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Stand: 05.09.2013

Rettung des Regenwaldes in Paraguay – Schutz vor Abholzung wird verlängert

Es ist ein Riesenerfolg für den WWF: Paraguay hat sein "Zero Deforestation Law" verlängert – ein Gesetz, das den Regenwald vor der Abholzung schützen soll. Es war Rettung in letzter Minute, beinahe wäre das Abholzungsverbot Ende 2013 ausgelaufen. Dabei handelt es sich hier um einen der am meisten bedrohten Regenwälder der Welt.

Ein Einschlagverbot, "Zero Deforestation Law" genannt, kann ein wirksames Mittel gegen die fortschreitende Vernichtung von Regenwaldflächen sein. © Michel Gunther / WWF-Canon
Ein Einschlagverbot, "Zero Deforestation Law" genannt, kann ein wirksames Mittel gegen die fortschreitende Vernichtung von Regenwaldflächen sein. © Michel Gunther / WWF-Canon

Bis 2004 hatte Paraguay die höchste Abholzungsrate in Amerika und die zweithöchste der ganzen Welt. Fast sieben Millionen Hektar Regenwald wurden vernichtet, bis die Regierung das "Zero Deforestation Law" einführte. "Null Abholzung" ist der umgangssprachliche Name für das Gesetz, und der Name ist – beinahe – Programm: Seit der Einführung ist die Vernichtung des Atlantischen Regenwalds in Paraguay um 90 Prozent zurückgegangen. Der WWF hat entscheidend dazu beigetragen, dass der wertvolle Schutz des Regenwaldes in Paraguay verlängert worden ist.

Bedrohte Tiere verlieren ihren einzigen Lebensraum

Das Löwenäffchen lebt im Atlantischen Regenwald und ist vom Aussterben bedroht. © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF-Canon
Das Löwenäffchen lebt im Atlantischen Regenwald und ist vom Aussterben bedroht. © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF-Canon

Der Atlantische Regenwald erstreckt sich über Paraguay, Brasilien und Argentinien und ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde. Er beherbergt fast sieben Prozent aller Tier-und Pflanzenarten der Welt. Viele von ihnen kommen nur hier vor und sind vom Aussterben bedroht. "Zu den besonders gefährdeten Arten zählt der Jaguar, der große zusammenhängende Waldbereiche benötigt. Umso wichtiger ist es, die noch vorhandenen Waldflächen zu erhalten." erklärt Martina Fleckenstein vom Fachbereich Landwirtschaft des WWF. Durch die massive Abholzung ist von dem Tropenwald kaum noch etwas übrig. Es existieren nur noch sieben Prozent der ursprünglichen Waldfläche.

Der Grund: Fleisch und Viehfutter für den Weltmarkt

In Paraguay musste der Regenwald hauptsächlich Flächen für Acker- und Weideland weichen: Die Rinderzucht und der großflächige Anbau von Soja sind aufgrund der großen weltweiten Nachfrage ein profitables Geschäft, und Paraguay brauchte für seine schnell wachsende Bevölkerung dringend neue Arbeitsplätze und Wirtschaftszweige.

Das "Null-Abholzungs"-Gesetz – ein großes Anliegen für den WWF Deutschland

Um zu schützen, was vom Atlantischen Regenwald noch übrig ist, verhängte Paraguays Regierung 2004 ein Einschlagverbot, genannt "Zero Deforestation Law", jedoch leider zeitlich begrenzt. Auf Drängen des WWF hat Paraguay Ende August 2013 entschieden, das Gesetz zu verlängern. Der WWF Deutschland hat die Kampagnen des WWF in Paraguay finanziell unterstützt und so erreicht, dass der Regenwald bis 2018 weitere fünf Jahre Zeit hat, sich von den schweren Eingriffen durch den Menschen in der Vergangenheit zu erholen.

 

Von Stephanie Probst

 

 

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