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Kinderbuchstudie 2012: Lach- und Sachgeschichten, gedruckt auf Tropenholz

Aus dem Regenwald direkt ins Kinderzimmer – deutsche Verlage machen es möglich. Stichprobenartig untersuchte der WWF bereits zum zweiten Mal Kinderbücher auf Spuren von Tropenhölzern. Das erschreckende Ergebnis: In 22 von 79 getesteten Publikationen stecken demnach erhebliche Mengen von Holzfasern aus tropischen Regenwäldern.

© Thomas Macholz / WWF
© Thomas Macholz / WWF

„Es klingt nach blanker Ironie, ist aber traurige Wahrheit: Bücher, die unseren Kindern den Wert der Natur vermitteln, sind dafür verantwortlich, dass diese Natur zerstört wird“, sagt Johannes Zahnen vom WWF. „Ohne es zu ahnen, laufen Eltern und Großeltern Gefahr, dem Nachwuchs wahre Umweltkiller unter den Weihnachtsbaum zu legen.“

In gleich neun Coppenrath-Büchern, einem der größten Anbieter im deutschen Kinderbuchmarkt, konnten Tropenholzanteile nachgewiesen werden - darunter ausgerechnet Titel wie „Wunderwelt des Wissens: Regenwald“ oder „Das ist der Wald“. 

WWF-Studie: Im Wald, da sind die Räuber.

Kinderbuchstudie: Im Wald, da sind die Räuber  

Für die Studie „Im Wald, da sind die Räuber“ untersuchte der WWF stichprobenartig 79 Kinderbücher aus den Herstellungsjahren 2010 bis 2012. Diese Bücher wurden von zwei wissenschaftlichen Laboren (IPS-Testing und TU Darmstadt) analysiert. 28 der getesteten Exemplare enthalten nachweislich Tropenholzfasern, teilweise zu erheblichen Anteilen von bis zu 53 %. Elf der positiv getesteten Bücher wurden in China produziert, je eines in Indonesien, Malaysia, Singapur und Hongkong. Das jeweilige Produktionsland der übrigen Bücher ist unbekannt. Die positiv getesteten Bücher verteilen sich auf dreizehn verschiedene Verlage. Grundsätzlich werden immer mehr Bücher aus Asien importiert. Besonders gravierend ist die Produktionsverlagerung deutscher Verlage nach Asien mit Schwerpunkt China in der Gruppe der „Bilderalben, Bilderbücher und Zeichen- oder Malbücher für Kinder“. China, der größte Zellstoffimporteur der Welt wiederum kauft jährlich fast ein Viertel der vom Nachbarn Indonesien produzierten Zellstoffe, dem Land mit einer der höchsten Entwaldungsraten weltweit.

Buchtitel aus den Herstellungsjahren 2011/2012: 16 von 34 untersuchten Büchern wiesen einen erheblichen Anteil an Tropenholz-Fasern auf.

Gewinnmaximierung auf Kosten der Natur  

Nach der Veröffentlichung der ersten WWF-Kinderbuchstudie 2009 trat der WWF in einen kontinuierlichen Dialog mit deutschen Kinderbuchverlagen. „Coppenrath und Co. haben unsere Hinweise offensichtlich ignoriert und setzen weiter auf Gewinnmaximierung. Dass sie mit der Umweltzerstörung auch die Zukunft ihrer eigenen Zielgruppe aufs Spiel setzen, ist besonders perfide“, sagt Johannes Zahnen.  

Young-Panda-Kinder ermitteln als Kinderbuchdetektive  

Im Oktober 2010 organisierte der WWF auf der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen Runden Tisch mit Vertretern der Buchverlage. Im Sommer 2010 ließen WWF-Young-Panda-„Detektive“ ihre Kinderbücher untersuchen: Auch dort wurde Tropenholz aus Naturwäldern gefunden. Daraufhin sammelten Young-Panda-Kinder 20.000 Unterschriften gegen diese Art der Urwaldzerstörung.

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