor Ort und im Wassereinzugsgebiet beinhaltet.

Gute Water Stewards kennen ihren eigenen Wasserverbrauch, ihr Einzugsgebiet und die gemeinsamen Risiken, die die Wasserbewirtschaftung, den Wasserhaushalt und die Wasserqualität betreffen. Auf dieser Grundlage ergreifen sie alleine oder kollektiv wirksame Maßnahmen zum Nutzen von Mensch und Natur.

Ein Fluss – viele Nutzer

Water Stewardship bedeutet mehr als nur eine effiziente Wassernutzung. Je nach Stand und Risikosituation sind die Lösungsmöglichkeiten dabei unterschiedlich. Um das Wasserrisiko intern zu reduzieren, kann Wasser eingespart, gereinigt oder besser gemanagt werden. Um das Wasserrisiko extern zu reduzieren, muss das Problem im Flussgebiet verstanden und mit anderen Nutzern zusammengearbeitet werden.

„Angenommen, ein Technologieunternehmen bezieht sein Wasser zur Produktion und Kühlung aus dem Unterlauf eines Flusses in Vietnam,“ erklärt Philipp Wagnitz. „Nun wächst aber im Oberlauf des Flusses die landwirtschaftliche Fläche. In Trockenzeiten reicht das Wasser nicht mehr bis zum Technologiekonzern. Dann liegt die Lösung eher in einem Dialog mit den lokalen Wassernutzern und Entscheidern und mittelfristig nicht bei Wassersparmaßnahmen.“ Der WWF kann durch langjährige Erfahrungen in Flussgebieten vor Ort ein Partner in diesem Prozess sein.

Eine wesentliche Ursache von Wasserrisiken ist die mangelhafte Verwaltung der Wasserressourcen durch Entscheider vor Ort. Water Stewardship ist eine Möglichkeit für Unternehmen, diesen vielschichtigen Problemen zu begegnen, vor Ort Verantwortung zu demonstrieren und die eigenen Risiken zu senken.

AWS: Standard und Gütesiegel

Der AWS­-Standard umfasst sechs Schritte © WWF
Der AWS­-Standard umfasst sechs Schritte © WWFLupe

Neben konkreten Projekten hat der WWF gemeinsam mit anderen Organisationen ein Bündnis gegründet, das Water Stewardship für Unternehmen erleichtert und attraktiv macht: Die Alliance for Water Stewardship (AWS). Um die Bemühungen von Unternehmen vergleichbar zu machen, um den Firmen eine Art Leitfaden an die Hand zu geben und um einen wichtigen Anreiz zum nachhaltigen Umgang mit Wasser zu schaffen, wurde ein internationaler Water Stewardship-Standard entwickelt. Halten sich Unternehmen an diesen Standard, bekommen sie ein Zertifikat, mit dem sie werben können. Der AWS­-Standard ist für jede Art von Unternehmen in jeder Branche geeignet.

Es ist Zeit, zu handeln: Für unsere Ökosysteme, für uns Menschen – und auch zugunsten der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Kennen Sie Ihr Wasserrisiko oder wollen ein guter Water Steward werden? Arbeiten Sie mit uns zusammen!

Andrea Dreifke-Pieper

Leiterin Strategische Unternehmenskooperationen

Tel.: 030 - 311 777 740
Mobil: 0151 188 54 886

andrea.dreifke-pieper(at)wwf.de

Philipp Wagnitz

Water Risk Management

Tel.: 030-311 777 209

philipp.wagnitz(at)wwf.de

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