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Hoffnung für Breitmaul- und Spitzmaulnashorn

Das Spitzmaulnashorn steht heute mit fast 4.000 Tieren nicht mehr länger kurz vor vom Aussterben. Auch der Bestand an Breitmaulnashörnern erholt sich weiter und ist inzwischen auf rund 14.500 Tiere angewachsen.

Spitzmaulnashorn. © Michael Poliza / WWF
Spitzmaulnashorn. © Michael Poliza / WWF

Nach Angaben von Experten der Weltnaturschutzunion IUCN wächst die Anzahl der Wildtiere beider Arten seit ihrem Tiefstand 1995 kontinuierlich: Breitmaulnashörner verzeichnen einen Zuwachs von 6,8 Prozent und Spitzmaulnashörner eine Vermehrungsrate von 4,5 Prozent.

 

Zu verdanken ist beides der effektiven Überwachung, verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und dem Engagement afrikanischer Gemeinden und Regierungen. "Der Schutz der Nashörner in Afrika wird immer stabiler", sagt Dr. Susan Lieberman, Chefin des Artenschutzprogramms bei WWF International. "Dank strategischer Schutzmaßnahmen, erhöhter Wachsamkeit gegenüber Wilderei und gemeinsamen Anstrengungen, damit die lokale Bevölkerung von den Schutzmaßnahmen auch profitiert, sind viele Populationen afrikanischer Nashörner auf dem Weg der Besserung."

 

Doch auf den Erfolgen ausruhen könne man sich keineswegs. Denn noch immer werden Rhinos gewildert und ihr Horn über Ländergrenzen geschmuggelt. Hier muss die länderübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden. Außerdem kommen beide Nashornarten heute nur noch in wenigen Ländern ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes vor.

Breitmaulnashörner. © Michael Poliza / WWF
Breitmaulnashörner. © Michael Poliza / WWF

Artensteckbriefe

Beide Nashornarten werden jeweils aufgrund unterschiedlicher Merkmale, Verhaltensweisen und Erbsubstanzen von Wissenschaftlern in verschiedene Unterarten untergliedert.

 

Das Südliche Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum) lebt in Südafrika, Botsuana, Namibia, Swaziland, Simbabwe, Kenia und einige wenige Tiere in Uganda, Mosambik und Sambia. Ihr Bestand war 1997 auf etwa 8.500 Tiere geschrumpft. Insgesamt leben dank strenger Schutzmaßnahmen (s.o.) wieder rund 14.500 Exemplare im südlichen Afrika.

 

Das Nördliche Breitmaulnashorn (C. s. cottoni) lebt in der afrikanischen Demokratischen Republik Kongo, in der seit mehr als zehn Jahren Krieg herrscht. Kein Wunder, dass es vermutlich nur noch vier Nashörner in der Wildnis gibt.

 

Beide Unterarten des Breitmaulnashorns leben gern in warmen Gras- und Buschssavannen. Sie fressen am liebsten Gras, zum Rupfen sind ihre breiten Lippen sehr praktisch. Das Breitmaulnashorn ist nach dem asiatischen und afrikanischen Elefanten das drittgrößte Landsäugetier. Männchen sind mit 1,90 Meter Schulterhöhe etwas größer als die Weibchen – dafür haben die Weibchen das längere Horn. Männchen werden bis zu 3,5 Tonnen schwer, Weibchen nur 1,7 Tonnen. Breitmaulnashörner werden bis zu 40 Jahre alt.

Breitmaulnashorn. © Michael Poliza / WWF
Breitmaulnashorn. © Michael Poliza / WWF

Das Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) erreicht 1,80 Meter Schulterhöhe, wird 1,4 Tonnen schwer und kann 50 Jahre alt werden.

Es lebt ebenfalls in Gras- und Buschsavannen im zentralen und südlichen Afrika. Es bevorzugt allerdings Zweige. Die kann es mit seinem spitzen Maul gut abreißen.

 

Es gilt als sehr aggressiv: Die Nashornbullen gehen mit ihren zwei Hörnern aufeinander los und fügen sich gegenseitig blutige Wunden zu. Die Hälfte aller Kämpfe endet für einen der Bullen tödlich! Es gibt vier Unterarten: Südliches Spitzmaulnashorn (D. b. minor), Südwestliches Spitzmaulnashorn (D. b. bicornis), Westliches Spitzmaulnashorn (D. b. longipes) und Östliches Spitzmaulnashorn (D. b. michaeli). 

 

Vor 50 Jahren gab es noch etwa 70.000 Spitzmaulnashörner. Durch Wilderei und Lebensraumvernichtung schrumpfte ihr Bestand 1997 auf nur noch 2.600 Exemplare. Heute gibt es wieder fast 4.000 Tiere. Das ist ein enormer Erfolg aller Schutzmaßnahmen.

Besenderung Afrikanischer Nashörner. © R. Dutoit / WWF
Besenderung Afrikanischer Nashörner. © R. Dutoit / WWF

Was der WWF tut

Der WWF hat allein zwischen 1962 und 2001 über 30 Millionen Euro in den Schutz afrikanischer Nashörner investiert. Bei den Projekten handelt es sich vor allem um Bekämpfung der Wilderei, Ausbildung und Finanzierung von Wildhütern und Anti-Wilderer-Einheiten, Schutz der natürlichen Lebensräume sowie Unterstützung bei der Kontrolle des Handels mit Nashornprodukten.

 

Um die afrikanischen Nashörner vor dem Aussterben zu bewahren, wurde 1997 vom WWF ein „Afrikanisches Nashorn-Programm“ gegründet, um technische und finanzielle Unterstützung gezielt für den Nashornschutz einsetzen zu können. Das Programm für Schutz und Management der Breitmaul- und Spitzmaulnashörner wird in Partnerschaft mit den Hauptverbreitungsstaaten der afrikanischen Nashörner durchgeführt. Pro Jahr werden fast eine Million Euro investiert.

 

Aktuell unterstützt der WWF die südafrikanische Regierung dabei, die erneut ausufernde Wilderei im Land in den Griff zu bekommen – durch Beratung sowie durch Umsiedlungen.

 

TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN zur Überwachung des Handels mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, geht mit verschiedenen Maßnahmen gegen die drohende Ausrottung der Nashörner vor. Ziel von TRAFFIC ist es, den illegalen Handel mit Nashorn-Horn zu stoppen. Außerdem soll die Bevölkerung in den Verbraucherstaaten mit Hilfe von Aufklärungskampagnen zum Kauf von „nashornfreien“ Heilprodukten motiviert werden.

Mehr Infos im Arten A-Z

Lebensraum für Nashörner

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