WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Feuer frei für verantwortliche Waldwirtschaft

Frank Mosch schaut seine beiden gewaltigen Buchen an, die er mit einem Absperrband markiert hat. „Die Pilzkonsolen am Stamm deuten an, dass der Baum nicht mehr stabil ist“, sagt der Revierförster im FSC®-zertifizierten Tegeler Wald. „Sie stehen unmittelbar an einem Wanderweg und sind deshalb potenzielle Gefahrenbäume“, fährt er fort. Da Sicherheit nun einmal vorgeht, hat sich der Förster dazu entschlossen, die Buchen fachgerecht zu entnehmen. Allerdings: statt zu einer Säge greift Mosch zu einer Stange Sprengstoff, wie das folgende Video zeigt.

Der Tegeler Wald im Norden Berlins gehört zu den FSC-zertifizierten „Berliner Forsten“ in der Bundeshauptstadt. Frank Mosch achtet streng auf die Umsetzung der Prinzipien und Kriterien des FSC (Forest Stewardship Council). Aber wie kann denn eine Baumsprengung ökologischen Standards entsprechen? Ist das nicht eher genau das Gegenteil? „Es kling natürlich ungewöhnlich“, sagt Mosch. „Aber es ist ja auch nicht so, dass wir hier wild mit gefährlichem Sprengstoff hantieren. Dafür haben wir uns Experten vom Technischen Hilfswerk (THW) zur Hilfe geholt.“

Die erforderliche Ladung TNT wurde vom THW exakt berechnet und unmittelbar unter den Baumkronen platziert. Die Detonation trennt die Krone vom Stamm. Der positive Nebeneffekt dabei: Kleinere und größere Äste werden zunächst in die Luft geschleudert, um anschließend in der unmittelbaren Nähe wieder niederzuprasseln. Als sogenanntes Totholz bilden sie nun eine wichtige Grundlage für die Flora und Fauna im Tegeler Wald. Der Stamm bleibt dem Wald als Biotopholz erhalten. Die zerfledderten Stammenden bieten in dieser Form eine Lebensgrundlage für Käfer, Vögel und Fledermäuse.

Nina Griesshammer © Bernd Lammel / WWF

„Was im ersten Moment vielleicht merkwürdig klingt, macht durchaus Sinn“, urteilt Nina Griesshammer vom WWF. „Totholz ist für einen gesunden und naturnahen Wald sehr wichtig. Diese Baumsprengung hat auf jeden Fall eine Menge davon erzeugt, was stark im Sinne einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung ist. Und genau das fordern die Richtlinien des FSC.“

Für die technische Überwachung und die eigentlich Sprengung der beiden Buchen im Tegeler Wald wurde das Technische Hilfswerk eingeladen. Das THW ist auf der ganzen Welt in Krisenregionen unterwegs um zu helfen. Auch der Einsatz von Sprengstoff ist den Hilfseinsatzkräften nicht fremd. Aber er muss geübt werden. Der Ortsverband Reinickendorf unter der Leitung von Peter Unterspann nutzte die günstige Gelegenheit, Sicherheitsabläufe unter realen Bedingungen zu proben.

Weitere Informationen

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Helfen Sie
den Wäldern
Helfen Sie
den Wäldern